Wege in Österreich

Burg Hochosterwitz

Rundwanderung zur und um die Burg
11,8 km 309 hm 309 hm
Start und Ziel: Bahnhof Launsdorf-Hochosterwitz
Anreise: Interregio von Klagenfurt
Schwierigkeit: einfache Wege mit einem knackigen Anstieg und Abstieg zur bzw. von der Burg

Nach dem Wochenendausflug nach Vorarlberg habe ich ein weiteres Ziel in Österreich in Angriff genommen, das schon sehr lange auf meiner Liste steht. Letzten Samstag habe ich mit meiner Freundin Astrid einen Tagesausflug zur Burg Hochosterwitz in Kärnten gemacht. In der Früh ging es mit dem Railjet von Wien nach Klagenfurt und von dort weiter mit dem Interregio. Vom Bahnhof Launsdorf-Hochosterwitz sind es zwei Kilometer bis zum Fuß der Burg. Auf dem Weg dorthin hat man bereits tolle Blicke auf die Burganlage.

Wie man auf den Fotos wohl unschwer sieht, handelt es sich um eine ziemlich imposante und einzigartige Anlage. Eine erste Burg wurde hier bereits im Mittelalter gebaut, die durch mehrere Hände ging und schließlich 1541 an Georg von Khevenhüller verpfändet wurde. Seither ist sie ununterbrochen im Besitz der Familie Khevenhüller. In seiner Zeit als Landeshauptmann Kärntens ließ Gerog von Khevenhüller die Burg von 1570 bis 1583 zu ihrer heutigen Gestalt ausbauen. Dabei entstand auch die Befestigungsanlage mit den 14 Toren, als Verteidigung gegen die Türken. Hochosterwitz wurde nie eingenommen und auch nie ernsthaft belagert, was wenig überrascht, wenn man die Tore betrachtet, die in mehreren Windungen durch das felsige Terrain bergauf führen. So richtig kann man die Verteidigungsanlage aber erst erfassen, wenn man selbst durch die 14 Tore schreitet und dabei die Beschreibungen liest, die uns fast wie ein Lehrbuch für Wehranlagen vorkamen. Die Tore waren teils ganz unterschiedlich ausgestattet und hätten im Falle einer Eroberung erst einmal eines nach dem anderen eingenommen werden müssen.

Es gibt übrigens auch einen Schrägaufzug, der hinauf zur Burg führt, und das mag verlockend erscheinen, wenn man von unten zum steilen Berg hinaufblickt. Aber ich würde dringend empfehlen zu Fuß hinaufzugehen, da man nur dann einen schönen Eindruck von der Anlage als Gesamtes bekommt. Da es mit den Toren so viel zu schauen und zu lesen gibt, merkt man kaum, dass man dabei einige Höhenmeter zurücklegt.

Etwas unterhalb der Burg befindet sich die Burgkirche, die vom 13. Tor aus über einen kleinen Pfad erreicht werden kann. Man kann sie nicht betreten, aber durch einen Blick hinein und auf den barocken Hochaltar werfen.

Schließlich erreichten wir die Kernburg, die gar nicht so leicht fotografisch einzufangen ist, da man nur von unten einen umfassenderen Blick darauf hat. Es gibt in den Räumlichkeiten der Burg ein kleines Museum mit Dokumenten und Gemälden zur Geschichte der Adelsfamilie Khevenhüller sowie historischen Rüstungen und Waffen.

Von oben hat man auch einen schönen Blick auf die Umgebung ringsum.

Nach Besichtigung der Burg und des Museums sowie einer kleinen Mittagspause mit Eis machten wir uns schließlich wieder auf den Weg nach unten. Alles in allem hatten wir mit dem An- und Abstieg sowie der Burgbesichtigung an die drei Stunden gebraucht. Man sollte also unbedingt genug Zeit einplanen.

Da wir recht früh am Morgen losgefahren waren und noch ausreichend Zeit bis zur Rückfahrt hatten, machten wir noch einen Rundweg um die Burg. Wir gingen in einem kleinen Bogen Richtung St. Sebastian, zuerst an Weingärten entlang, später auf der Straße und hatten dabei noch einmal tolle Blicke auf die Burganlage von der anderen Seite.

Wir folgten großteils dem Rundwanderweg 4, der auf der Straße durch Maigern führen würde. Da es in der Sonne ziemlich warm war, schlugen wir einen Bogen nach Osten, der uns durch den Wald und über Feldwege führte und zumindest meistens im Schatten lag.

Kurz vor der Kirche St. Martin trafen wir wieder mit dem Wanderweg 4 zusammen und folgten diesem nun durch eine schöne Allee zurück nach Launsdorf.

In Klagenfurt konnten wir den schönen Ausflug noch bei einem Getränk und einem kleinen Abendessen beim Lindwurmbrunnen ausklingen lassen, ehe wir schließlich wieder in den Zug zurück nach Wien stiegen.

Fazit: Ein sehr lohnenswerter Tagesausflug! Die Burg Hochosterwitz ist wirklich sehr beeindruckend und einzigartig. Und die Rundwanderung war nicht nur an sich schön, sondern bescherte uns auch tolle Blicke auf die Burganlage von allen Seiten.

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