Sebaldusweg 4: Großraming – Losenstein
Die Fakten
15,5 km 615 hm 633 hm
Start: Großraming
Ziel: Losenstein
An-/Abreise: R 58 von Amstetten nach Kastenreith, von dort mit dem REX 1 nach Goßraming; die gleiche Verbindung zurück
Schwierigkeit: viel Auf und Ab; Mischung aus schmalen Pfaden und Forststraßen
Auch wenn es sich ein bisschen wie „Aufgeben“ anfühlte, dass ich dazwischen nach Hause gefahren war, war ich doch froh über die Nacht im heimischen Bett und auch darüber, dass ich für die letzte Etappe nun mit leichtem Gepäck unterwegs war. Der Nachteil war, dass es nun schon mitten am Vormittag war, als ich mich vom Bahnhof Großraming auf den Weg machte und es bereits unglaublich heiß war. Es ging zunächst in der Sonne auf der Straße entlang durch Großraming und über den Neustiftbach, ehe der Sebaldusweg bergauf in den Wald abzweigte. Schattige und sonnige Abschnitte wechselten sich nun ab und ich kam bald ins Schwitzen.


Als der Rastplatz „3 Orte Blick“ angeschrieben war, hoffte ich auf ein schattiges Plätzchen, aber dem war leider nicht so. Da der Rastplatz direkt unter einer Hochspannungsleitung ist, war aber ohnehin die Aussicht etwas beeinträchtigt.



Schließlich hatte ich die ersten recht intensiven 300 Höhenmeter geschafft und fragte mich, wie um alles in der Welt ich im Hochsommer wandern soll, wenn ich im Mai schon fast zerfließe. Nun war aber zum Glück erst mal schattiger Wald angesagt und es ging auf einem schönen Pfad rauf und runter.


Dazwischen lichteten sich die Bäume immer wieder einmal, aber da hier oben nun ein angenehmes Lüftchen wehte, war es jetzt sogar in der Sonne erträglich und ich konnte mich über die schönen Ausblicke freuen – unter anderem auf die Wolkenmauer.




Nachdem es eine Weile über eine Forstraße gegangen war, erreichte ich die Nösteltaler Kapelle, wo ich meine Mittagspause machte. Die schönen Bänke im Schatten vor der Kapelle sind auf dem Foto leider nicht drauf, da es mir nicht möglich war sie zu fotografieren, ohne fremde Menschen mit aufs Bild zu bekommen. Denn während ich bisher nicht einer Menschenseeele beim Aufstieg begegnet war, wurde es hier auf einmal richtig voll. Wanderer, Radfahrer und schließlich auch zwei Einheimische, die mit dem Auto herkamen und mir erzählten, dass ein Bekannter von ihnen an der Renovierung der Kapelle mitgewirkt hatte.



Nach der Pause ging es nun sanft bergab – zunächst weiter auf der Forstraße, dann auf einem recht steinigen Pfad durch den Wald.


Nach insgesamt 10 Kilometern, kurz nachdem der Pfad sich wieder mit der Forstraße vereint hatte, kam ich beim „Sebaldusbrunnen“ mit einer großen Auswahl an gekühlten Getränken gegen eine freie Spende vorbei. Ich war zwar noch gut mit Wasser versorgt, aber angesichts der hohen Temperaturen und der langen Zugfahrt zurück nahm ich mir doch einen Apfelsaft gespritzt mit. Zuhause trinke ich eigentlich nie Apfelsaft (oder andere Säfte), aber beim Wandern ist das mein Go-To-Getränk.


Über das kühle Getränk war ich bald auch schon froh, denn der Weg verlief nun immer öfter wieder in der Sonne und weiter unten war es leider auch mit dem angenehmen Wind vorbei.


Die letzten zwei Kilometer bis Losenstein ging es schließlich hauptsächlich durch Siedlungen, ehe beim Gasthaus Maxrieger ein Pfad zur Burgruine Losenstein abzweigt. Der Sebaldusweg führt unterhalb der Ruine vorbei, aber ein Abstecher lohnt sich und nimmt auch nicht sehr viel Zeit in Anspruch, da der Weg hinauf nicht mal fünf Minuten dauert. Die Burg Losenstein wurde im 12. Jahrhundert erbaut und sicherte die wichtige Handelsroute entlang der Enns. Nachdem sie im 15. Jahrhundert verlassen wurde, verfiel sie zur Ruine, ehe das Land Oberösterreich sie 1905 kaufte und sich um ihre Erhaltung bemühte. Heute zählt sie zu den bedeutendsten und besterhaltenen Burgruinen Oberösterreichs.





Von der Burg war es schließlich nur noch ein Kilometer zurück zum Bahnhof, wo ich vor vier Tagen gestartet war.
Fazit: Eine sehr schöne Etappe mit abwechslungsreichen Wegen und tollen Ausblicken. Die Burg Losenstein war ein schöner Abschluss meiner Wanderung, auch wenn der Weg „offiziell“ in Großraming beginnt und endet.
Zum Sebaldusweg im Gesamten kann ich nur sagen, dass ich das Projekt für sehr gelungen halte. Der Weg ist gut ausgeschildert und hat eine schöne Wegführung und ich finde es toll, dass er in der Gegend bereits nach wenigen Jahren so fix verankert ist. Fast alle Einheimischen kennen den Weg, zeigen Interesse an den Wanderern und erzählten mir oft, dass sie ihn selbst auch schon gewandert sind (oder zumindest Teile davon). Dass man den ganzen Weg mit Übernachtungen auf Campingplätzen abdecken kann, ist in Österreich, wo Zeltplätze entlang von Wanderwegen eher Mangelware sind, eine tolle Sache. Aber natürlich gibt es auch genug Übernachtungsmöglichkeiten mit mehr Komfort sowie die Möglichkeit das ganze als Pauschale zu buchen und den Shuttledienst zu nutzen. Mehr dazu hier.