Wege in Österreich

Voralpenweg 12: Molln – Steyrling

Die Fakten
21,7 km 478 hm 399 hm
Start: Molln
Ziel: Steyrling
An- und Abreise: Bus 433 von Steyr oder Kirchdorf/Krems nach Molln; Bus 430 von Steyrling nach Kirchdorf/Krems (fährt nur unter der Woche)
Schwierigkeit: einfache Etappe mit recht hohem Asphaltanteil

Letztes Wochenende habe ich den Voralpenweg fortgesetzt und dieses Mal sogar gleich zwei Etappen in Folge, da ich in Steyrling übernachtet habe. Mittlerweile wird die An- und Abreise zu lange, um sie gut an einem Tag zu schaffen und noch dazu gibt es in Steyrling am Wochenende keine Busverbindungen.

Am späten Vormittag wanderte ich also am Samstag in Molln los und ging erst mal einige Kilometer an einer kleinen Straße entlang. Schon früh erhaschte ich erste Blicke auf die Wallfahrtskirche Frauenstein, die auch auf meinem Weg lag.

Nach knapp sechs Kilometern zweigte ich in Göritz rechts ab und machte einen Abstecher zum Kraftwerk Steyrdurchbruch. Die Jugendstilanlage von 1908 ist noch weitgehend in ihrer originalen Architektur erhalten und auf jeden Fall einen Besuch wert. Um von oben einen guten Blick auf die gesamte Anlage zu bekommen, stieg ich auf einem kleinen Pfad zur Steyrtalstraße hinauf.

Zurück beim Kraftwerk machte ich auf einer schon etwas verfallenen Bank Mittagspause. Ich saß noch nicht lange, als es auf einmal zu regnen begann. Zwar nicht stark, aber trotzdem beeilte ich mich mit meinem Jausenbrot und machte mich dann rasch wieder auf den Weg. Gut eineinhalb Kilometer und etwas auf und ab muss man einrechnen, wenn man den Abstecher zum Kraftwerk macht. Ich finde es schade, dass im Büchlein des Alpenvereins zum Voralpenweg gar nicht darauf hingewiesen wird. Zum Glück bin ich vor kurzem eher zufällig darauf aufmerksam geworden.

Zurück auf dem Originalweg folgte ich weiter einen kleinen Straße Richtung Frauenstein. Laut meiner Karte sollte ein Fußweg recht direkt über Wiesen zu Kirche führen, allerdings war dieser aufgrund abgezäunter Weideflächen nicht mehr zugänglich. Dafür zweigte ein Stück später ein Pfad nach links in den Wald ab, der mit den grünen Dreiecken des Benediktweges markiert ist. Dieser Pilgerweg führte ursprünglich von Spital am Pyhrn nach St. Paul im Lavanttal, soll aber künftig von Montecassino (Italien), dem Mutterkloster des Benediktinerordens, bis nach Pluscarden (Schottland), dem nördlichsten europäischen Benediktinerkloster führen. Anders als der Voralpenweg, der auf diesem Abschnitt nur spärlich angeschrieben ist, ist der Benediktweg recht engagiert markiert und so begegneten mir die Tafeln an diesem Tag immer wieder.

Nach kurzem Anstieg erreichte ich die spätgotische Kirche, die vor allem für ihre Schutzmantelmadonna aus dem frühen 16. Jahrhundert bekannt ist.

Die nächsten etwa drei Kilometer bis Klaus an der Pyhrnbahn ging es nun durch den Wald und über einen zu dem Zeitpunkt völlig ausgetrockneten Bach.

Kurz vor dem Kraftwerk Klaus überquerte ich die Steyr. Der Voralpenweg führt über das Kraftwerk, aber ich wollte gern über den kleinen „Wasserfallpfad“ gehen, der am anderen Ufer bergauf zur Straße führt. Und diese Wegvariante lohnte sich, da die beiden Wasserfälle zwar nicht spektakulär, aber doch sehr malerisch sind.

Beim Kraftwerk stieß ich auf die Straße und auch wieder auf die originale Wegführung.

Nun ging es erst einmal eine Weile am Steyrtalradweg entlang – vorbei am Schloss Klaus und mit schönen Ausblicken. Der Radweg verläuft teilweise direkt neben der recht stark befahrenen Pyhrnpass-Straße und teilweise abseits davon in völliger Ruhe.

Etwa zwei Kilometer nach Klaus kam ich zu einem unglaublich idyllischen Rastplatz, an dem ich natürlich nicht einfach vorbeiwandern konnte.

Einsetzender Regen beendete schließlich meine lauschige Zeit am Flussufer – irgendwie hatte ich an dem Tag trotz schöner Rastplätze ein bisschen Pech mit meinen Pausen. Bald danach zweigte der Wanderweg links auf den Fischersteig ab, der sich am Ufer der Steyr entlangschlängelt. Man könnte auch auf dem Radweg bleiben und damit die Strecke etwas abkürzen. Der Fischersteig ist aber auf alle Fälle die schönere und interessantere Variante – erfordert allerdings etwas Trittsicherheit.

Unter der Eisenbahnbrücke führte eine kleine Treppe hinunter direkt zum Wasser und kurz darauf eine Treppe wieder hinauf zur Straße. Beide machten teilweise schon einen etwas wackligen Eindruck.

Auf der Straße ging es jetzt Richtung Steyrling. Kurz vor meiner Ankunft machte ich noch einen kleinen Umweg, da ich einem Fußweg folgte und hier fälschlicherweise den Schildern, die mit „4“ markiert waren. Ich dachte, dass diese den Voralpenweg bezeichnen, der aber sonst eigentlich üblicherweise als „04“ angeschrieben ist. Hier handelte es sich dagegen um eine regionale Wanderroute. Ein kleines Stück den Pastorensteig hinauf erkannte ich meinen Irrtum und ging wieder zurück zur Straße. Etwa eine halbe Stunde später erreichte ich schließlich Steyrling.

Ich checkte in meiner Unterkunft, dem Gasthof Kaiserin Elisabeth, ein und konnte mein Abendessen draußen genießen, da der Regen mittlerweile wieder aufgehört hatte. Allerdings wurde es nun doch recht kühl und so zog ich mich bald in mein Zimmer zurück, wo ich den Abend mit Malen und Lesen verbrachte.

Fazit: Eine etwas asphaltlastige, aber trotzdem sehr abwechslungsreiche und dementsprechend kurzweilige Etappe. Die Abstecher zum Kraftwerk Steyrdurchbruch und zum Wasserfallweg kann ich sehr empfehlen.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert