Wege in Österreich

Voralpenweg 11: Ternberg – Molln

Die Fakten
21,1 km 1.124 hm 1.017 hm
Start: Ternberg
Ziel: Molln
An- und Abreise: REX 1 von Linz nach Ternberg (von Wien kommend steigt man am besten in St. Valentin oder Kastenreith in den REX 1 zu); Bus 433 von Molln zum Bahnhof Steyr
Schwierigkeit: anstrengende Tour aufgrund der vielen Höhenmeter, aber meistens einfache Wege, nur stellenweise beim Abstieg Trittsicherheit erforderlich

Nun bin ich nicht nur mit meinen Wanderungen wieder auf dem aktuellen Stand, sondern habe nach über einem Jahr auch endlich den Voralpenweg fortgesetzt. Im Februar 2025 habe ich ihn nach einer ganz fantastischen Winteretappe in Ternberg verlassen und seither hat sich die nächste Etappe nie so recht ergeben. Da die Entfernungen von Wien nun immer größer werden, wird die Planung auch immer schwieriger und ich denke, dass das nun auch die letzte Etappe war, die mit einer An- und Abreise am selben Tag machbar war.

Wie schon bei meinen anderen Wanderungen im April startete ich bei traumhaftem Wetter und wunderbarer Blütenpracht. Vor allem Birnbäume und Löwenzahn kamen mir den ganzen Tag immer wieder unter.

Kurz nach Ternberg war es ziemlich unklar, ob der Weg nun über einige Pferdekoppeln oder daneben entlanggeht. Ich wählte den Weg neben der Koppel, der sich dann aber schnell im Gras verlor. Immer am Zaun entlang ging ich also weiter, bis ich schließlich auf einer Forstraße wieder mit dem Weg zusammenstieß. Wie mir eine Markierung hier am Gatter zeigte, hätte ich wohl doch über die Koppeln gehen sollen.

Im Wald gab es aber nun keine weiteren Unklarheiten mehr und ich ging stetig bergauf; immer den Markierungen Richtung Herndleck und Grünburger Hütte folgend.

Nach etwa drei Kilometern ging es vom Wald auf Almwiesen, die jetzt noch leer waren. Der Aufstieg zog sich jetzt ziemlich, aber dafür wurde mit zunehmender Höhe auch die Aussicht immer schöner.

Als ich auf dem Herndleck auf etwa 1.025 m Höhe ankam, hatte ich die ersten 700 Höhenmeter der Etappe geschafft und benötigte dringend eine Pause. Ich genoss also bei schönem Ausblick einen Teil meiner Mittagsjause. Auf dem Herndleck gibt es einen Startplatz für Paragleiter und die Überreste eines Skiliftes, da hier bis 1992 internationale Skirennen stattfanden.

Als ich mich wieder auf den Weg machte, ging es erst einmal flach und entsprechend gemütlicher weiter. Auf dieser Höhe war die Vegetation fast noch winterlich und tatsächlich war es hier auch recht kühl.

Bald ging es wieder aus dem Wald hinaus und über weitere Almwiesen. Erstmals war nun auch ganz konkret der Voralpenweg angeschrieben. Mit dem Salzsteigweg und dem Salzburger Mariazellerweg verlaufen hier noch zwei weitere Weitwanderwege. Auf einer Hügelkuppe erreichte ich den höchsten Punkt des Tages mit etwa 1.150 m und hatte schöne Blicke Richtung Totes Gebirge.

Nach knapp 10 Kilometern tauchte vor mir die Grünburger Hütte auf. Diese ist erst ab Mai bewirtschaftet und war entsprechend zu, aber auf den Bänken auf der Terrasse machten trotzdem einige Wanderer Pause. Ich schloss mich ihnen an und aß zunächst den Rest meiner Mittagsjause, ehe ich meine Malsachen auspackte. Da ich noch einige Kilometer vor mir hatte, stellte ich das Bild aber erst zuhause fertig.

An der Brettmaisalm vorbei ging es nun bergab; teils auf Forststraßen, teils auf kleinen Pfaden durch den Wald, in dem teilweise Unmengen von Bärlauch wuchsen.

Eine gute Stunde ging es bergab in den Dorngraben, wo der Weg nun erst mal auf der Straße verlief. Auf einem sehr unscheinbaren Pfad bog ich schließlich rechts ab, um zur Steyrschlucht und zur Rinnenden Mauer zu kommen. Die originale Wegführung des Voralpenweges führt leider daran vorbei. Ich hatte zuerst schöne Blicke hinunter zur Steyr, ehe schließlich ein verwurzelter Pfad hinunter zum Fluss führte.

Bald erreichte ich die „Rinnende Mauer“, eine Quelle, die auf einer überhängenden Wand auf einer Länge von etwa 50 Metern in Form von Sprühregen austritt. Ein faszinierendes Naturdenkmal, auch wenn es jetzt bei dem trockenen Wetter eher tröpfelte als rann.

Fotografisch ist das nur sehr schwer einzufangen, daher gibt es hier noch ein kurzes Video:

Von der Rinnenden Mauer ging es wieder hinauf zum Schluchtweg, der immer wieder schöne Blicke in die Tiefe zu bieten hatte. Leider nahm ich dann einen falschen Weg – ich folgte dem Schild Richtung „Schluchtblick“ und „Molln“, hätte aber stattdessen wieder hinunter zum Fluss gehen müssen. So sah ich dann nämlich die Brücke, die ich eigentlich überqueren wollte, nur von hoch oben.

Somit musste ich nun ein wenig umplanen, um auf einer anderen Brücke die Krumme Steyrling zu überqueren und so nach Molln zu kommen. Da ich für meinen Bus schon recht knapp dran war, war das etwas ungünstig. Ich hatte nämlich eigentlich für die lange Rückfahrt noch ein Abendessen beim Supermarkt einkaufen wollen, der auf meiner ursprünglich geplanten Route lag. Durch die Änderung des Weges hatte ich dafür keine Zeit mehr, kam aber glücklicherweise in Molln bei der Kirche noch bei einem Snackautomaten vorbei, wo ich mich zumindest ein wenig verpflegen konnte. Der Dorfladen gleich bei der Bushaltestelle war leider auf der Karte nicht verzeichnet, sonst wäre der die bessere Alternative gewesen.

Fazit: Trotz Planänderung und etwas Stress am Ende eine sehr schöne Etappe. Die erste Hälfte hatte es mit den Höhenmetern ganz schön in sich, aber die tollen Ausblicke entschädigten wie so oft für die Anstrengung. Und den Abstecher zur Rinnenden Mauer sollte man sich keineswegs entgehen lassen!

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