Cleveland Way 2: High Paradise Farm – Beak Hills Farm
Die Fakten
28,8 km 761 hm 805 hm
Start: High Paradise Farm
Ziel: Beak Hills Farm
Schwierigkeit: Bis Osmotherley einfache Wege, danach sehr viel Auf und Ab. In Kombination mit der Länge macht das die Etappe ziemlich anstrengend.
Ich wachte heute bei Regen und einer dichten Nebelsuppe auf. Da eigentlich erst für den Nachmittag mehr Regen angesagt war, hoffte ich, dass er bald nachlassen würde und tatsächlich hörte er auf, als ich mein Frühstück zubereitete. Als ich um etwa 7:30 aufbrach, war es zwar noch sehr neblig aber trocken.



Der Weg führte mich nun richtig hinein in den North York Moors Nationalpark. Es ging leicht bergauf in eine traumhafte Heidelandschaft und hier riss nun auch der Nebel auf. Es kam sogar ein bisschen die Sonne raus und ich konnte mich gar nicht sattsehen an dem lila Blütenmeer.









Doch so schön die Moorvegetation auch ist, merkt man doch auch die Trockenheit und es hängen auch immer wieder Warnungen wegen der Brandgefahr.


Nach etwa acht Kilometern ging es von dieser traumhaften Hochebene erst mal wieder hinunter und durch lauschige Wälder ins Dörfchen Osmotherley.


In Osmotherley kaufte ich im Dorfladen ein, da ich sonst heute und morgen keine weitere Einkaufsmöglichkeit habe, und machte dann eine frühe Mittagspause auf der Bank vor dem Laden.

Es fiel mir schwer von hier wieder aufzubrechen, aber ich hatte noch so einige Kilomter vor mir. Unmittelbar nach Osmotherley ging es über einen sehr schlichten Kreuzweg bergauf zu einer Kapelle. Unterwegs konnten ich immer wieder Brombeeren naschen.



Bald darauf vereinte sich der Cleveland Way mit dem Coast to Coast Path, mit dem er nun für einige Etappen parallel verläuft.


Leider kam pünktlich der für den Nachmittag angekündigte Regen, auch wenn es vorerst nur ein Tröpfeln war. Als der Weg wieder aus dem Wald herausführte, konnte ich am Horizont bereits einen markanten Hügel sehen, bei dem es sich wohl um Roseberry Topping, mein Ziel morgen Abend, handeln muss.

Der Regen wurde nun stärker, aber zum Glück führte der Weg erneut in den Wald, wo ich ganz gut geschützt war. Ich hatte schon den ganzen Tag immer wieder Moorhühner gesehen, aber jetzt flüchteten sie wirklich im Minutentakt von mir ins Unterholz – oder flogen plötzlich neben mir auf und verpassten mir jedesmal einen Heidenschreck.


Etwas größere Tiere als Moorhühner erwarteten mich, als ich eine Kuhweide queren musste, aber die Kühe waren zum Glück tiefentspannt.


Danach ging es kräftig bergauf zum Gold Hill und leider wurde nun hier ohne Schutz durch Bäume auch der Regen stärker.


Trotzdem hatte ich noch eine gute Fernsicht und so hatte ich auf dem weiteren Weg zur Carlton Bank, meinem vorerst höchsten Punkt, wieder grandiose Ausblicke.


Allerdings war ich hier auch dem Wind ungeschützt ausgesetzt und zusammen mit dem Regen wurde es ziemlich ungemütlich. Daher war ich froh, als es wieder bergab ging.


Nach etwa 24 Kilometern erreichte ich Lordstone Park, wo ich einen ungeplanten Abstecher zum Café machte und mich bei einer Heißen Schokolade aufwärmte. Ich war einfach froh für ein Weilchen aus dem Regen zu kommen. Danach war ich einigermaßen bereit für den Endspurt. Es ging kräftig bergauf zum Cringle Moor und nun gesellte sich zu Regen und Wind auch noch Nebel dazu.


Zwei einheimische Wanderer, die mir entgegenkamen, meinten, dass es hier oben sonst eine schöne Aussicht gibt. Das musste ich ihnen mal so glauben – ich wartete eher darauf, dass der Hund der Baskervilles auf dem Nebel auftauchen würde.
Ein steiler Abstieg über Steinstufen brachte mich zur Abzweigung zu meiner Unterkunft.


Oder vielleicht sollte ich eher sagen vermeintliche Abzweigung. Ich musste nämlich feststellen, dass es den Pfad hier nicht mehr gab und so musste ich wieder zurückgehen. So etwas passiert natürlich bei Regen und einer eh schon sehr langen Etappe. Bei der nächsten Abzweigung war dann aber meine Unterkunft Beak Hills Farm angeschrieben und ich gelangte über Schafweiden zu dem Bauernhof. Hier fühlte ich mich ein wenig wie in einer norwegischen Pilgerherberge: Ich habe ein putziges kleines Zimmer, teile mir das Bad mit anderen Wanderinnen und bekam von der freundlichen Gastgeberin gleich mal einen Tee.



Später saßen wir dann bei einem köstlichen Abendessen gemütlich zusammen. Die anderen vier – zwei aus England, zwei aus den USA – wandern alle den Coast to Coast Path. Es war spannend von ihren bisherigen Erlebnisse auf dem Weg zu hören.
Fazit: Eine lange, aber ganz tolle Etappe. Das Moor zog heute wirklich alle Register und auch wenn das Wetter zu wünschen übrig ließ, passte es von der Stimmung her eigentlich sehr gut zur Gegend.
One Comment
Moni
Oh ja,das Wetter mit dieser Landschaft wirkt sehr passend. Ich wünsch dir natürlich trotzdem sonnigere Tage! Bei den Fotos dachte ich: Verlaufen kann man sich bei diesem eindeutigen Weg wohl nicht-und schwupps, schon hast du umkehren müssen. Wirkt also wohl nur auf den Fotos so.