Kampalpe und Trattekogel
Die Fakten
17 km 820 hm 988 hm
Start: Preiner Gscheid
Ziel: Bahnhof Semmering
An- und Abreise: Bus 342 vom Bahnhof Payerbach-Reichenau zum Preiner Gscheid; diverse Fern- und Regionalzüge vom Semmering nach Wien
Schwierigkeit: längere An- und Abstiege, aber einfache Wege
Die Kampalpe hatte ich bereits im Juni geplant, musste damals aber wegen einer Oberleitungsstörung kurzfristig umplanen. Letzten Sonntag startete ich einen weiteren Versuch und dieses Mal klappte alles. Vom Bahnhof Payerbach-Reichenau fuhr ich in einem sehr vollen Bus zur Passhöhe Preiner Gscheid, die ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und Klettersteige auf die Rax ist. Und tatsächlich starteten ausnahmslos alle außer mir Richtung Rax los, nur ich wandte mich in die andere Richtung und folgte dem Schild Richtung Drahtekogel/Trattekogel. Auch der Nordalpenweg und der Niederösterreichische Landesrundwanderweg verlaufen hier. Ich hatte vorher schon gelesen, dass es bei dieser Tour meist eher ruhig ist, war aber doch überrascht, dass sonst wirklich kein Mensch auf diesem Weg unterwegs war – zumal es ein wunderschöner Weg war. Es ging durch erstaunlich grüne Wälder aufwärts und zwischendurch hatte ich tolle Blicke zur Rax.





Das Wetter war diesmal perfekt zum Wandern – es war bewölkt und relativ kühl, wobei mich der Anstieg trotzdem ordentlich zum Schwitzen brachte. Zwischendurch ging es einmal etwas steiler bergab und dann stand ein Hindernislauf über Baumstämme auf dem Programm.


Ich hatte nun traumhafte Blicke auf Rax und Schneeberg sowie das Mürzer Oberland. Angesichts dieser Ausblicke konnte ich immer weniger verstehen, dass auf diesem Aufstiegsweg sonst niemand unterwegs war.


Zum Trattekogel ging es dann nochmal kräftig bergauf, ehe ich meinen höchsten Punkt des Tages erreichte. Von hier hatte ich zwar auch nochmal weite Blicke, aber ansonsten war der Trattekogel als Gipfel eher unspektakulär und ich hob mir meine Mittagspause für die Kampalpe auf.




Eine kleine Vorspeise hatte ich aber bereits auf dem weiteren Weg, da hier Heidelbeeren (in rauen Mengen) und Himbeeren (in bescheidener Menge) wuchsen. Auch abseits der Kulinarik war der Weg sehr lohnenswert – bei weiteren schönen Ausblicken ging es bergauf und bergab über den Windmantel.







Schließlich erreichte ich nach etwa sieben Kilometern die Kampalpe, die beim Gipfelkreuz eine tolle Aussicht zu bieten hatte. Hier begegnete ich tatsächlich auch mal anderen Wanderern, die von Spital am Semmering heraufgekommen waren – anscheinend der beliebtere Aufstiegsweg. Hier machte ich nun meine Mittagspause und packte außerdem meine Malsachen aus.





Da ich vom Aufstieg noch verschwitzt war und es beim Gipfel ordentlich windig war, musste ich sogar meine Regenjacke anziehen und fror trotzdem noch. Ein seltenes Gefühl in diesem Sommer! Daher machte ich mich schließlich in zügigem Tempo wieder auf den Weg. Der kürzeste Abstiegsweg ist von hier nach Spital am Semmering, aber ich wählte den längeren und gemütlicheren Abstieg zum Bahnhof Semmering.
Erneut waren auf diesem Weg keine weiteren Wanderer unterwegs – und erneut konnte ich mir das angesichts der wunderschönen Wege kaum erklären.






Auf kleinen Pfaden ging es über blühende Wiesen und durch den Wald. Man könnte dann auch noch zum Pinkenkogel hinaufsteigen, aber da ich dort schon einmal war und weiß, dass der Gipfel ziemlich verwachsen ist, sparte ich mir die zusätzlichen Höhenmeter und ging rechterhand darunter vorbei.
Schließlich kam ich hinter dem Hotel Panhans in Semmering heraus und ging den letzten Kilometer hinunter zum Bahnhof, wo ich gleich darauf in eine Westbahn stieg. Seitdem die neu Strecke durch den Koralmtunnel nach Klagenfurt eröffent wurde, ist hier übrigens einiges los in den Zügen und eine Reservierung am Wochenende ist zu empfehlen. Wenn man einen der Regionalzüge nimmt, die von Mürzzuschlag kommen, sollte es aber keine Platzprobleme geben.
Fazit: Eine sehr lohnenswerte und erstaunlich ruhige Tour, die schöne Wege und Fernblicke zu bieten hat. Sehr empfehlenswert, wenn man an Sommerwochenenden dem Ansturm auf die Rax und den Sonnwendstein entkommen möchte.