Wege in Europa

Cleveland Way 8: Scarborough – Filey

Die Fakten
20,8 km 473 hm 460 hm
Start: Scarborough
Ziel: Filey
Schwierigkeit: Erneut viel Auf und Ab, aber diesmal mit sanfteren Steigungen und mit weniger Stufen. Daher eine der einfacheren Etappen.

Ich begann heute meinen Tag wieder mit ein bisschen malen im Skizzenbuch, ehe ich mich gemütlich auf den Weg durch die Stadt zur Burgruine machte. Kurz davor kam ich noch zur St. Mary’s Church aus dem 12. Jahrhundert. Nach Umbauten im 17. Jahrhundert und weiteren Renovierungen im 19. Jahrhundert ist heute allerdings vom mittelalterlichen Kern nicht mehr viel erhalten. Da gerade für eine Hochzeit vorbereitet wurde, konnte ich mich nur eingeschränkt umsehen. Wie öfter mal in englischen Kirchen gab es auch hier ein kleines Café integriert.

Bei der Burg von Scarborough handelt es sich um eine mittelalterliche Festung auf einer Landzunge. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert erbaut und diente über Jahrhunderte zur Kontrolle der Küste und des Hafens. Sie wurde im Laufe der Zeit weiter ausgebaut und war während des Englischen Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert Schauplatz heftiger Kämpfe. Heute sind vor allem Ruinen und der große Bergfried erhalten. Man hat von der Burg aus aus einen fantastischen Blick über Scarborough und das Meer. Leider wehte am Vormittag ein so eisiger Wind, dass ich die tollen Blicke über die Nord- und Südbucht nicht so lange genießen konnte.

Als ich mich dann aber auf den Weg hinunter zum Hafen machte, wurde es aber wärmer und sonniger, daher konnte ich mich nun in aller Ruhe umsehen. Scarborough war schon im Mittelalter ein bedeutender Hafen. Im 18. und besonders im 19. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem der berühmtesten englischen Seebäder. Daher findet man hier noch heute viele große viktorianische Hotels, Promenaden und Spas.

Ich kam auch gerade noch rechtzeitig, um ein bisschen etwas vom Morgenkonzert des Scarborough Spa Orchester zu hören.

Auf dem weiteren Weg am Strand entlang hatte ich immer wieder nochmal schöne Blicke zurück auf die Stadt.

Ich fand Scarborough ziemlich faszinierend – diese Mischung aus schon etwas bröckelnder viktorianischer Fassade und modernen Spielcasinos, und über all dem die Burgruine thronend – das ist schon sehr einzigartig.

Als ich Scarborough hinter mir gelassen hatte, ging es wieder hinauf zur Steilküste, aber diesmal auf gemütlicheren Anstiegen. Der Weg führte nun eine Weile oben entlang.

Am frühen Nachmittag machte ich einen Abstecher zum Imbiss „Salty Dog“, der sehr schön direkt am Meer lag, und aß dort ein Sandwich.

Danach ging es wieder hinauf auf die Klippen und bei traumhaften Ausblicken weiter. Das Wetter war jetzt auch sehr schön, wenn auch sehr windig.

Für mehr als einen Kilometer ging es an einem Ferienpark entlang, ehe ich schließlich vor mir schon Filey Brigg sah, die Klippen, die Filey vorgelagert sind.

Von dort hatte ich nicht nur einen tollen Blick auf die Flamborough Klippen im Süden, sondern erreichte auch den Endpunkt des Cleveland Way.

Eine Spaziergängerin mit zwei Hunden machte ein Foto von mir und dabei kamen wir ins Gespräch. Wir gingen dann gemeinsam bis nach Filey hinein und ich verschob die Besichtigung der Stadt sowie einen Abstecher zum Strand auf morgen. Jetzt zog es mich zur Unterkunft, wo ich den Luxus einer Waschmaschine habe. Da kann ich mich „stadtfein“ für York machen. Und für mich stand eine nette Willkommenskarte samt einer kleinen Karaffe Portwein bereit. Ich bin ja sonst keine große Weintrinkerin, aber zur Feier des bewältigen Weitwanderweges passt da heute ja richtig gut!

Fazit: Eine sehr schöne abschließende Etappe. Scarborough fand ich sehr interessant und es war schön nochmal eine ordentliche Portion Meer zu genießen, ehe es morgen nach York geht. Dazu werde ich dann wohl einen Sammelbeitrag am Ende des Urlaubs machen, ehe dann abschließend noch mein übliches Fazit zum Cleveland Way kommt.

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