Wiener Wege

Wien: Stadtwanderweg 2

Die Fakten
11 km 369 hm 369 hm
Start und Ziel: Sievering
An- und Abreise: Buslinie 39A
Schwierigkeit: Stadtspaziergang mit moderaten Steigungen

Den Wiener Stadtwanderweg 2 bin ich bereits zweimal im Sommer gegangen und zwar in den Jahren 2009 und 2020. Nun wollte ich ihn gern einmal im Herbst wandern und habe mich letzten Sonntag am Nachmittag auf den Weg gemacht.

Der Weg startet in Sievering, im Nordwesten von Wien, und führt zunächst durch Weinberge und Wälder bergauf. Angesichts des schönen Herbstwetters war es kein Wunder, dass außer mir auch noch einige andere unterwegs waren, allerdings bogen die meisten davon bei den ersten Heurigen ab.

Obwohl der Weg so idyllisch durch Wälder führt, verläuft er teilweise recht nah zur Höhenstraße, bei der immer reichlich Verkehr ist. Aber zum Glück entfernt er sich beim Sieveringer Sattel weiter von der Straße und so war es ab hier wieder angenehm ruhig. In einer letzten Steigung ging es bergauf bis zum Hermannskogel, dem höchsten Punkt von Wien mit 544 Meter.

Auf dem Hermannskogel befindet sich die recht skurril anmutende Habsburgwarte. Die Warte wurde 1888 zum Anlass des 40-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph I im Stil eines mittelalterlichen Wehrturms errichtet. Auf der Aussichtsplattform befindet sich seit 1892 der Fundamentalpunkt der österreichischen Landesvermessung. Das heißt, dass er als zentraler Ausgangspunkt für das Triangulierungsnetz der gesamten damaligen österreichisch-ungarischen Monarchie diente. Inzwischen haben zwar satellitengestützte Systeme weitgehend die klassische Landesvermessung abgelöst, aber der Punkt ist noch immer in der österreichischen Vermessungsverordnung als Ursprung verankert.

Für die Warte, die mittlerweile unter Denkmalschutz steht, ist beim ÖTK eine kleine Eintrittsgebühr zu bezahlen. Der ältere Herr, der diese kassierte, schickte mir gleich die Warnung mit, dass es an diesem Tag keine gute Fernsicht gab, aber ich zahlte trotzdem den Euro und stieg empor. In der Ferne war es in der Tat sehr diesig und so war von den Bergen nichts zu sehen, aber es gab zumindest einen schönen Blick über den Wienerwald und die Stadt.

Vom Hermannskogel ging es ziemlich steil hinunter zum Gasthaus zum Agnesbrünnl, wo die Stempelstelle für diesen Stadtwanderweg ist. Von dort ging es nun gemütlich flach durch den Wald Richtung Cobenzl.

Beim Cobenzl machte ich einen Abstecher zur Aussichtsplattform. Es gibt zwar keinen freien Blick nach Westen zum Sonnenuntergang, aber ich konnte trotzdem eine schöne Abendstimmung einfangen.

Kurz nach dem Cobenzl kann man noch einen weiteren Abstecher zum Lebensbaumkreis „Am Himmel“ machen. Hier wurden 40 Bäume in zwei konzentrischen Kreisen eingepflanzt, von denen jeder Baum ähnlich den Sternen einer bestimmten Geburtsdekade zugeordnet ist. „Mein“ Baum ist der Feigenbaum. Da es nun schon zu dämmern begann, ließ ich den „Himmel“ diesmal aus, aber ich habe noch ein Foto von einer früheren Wanderung:

Nun war es nicht mehr weit, bis ich wieder in Sievering bei der Endhaltestelle der Buslinie 39A landete.

Fazit: Der Stadtwanderweg 2 ist eine nette Tour zum höchsten Punkt von Wien und bietet ein paar schöne Blicke über Wien und den nördlichen Wienerwald. Gerade mit dem Herbstlaub ist das eine schöne Wanderung, auch wenn ich persönlich den Stadtwanderweg 1a noch besser geeignet finde für eine Wanderung durch die Weinberge (und zu diversen Heurigen).

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