Durchs Rosaliengebirge zur Burg Forchtenstein
Die Fakten
15,5 km 664 hm 407 hm
Start: Bad Sauerbrunn
Ziel: Burg Forchtenstein
An- und Abreise: Derzeit gibt es einen Schienenersatzverkehr sowie die Busse 5B und B26 von Wiener Neustadt nach Bad Sauerbrunn; von der Burg Forchtenstein gibt es ein Anruf-Sammeltaxi zum Bahnhof Mattersburg
Schwierigkeit: einfache Wege mit einigen gemäßigten Steigungen
Gestern habe ich mich bei der Wanderplanung mal wieder von der Wettervorhersage leiten lassen und habe mich daher Richtung Süden aufgemacht, auch wenn die Anreise dorthin derzeit aufgrund von Schienenersatzverkehr auf mehreren Linien etwas mühsam ist.
Mein Startpunkt war Bad Sauerbrunn bei Wiener Neustadt, wo es nach einem sehr kurzen Stück auf der Straße gleich in den Wald und bergauf zu einem Aussichtsturm ging. Von hier hatte ich schöne Blicke Richtung Osten.




Von hier ging es nun weiter bergauf ins Rosaliengebirge, wobei die Bezeichnung Gebirge vielleicht etwas andere Erwartungen weckt. Es ist eine waldige Hügellandschaft, die geologisch betrachtet zur Buckligen Welt gehört.
Die Wege durch den Wald waren sehr schön, allerdings wurde ich zeitweise von Mückenscharen geplagt, was ich mir gar nicht erklären konnte, da hier derzeit alles staubtrocken ist. Zum Glück verschwanden diese mit zunehmenden Höhenmetern – vielleicht auch deshalb, weil etwas Wind aufkam.






Nach etwa sechs Kilometern stieß mein Weg mit der ersten Etappe am Wiener Alpenbogen zusammen und ich ging nun also erst einmal auf bekannten Pfaden weiter zur Aussichtswarte am Steinkogel, von der ich nun tolle Blicke in alle Richtungen hatte. Ich konnte bis zum Neusiedlersee schauen, hatte aber auch eine wunderbare Aussicht auf Schneeberg, Rax und Hohe Wand.






Am Fuß der Warte war eine Bank in der Sonne, die sich gut für eine Mittagspause geeignet hätte, aber da ich die Pause auch gern zum Malen nutzen wollte und hier unten keine Aussicht war, ging ich weiter zur Rosalienkapelle am Heuberg, der mit 748 Metern der höchste Punkt im Rosaliengebirge ist. Hier hat man einen tollen Blick zur Burg Forchtenstein und genau diese Aussicht wollte ich malen.






Allerdings waren jetzt wieder Wolken im Anmarsch und der Wind wurde immer frischer. Da für den Nachmittag Regen angesagt war, packte ich lieber meine Sache wieder zusammen und machte mich auf den Weg bergab. Da der Wiener Alpenbogen nach Westen führt, ich aber nach Osten zur Burg Forchtenstein ging, war der Weg für mich jetzt wieder neu. Es ging auf schönen Pfaden durch den Wald bergab, nur das letzte Stück zur Berg verlief dann auf der Straße.


Die Burg Forchtenstein ist eine Höhenburg aus dem 14. Jahrhundert, die mittlerweile seit im Besitz der Familie Esterházy ist. Ich hatte im Rahmen eines Betriebsausfluges schon einmal eine sehr interessante Führung durch die Burg. Da das einige Jahre her ist und wir damals im Winter am späten Nachmittag dort waren, als es bereits dunkel war, wollte ich mir die Burg gern nochmal ansehen. Und da sie bei der NÖ-Card inkludiert ist, die ich dieses Jahr noch kaum genutzt habe, hat das nun perfekt gepasst.





Die Burg beherbergt eine umfangreiche Porträtsammlung und Kostbarkeiten und Raritäten wie etwa Uhren und Elfenbeinarten, die über Jahrhunderte von den Fürsten Esterházy gesammelt wurden. Nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit der ungarischen Räterepublik, wurden an die 300 Objekte aus der Schatzkammer konfisziert und nach Budapest gebracht, wo sie sich heute noch befinden. Die Teile, die in der Burg verblieben sind, können teilweise in den Räumlichkeiten individuell besichtigt werden; die eigentliche Schatzkammer ist aber nur im Rahmen einer Führung zugänglich.




Als ich die Burg verließ, zeigte sich bereits wieder die Sonne – vom angekündigten Regen keine Spur. Das BAST, das Burgenländischen Anruf-Sammeltaxi, brachte mich zum Bahnhof Mattersburg, wo ich wieder mit dem Schienenersatzverkehr nach Wiener Neustadt fuhr.
Fazit: Das Rosaliengebirge bietet mit seinen Aussichtspunkten eine sehr schöne Mischung aus Wäldern und weiten Blicken. Sowohl beim Wiener Alpenbogen als auch bei dieser Wanderung haben mir die Wege sehr gut gefallen, aber diesmal hatte ich am Ende mit der Burg Forchtenstein natürlich nochmal ein Highlight.