Cleveland Way 6: Whitby – Boggle Hole
Die Fakten
13,1 km 329 hm 365 hm
Start: Whitby
Ziel: Boggle Hole
Schwierigkeit: kurze Etappe, aber erneut mit vielen kurzen An- und Abstiegen, meist über Stufen
Obwohl die Nacht im Schlafsaal ganz okay war, wurde ich doch sehr früh wach. Aber dadurch konnte ich noch die Abtei im schönen Morgenlicht sehen.

Da sie erst um 10 Uhr öffnet, verbrachte ich bis dahin die Zeit noch mit Lesen und Malen. Da das Hostel wunderschöne Gemeinschaftsbereiche hat, verbrachte ich hier auch gern noch Zeit.





Um 10 Uhr war ich schließlich die erste beim Ticketschalter. 😉 Während es in der Früh noch sonnig gewesen war, zog es sich jetzt immer mehr zusammen. Aber irgendwie passte die etwas düstere Stimmung auch gut zu den Ruinen.
Whitby Abbey wurde bereits 657 als Doppelkloster für Männer und Frauen gegründet. Die erste Äbtissin, St. Hilda, machte das Kloster zu einem berühmten religiösen und kulturellen Zentrum. Nach der Zerstörung durch Wikinger und dem gotischen Wiederaufbau wurde das Benediktinerkloster 1539 unter Henry VIII. endgültig aufgelöst.






Ich schaute mich ausgiebig um und begann auch ein paar Skizzen, aber aufgrund der komplexen Architektur bin ich damit noch nicht weit gekommen. Im herrschaftlichen Cholmley House neben der Ruine sah ich mir das Museum mit der Geschichte von Whitby Abbey an. Als Henry VIII. die Klöster auflöste, erwarb die wohlhabende Familie Cholmley die Ruinen und das umliegende Land. Das Hostel ist auch ein Teil des ursprünglichen Herrenhauses.
Da es nach der Besichtigung zu regnen begann und ich an dem Tag nur eine kurze Etappe hatte, besuchte ich auch noch das Captain Cook Memorial Museum. Es befindet sich in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert, wo James Cook seine Lehrjahre in Whitby verbrachte.
Danach war es bereits Mittagszeit und da mein Frühstück heute eher bescheiden gewesen war und das Wetter noch immer nicht zum Wandern verlockte, aß ich noch eine Suppe in einem netten kleinen Café am Fuß der 199 Stufen.
Dann musste ich aber doch in den Regen hinaus und stieg also die Stufen zur Abtei wieder hinauf. Von hier startete ich nun meine nächste Etappe. Hier noch ein Blick zurück zu den Ruinen:

Es ging nun wieder an der Steilküste entlang im Wechsel rauf und runter. Nach ein paar Kilometern hörte der Regen zum Glück auf und dann wurde es sogar noch richtig sonnig.





Nach etwa 10 Kilometern erreichte ich Robin Hood’s Bay, wo auch der Coast to Coast Path nun für das letzte Stück wieder auf den Cleveland Way stieß. Wie beliebt der Coast to Coast ist, sah ich in Robin Hood’s Bay, wo es alle möglichen Souvenirs zum Weg zu kaufen gab. Der kleine Fischerort ist ganz entzückend mit seinen schmalen Gassen und ich schaute mich ausgiebig um.







Obwohl es von hier nicht mehr weit bis zu meinem Ziel war, machte ich noch eine Pause in der Sonne und mit Blick aufs Meer.
Als ich wieder weiterging, hatte ich erneut einige Stufen zu bewältigen. Bei Ebbe könnte man zwar auch am Strand nach Boggle Hole gehen, aber ich hoffte, dass ich von oben noch einen schönen Blick auf Robin Hood’s Bay haben würde. Und meine Hoffnung wurde erfüllt, auch wenn man einen richtig schönen Blick wohl nur vom Meer aus hat.


Auf dem letzten Stück kam ich nicht nur, wie ständig die vergangenen Tage, an Brombeern vorbei, sondern auch an diesen putzigen Gesellen:

Das sind Walliser Schwarznasenschafe, wie ich durch meine spätere Recherche erfuhr.
Steil bergab ging es schließlich zu meinem Ziel Boggle Hole, einer kleinen Bucht. „Boggle“ ist ein lokaler Ausdruck für einen Kobold. Legenden besagen, dass Boggles und Schmuggler einst die örtlichen Meereshöhlen als Versteck nutzten. Eine frühere Wassermühle wurde zu einem Hostel umgebaut, wo ich diesmal ein Zimmer für mich habe. Abgesehen von der sehr schönen Lage in der kleinen Bucht, gefallen mir vor allem die Buchtitel auf den Stufen. 🙂




Fazit: Eine schöne Mischung heute aus Besichtigungen und Wanderung.