Gendarmstien 1: Padborg – Shelter Kløften
Die Fakten
20,1 km 249 hm 277 hm
Start: Padborg
Ziel: Shelter und Zeltplatz im Wald Kløften
Schwierigkeit: einfache, kleine Pfade durch Wald und Felder
Derzeit bin ich auf dem dänischen Gendarmstien bzw. Gendarmenpfad unterwegs. Dieser Wanderweg verläuft auf einer Länge von 84 km im Süden Dänemarks von Padborg entlang der Küste der Flensburger Förde bis nach Skovby auf der Insel Als. Seinen Namen verdankt er den dänischen Grenzgendarmen, die den Weg bis 1958 patrouillierten, um Schmuggler zu jagen.
Mein Start war von einigen Umplanungen geprägt. Die historische Hitzewelle machte auch vor Dänemark nicht Halt, es waren heftige Gewitter angekündigt und der Nachtzug nach Hamburg hatte einige Verspätung. Das führte dazu, dass ich am Samstag noch nicht mit der Wanderung startete, sondern eine Unterkunft in Padborg buchte.
Und das war auch gut so, denn als ich Padborg erreichte, herrschte eine brütende Hitze, die sich schon am frühen Nachmittag in einem heftigen Unwetter entlud. Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig in die Unterkunft.


Hier verbrachte ich den Nachmittag und Abend mit Lesen, Malen und Planungen. Nachts folgten weitere Gewitter und in der Früh schüttete es. Ich war wirklich froh, bei den Bedingungen nicht in meinem Zelt zu liegen!
Schließlich machte ich mich auf den Weg und versorgte mich im Supermarkt noch mit einem Frühstück, das ich beim alten Hof Oldemorstoft verzehrte. Dabei malte ich ein wenig eine Postkarte aus.



Als ich dann loswanderte, wurde es schon wieder ziemlich heiß. Vom Regen war es zudem sehr dampfig und schwül und der Wald wimmelte nur so von Mücken. Die Wege führten sehr schön durch Wälder und Wiesen, stets hervorragend markiert.



Es ging die meiste Zeit direkt an der deutschen Grenze entlang, bis ich nach etwa 6 Kilometern einen Abstecher zurück auf die deutsche Seite machte, um das Industriemusem Kupfermühle zu besichtigen. Hier wurde vor über 400 Jahren, als die Region noch unter dänischer Herrschaft war, ein wasserradbetriebenes Hammerwerk zur Verarbeitung von Kupfer gegründet, das bis 1962 in Betrieb war. Die adretten gelben Holzhäuser waren einst Arbeiterhäuser.
Ich hatte noch etwas Zeit, ehe das Museum öffnete und suchte mir daher ein schönes Plätzchen zum Malen.





Um 13 Uhr öffnete das Museum und die Zuständige erzählte mir einiges über die Geschichte von Kupfermühle und den Kupferabbau, ehe ich mich noch alleine umsah.



Danach ging es erneut über die Grenze und ans Meer. Ich ging ein Stück direkt an der Küste entlang, aber hier war sehr viel los, da viele baden waren. Ich wechselte also wieder zum eigentlichenWeg, der sich sehr schön durch den Wald schlängelt und auch immer wieder Blicke aufs Meer zu bieten hatte. Bei der Hitze freute ich mich über jeden schattenspendenden Baum! Es war zwar bei weitem nicht mehr so heiß wie am Vortag (und wie weiter südlich in Europa), aber in Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit sehr drückend.






Durch Kollund und Kollund Østerskov ging es großteils auf Straßen, ehe ich Annies Kiosk in Sønderhav erreichte, der hier eine echte Insitution ist. Entsprechend lange war die Schlange, aber ich stellte mich trotzdem an, da es hier die für Dänemark so typischen Hotdogs sogar in einer vegetarischen Variante gab. Die Gelegenheit musste ich also nutzen und das Warten lohnte sich.

Ich kam auch bei einem Mini-Laden vorbei und dem Hinweis auf einen Strandkiosk, aber den Abstecher sparte ich mir, da ich dank Hotdog satt war.


Nach knapp 20 Kilometern zweigte ich schließlich vom Gendarmstien ab und bog in den Wald Kløften ein. Hier hatte ich mich bei einem privaten Zelt- und Shelterplatz angemeldet. Die Zeltwiese liegt im Wald, etwas abseits vom Wohnhaus der Besitzer und von den Sanitäreinrichtungen. Es gab zwar keine Dusche, aber Wasser, ein WC und einen tollen Aufenthaltsbereich.


Ich wurde sehr freundlich empfangen und die Besitzerin erzählte mir, dass sie selbst schon den Jakobsweg gegangen ist. Außer mir kam niemand mehr, was einerseits schade war, aber andererseits auch mal eine interessante Erfahrung, da ich ja noch immer Angst vorm Alleinzelten habe. Hier war ich zwar ganz für mich, wusste aber doch, dass 100 Meter weiter im Wald jemand ist. Also eine tolle Zwischenlösung.
Fazit: Ein etwas chaotischer Einstieg in meine Wanderwoche, aber der tatsächliche Weg war sehr schön. Der Abstecher nach Kupfermühle lohnt sich auch sehr.
Ich weiß noch nicht, wie regelmäßig ich unterwegs bloggen werde. Tagesaktuell möchte ich sowieso nicht schreiben, wenn ich teils vielleicht auch etwas einsamer übernachte und das Schreiben ist auf dem Smartphone mühsam. Aber ich bemühe mich den Bericht zeitnah fortzusetzen.