Wege in Europa

Cleveland Way 1: Helmsley – High Paradise Farm

Die Fakten
21,9 km 420 hm 154 hm
Start: Helmsley
Ziel: High Paradise Farm
Schwierigkeit: einfache Wanderung auf vorwiegend kleinen Pfaden

Gestern reiste ich nach Helmsley an, dem Startpunkt des Cleveland Way. Dadurch hatte ich noch ausreichend Zeit das hübsche Städtchen zu besichtigen. Da das Wetter in Minutenschnelle wechselte, fing es zweimal genau dann zu regnen an, als ich gerade damit beschäftigt war die Ruinen von Helmsley Castle zu malen. Neben den Überresten der Burg erkundete ich auch die Walled Gardens und die anglikanische Kirche.

Nach dieser schönen Einstimmung startete ich dann heute auf dem Cleveland Way. Es handelt sich dabei um einen Weitwanderweg durch North Yorkshire mit einer Länge von 109 Meilen (ca. 175 km). 1969 wurde er als zweiter National Trail (nach dem Pennine Way) eröffnet. Wie alle National Trails hat er als Symbol eine Eichel.

Es ging gemütlich los auf kleinen Wegen durch den Wald und an Feldern entlang. Ich hatte zwar ein ausgiebiges Frühstück gehabt, freute mich aber trotzdem über Brombeeren am Weg.

Nach etwa fünf Kilometern erreichte ich die Abzweigung zur Rievaulx Abbey und beschloss spontan einen Abstecher dorthin zu machen. Eigentlich hatte ich an dem Tag einen anderen Abstecher geplant gehabt, aber wieder verworfen, daher hatte ich genug Zeit.

Und der Abstecher lohnte sich sehr! Die Zisterzienserabtei aus dem 11. Jahrhundert wurde unter Henry VIII im Zuge der Klosterauflösungen geschlossen. Die Ruinen stehen heute unter Denkmalschutz und sind sehr beeindruckend.

Ich überlegte in der Sonne hier eine Weile zu malen, aber die Architektur kam mir zu komplex vor für eine kleine Skizze. Daher ging ich zurück zum Cleveland Way und folgte diesem nun für ein Stück auf der Straße. Schließlich bog der Weg wieder auf kleinere Pfade ab und es ging wieder durch den Wald und über Feldwege.

Nach etwa 13 Kilometern traf ich bei einer Abzweigung eine andere Wanderin, die ebenfalls auf dem Cleveland Way unterwegs war. Sie wählte aber den Weg zum Weißen Pferd von Kilburn – jenen Abstecher, den ich eigentlich geplant hatte. Es handelt sich dabei um eine monumentale Hügelfigur aus dem 19. Jahrhundert. Da man das Pferd aber nur aus der Ferne von der anderen Hügelseite gut sieht, ist der Abstecher anscheinend nicht so lohnenswert. Ich hatte das Pferd außerdem gestern vom Bus aus schon sehr gut gesehen. Daher wählte ich nun den direkten, kürzeren Weg zum Sutton Bank Nationalparkzentrum. Dort legte ich eine Kaffeepause ein und aß meine mitgebrachte Jause.

Gleich nach dem Nationalparkzentrum gibt es einen herrlichen Ausblick – laut Schriftsteller James Herriot „the finest view in England“. Leider kommen die Weite der Landschaft und der tolle Blick auf den Fotos nicht ausreichend zur Geltung.

Da ich nun für die nächsten Kilometer am Hügelrücken entlangging, begleitete mich die Aussicht noch eine ganze Weile. Bei einer Bank packte ich meine Malsachen aus, aber es war so ungemütlich windig, dass ich nicht weit kam.

Die nächsten Kilometer waren traumhaft schön zu gehen, auch wenn es bei dem starken Wind recht anstrengend wurde.

Nach knapp 22 Kilometern erreichte ich schließlich High Paradise Farm, mein Nachtquartier. Meine Unterkunft ist im ehemaligen, umgebauten Schweinestall und herrlich gemütlich. Da es hier drinnen ziemlich kühl war heizte ich mir ein Feuerchen ein und stellte noch die nächste Doppelseite in meinem Skizzenbuch fertig.

Fazit: Ein toller Auftakt auf dem Cleveland Way. Den Abstecher zur Rievaulx Abbey kann ich sehr empfehlen und auch die Wege waren vor allem auf der zweiten Hälfte sehr schön.

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