Wege in Österreich

Rax: Plateauwanderung

Die Fakten
14,7 km 838 hm 838 hm
Start und Ziel: Bergstation der Rax-Seilbahn
An- und Abreise: Bus 341 vom Bahnhof Payerbach-Reichenau zur Talstation
Schwierigkeit: mittelschwere Wanderung mit ein paar steinigen An- und Abstiegen, die Trittsicherheit erfordern

Ich war schon einige Male auf der Rax und habe noch immer eine Liste von Aufstiegswegen, die ich gern mal ausprobieren würde. Gestern entschied ich mich aber aufgrund der anhaltenden Hitze für eine Wanderung auf dem Raxplateau von der Bergstation der Seilbahn aus. Da ich die NÖ-Card für eine Saison verlängert habe und dort einmal die Rax-Seilbahn inkludiert ist, nutze ich diese entsprechend auch gern einmal im Jahr. Die Seilbahn feiert übrigens dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen; sie war mit Inbetriebnahme im Juni 1926 die erste Personen-Seilschwebebahn Österreichs.

Bei prognostizierten 17 Grad auf der Rax war es kein Wunder, dass ich nicht die einzige war, die an diesem Wochenende der anhaltenden Hitzewelle in Wien entfliehen wollte. Der Bus 341, der vom Bahnhof zur Talstation der Seilbahn fährt, war dementsprechend komplett überfüllt. In der Seilbahn hatte ich vorab einen Platz reserviert, was an Sommerwochenenden auch anzuraten ist, auch wenn sie dann im dichten 8-Minuten-Takt unterwegs ist.

Als ich beim Raxalm Berggasthof auf 1546 Metern ankam, wurde ich gleich von einer wohltuend kühlen Luft begrüßt.

Die anhaltende Trockenheit hat leider auch die Rax im Griff, aber anders als im Tal gibt es hier trotzdem noch saftiges Grün und Blumen.

Auf dem ersten Stück des Weges war noch einiges los, aber die meisten bogen zum Ottohaus ab, während ich Richtung Höllentalaussicht weiterging. Auch diese ließ ich allerdings links (bzw. rechts) liegen und war nun auf dem Weg zur Wolfgang-Dirnbacher-Hütte ganz einsam unterwegs. Die Hütte, die ich nach etwa vier Kilometern erreichte, ist eine Wetterschutzhütte, die das ganze Jahr geöffnet ist.

Von hier ging es nun bergauf auf die Lechnermauern. Der Weg führte stetig bergauf und war angenehm zu gehen; an der steilsten Stelle war er sogar versichert. Trotz angenehmen Temperaturen und Wolken kam ich hier ziemlich ins Schwitzen, da die Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch war und sich kein Lüftchen regte.

Bei der Klobensattelwiese teilte sich nun der Weg und man könnte rechts zur Gloggnitzer Hütte gehen, aber ich wandte mich nach links und ging über Wiesen und durch Latschen weiter bergauf.

Schließlich erreichte ich die Scheibwaldhöhe, wo ich tolle Blicke auf die Bergwelt ringsum und die tiefhängenden Wolken hatte. Ich legte hier eine Pause ein und packte meine Malsachen aus. Da ich von einer lieben Kollegin ein Mini-Skizzenbuch geschenkt bekommen habe, musste ich das natürlich ausprobieren. Das Papier ist nicht so gut geeignet für Aquarellfarben, aber das Format ist toll für unterwegs.

Noch immer war hier kaum ein Mensch unterwegs. Das war auch bei früheren Wanderungen über die Scheibwaldhöhe so gewesen, was ich gar nicht verstehen kann, da ich das hier für eines der schönsten Fleckchen der Rax halte. Aber so konnte ich die Ruhe hier genießen, auch wenn ich mich dann bald wieder auf den Weg machen musste, da es mir hier oben, wo nun ein nahezu eisiger Wind wehte, zu kalt wurde. Ich ging weiter zum Dreimarkstein und zum Trinksteinsattel und hatte bereits sehr schöne Blicke auf mein weiteres Ziel, die Preiner Wand.

Auf einem steinigen Pfad ging es hinunter zur Neuen Seehütte, wo es mit der Ruhe nun endgültig vorbei war.

Nach einer kleinen Kaffeepause setzte ich meine Wanderung auf dem Kammweg fort, der zunächst steil und steinig bergauf zum Gipfelkreuz auf der Preiner Wand führte.

Auf dem Kammweg ging es nun in einem stetigen Bergauf und Bergab Richtung Ottohaus. Ich bin den Weg hier schon einige Male gegangen, finde ihn aber immer wieder schön mit seinen spektakulären Ausblicken. Auch wenn hier einiges los war, verlief es sich ganz gut und der Weg fühlte sich daher nicht zu voll an.

Nach den felsigen Wegen ging es schließlich wieder durch große Latschenfelder, bis ich nach 13 Kilometern das Benesch-Denkmal gleich hinter dem Ottohaus erreichte.

Beim Ottohaus machte ich zwar keine Pause mehr, füllte aber zumindest nochmal meine Wasserflasche, da es hier – anders aus bei der Neuen Seehütte – Trinkwasser gibt. Von hier waren es jetzt nur noch knapp zwei Kilometer, ehe ich wieder bei der Seilbahnstation ankam.

Fazit: Eine wunderschöne Wanderung und eine willkommene Pause von der Hitze. Da die Rax so weitläufig ist, kann man hier immer wieder auch neue Wege entdecken.

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