Wege in Europa

Cleveland Way 5: Skinningrove – Whitby

Die Fakten
28,5 km 558 hm 516 hm
Start: Skinningrove
Ziel: Whitby
Schwierigkeit: Eine sehr lange Etappe mit vielen kurzen Steigungen, oft über Stufen. Die Wege an sich sind aber einfach.

Heute wurde ich von meiner sehr freundlichen Gastgeberin mit einem guten Frühstück versorgt, ehe ich zu einer langen Etappe aufbrach. Bei Sonnenschein ging es gleich zu Beginn hinauf auf die Klippen.

Als der Anstieg geschafft war, ging es wieder wunderschön an der Steilküste entlang. Auch hier war nun immer wieder Heidekraut, dessen Blüten aber leider großteils vertrocknet waren. Allgemein macht sich die Trockenheit weiterhin stark bemerkbar, aber die Küstenvegetation ist trotzdem sehr schön.

Nach ein paar Kilometer steuerte ich eine Sitzgruppe an, un die Hosenbeine meiner Wanderhose abzuzippen, da es heute so warm war. Dabei sah ich, dass es sich bei der Bank um eine Skulptur handelt. Der „Miner’s Bait Table“ von Katie Ventress wurde 2021 enthüllt und sollte das 50-jährige Bestehen der Boulby-Mine feiern. Ein lebensgroßer Bergmann sitzt hier sn einem detailgetreuen Pausentisch, komplett mit historischer Ausrüstung und einer Karte der unterirdischen Schächte. Ich konnte es mir nicht verkneifen hier ein Selfie zu machen.

Bald darauf erreichte ich Staithes, ein sehr pittoreskes Dorf, das im 19. Jahrhundert einer der größten Fischereihäfen im Nordosten von England war. Die Häuser gruppieren sich sehr schön zwischen den Steilhängen um den Hafen.

Nun ging es natürlich wieder auf die Klippen bergauf, aber dafür hatte ich dann nochmal tolle Blicke auf Staithes. Ich begann dann auch noch ein Bild dieser schönen Ansicht, das ich hoffentlich bald fertigstellen kann.

Auf den nächsten Kilometern war erstaunlich viel los. Aber immerhin ist gerade Wochenende und dazu das herrliche Wetter, also kein Wunder, dass es viele nach draußen zieht.

Nach 14 Kilometern, also genau zur Halbzeit, erreichte ich Runswick Bay, wo ich einen ganz entzückenden kleinen Teegarten aufsuchte.

Nach einer gemütlichen Pause ging ich hinunter zum Strand und von dort auf einem sehr hübschen Pfad mal wieder über Stufen bergauf.

Hier begegnete ich einem Wanderer, der mir erzählte, dass er als Langzeitprojekt an den Wochenenden die Küste bis John o‘ Groats hinaufwandern möchte. Da wünsche ich ihm viel Erfolg!

Für mich ging es weiter bei herrlichen Ausblicken. Ich musste über ein paar Schaf- und eine Kuhweide, aber obwohl Kälber dabei waren, ließen sich die Mutteriere auch hier nicht aus der Ruhe bringen.

Nach etwa 20 Kilometern machte ich noch eine Pause und dann erreichte ich nach einem knackigen Abstieg Sandsend, von wo aus ich auch schon bis Whitby sehen konnte. Hier führt der Cleveland Way nun eine Weile an der Straße entlang, aber ich legte einen Teil davon stattdessen direkt am Strand zurück.

Nachdem ich den Sand aus meinen Schuhen geleert hatte, legte ich das letzte Stück bis Whitby zurück. Der Name der Stadt stammt noch aus der Wikingerzeit. Später wurde Whitby zu einer bedeutenden Hafenstadt und zu einem Zentrum des Schiffbaus. Die berühmte HMS Endeavour, mit der Kapitän James Cook die Welt umsegelte, wurde hier gebaut, und Cook absolvierte hier seine Ausbildung. Am bekanntesten ist Whitby aber wohl für die Ruinen einer alten Abtei, die über der Stadt thronen. Sie inspirierten den Autor Bram Stoker zu „Dracula“. Teile des Romans spielen zudem in Whitby.

Ich ging durch die Straßen der Stadt und hielt Ausschau nach irgendeinem anderen Essen zum Mitnehmen außer Fish&Chips. Schließlich gab ich auf und kaufte mir Chips, die ich auf dem weiteren Weg durch die Stadt aß. Über die „199 Stufen“ erreichte ich St. Mary’s Church und Whitby Abbey, die ich morgen besichtigen möchte.

Meine Unterkunft ist heute nicht sehr luxuriös, ich bin in einem Hostel, aber dafür habe ich vom Schlafraum einen Blick auf die Abtei und vom Garten auf die Stadt. Jetzt hoffe ich nur, dass meine drei Zimmergenossinnen nicht schnarchen. 😉

Fazit: Eine weitere schöne Etappe mit tollen Blicken von und auf die Steilküste. Aber vor allem die Küstenorte hier haben es mir angetan.

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