Wege in Österreich

Sebaldusweg 3: Breitenau – Großraming

Die Fakten
22,2 km 475 hm 639 hm
Start: Breitenau/Sebaldus Camping
Ziel: Großraming
An-/Abreise: REX 1 von Großraming nach Kastenreith, von dort mit dem R 58 nach Amstetten
Schwierigkeit: Nach anfänglichen Höhenmetern ab Weyer hauptsächlich flach auf dem Fahrradweg

Nach den hochsommerlichen Temperaturen tagsüber wurde es in der Nacht erneut sehr kalt. Ich wachte zwar früh auf, wollte aber meinen warmen Schlafsack noch länger nicht verlassen. Schließlich kochte ich aber Tee zum Frühstück und rührte meinen Porridge an und währenddessen tauchte die Sonne auch über dem Hügel auf.

Als ich um kurz vor 8 Uhr losging, wurde es bereits wieder sehr warm. Für mich ging es nun erst einmal ein ganzes Stück auf der Straße zurück. Leider liegt der Campingplatz etwas abseits vom Sebaldusweges und unterhalb vom Heiligenstein. Ich hatte überlegt, ob ich den Umweg dorthin überhaupt noch machen wollte, aber ich wollte dann doch nicht die Sebalduskirche auf dem entsprechenden Pilgerweg auslassen.

Nach knapp zwei Kilometern auf der Straße zurück auf dem Weg, den ich am Vortag gekommen war, zweigte schließlich der Wanderweg zum Heiligenstein ab und es ging nun erst einmal 300 Höhenmeter bergauf.

Dieser Anstieg zog sich ganz schön, aber dann erreichte ich endlich die Sebalduskirche. Hier wurde bereits 1413, noch vor der Heiligsprechung von St. Sebald, eine Kapelle errichtet, die ein beliebtes Wallfahrtsziel wurde. Der Ausbau zur heutigen Kirche erfolgte im 18. Jahrhundert. Es handelt sich um die einzige Sebalduskirche in Österreich.

In den Sommermonaten hat hier am Wochenende auch eine Jausenstation geöffnet. Ich war der erste Gast an diesem Tag und die freiwilligen Helfer und Helferinnen von den Naturfreunden waren gleich sehr interessiert an meiner Tour. Wenn man mit Zelt und als Frau alleine unterwegs ist, führt das immer zu sehr viel Gesprächsstoff in Österreich (in Skandinavien hingegen habe ich diesbezüglich noch nie Erstaunen erlebt). Ich trank einen Kaffee und genoss noch die Aussicht vom Heiligenstein.

In recht sanfter Steigung und bei weiteren schönen Ausblicken ging es nun bergab nach Weyer, wo ich beim Rathaus einen weiteren Stempel vorfand.

In Weyer machte ich Mittagspause bei einem Heurigen und dachte über meine weiteren Planungen nach. Eigentlich hätte ich die letzte Nacht am Campingplatz in Großraming verbringen wollen, aber da ich dort eine Zugverbindung nach Wien hatte, überlegte ich nun, ob ich nicht besser im heimischen Bett schlafen sollte. Die starken Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht fand ich ziemlich anstrengend und da für den nächsten Tag über 30 Grad angesagt waren, wollte ich die nächste Etappe auch lieber mit leichtem Gepäck wandern. Als ich dann noch erfuhr, dass es am Campingplatz in Großraming schon ziemlich voll war und ich nur noch einen Platz gleich bei der Straße bekommen könnte, bestätigte mich das in meiner Entscheidung.

Etwa einen Kilometer nach Weyer erreichte ich die Katzensteiner Mühle, eine betriebsfähige Mühle von 1820.

Ab jetzt ging es am Radweg an der Enns und an der Bahn entlang. Ein Kästchen mit Sebaldussymbol offenbarte leider nur Schnaps – den brauchte ich jetzt nicht gerade bei der Hitze (und auch sonst nicht beim Wandern ;-)).

Zum Glück gab es immer wieder längere Abschnitte im Schatten, sonst wäre ich hier wohl weichgekocht worden. Der Weg war ein bisschen eintönig, aber dafür gemütlich zu gehen ohne Steigungen. Kurz vor Großraming machte ich noch einen Abstecher zur Hängeseilbrücke, die mit 115 Metern eine der längsten in Österreich ist. Da sie beim Betreten stark in Bewegung geriet, war ich ganz froh, dass ich die Enns hier nicht überqueren musste und machte daher nur wenige Schritte auf der Brücke.

Nach diesem Abstecher ging es wieder zurück zum Radweg und nun in der prallen Sonne den letzten Kilometer bis zum Bahnhof.

Fazit: Diese Etappe war zwar weniger anstrengend, aber auch etwas langweiliger als die beiden zuvor. Der Anstieg zum Heiligenstein und zur Sebalduskirche hatte sich auf alle Fälle gelohnt, zumal der Weg von dort nach Weyer auch der schönste Abschnitt an diesem Tag war.

One Comment

  • Moni

    Dieser Sebaldusweg scheint sehr schön zu sein! Traumhafte Landschaft wieder einmal! Ist es ein großes Problem,ein feuchtes Zelt rumzutragen und abends wieder nutzen zu wollen, oder trocknet bzw dampft es durch die Hitze tagsüber eh genug aus? Finde es schön,dass die Menschen neugierig sind und dir Respekt zollen (würd ich dir von den Kühen auch wünschen), eine Mehrtageswanderin wie du kommt wirklich noch nicht oft vor hierzulande!

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