Wege in Österreich

Voralpenweg 13: Steyrling – Almsee

Die Fakten
23,3 km 510 hm 407 hm
Start: Steyrling
Ziel: Almsee
An- und Abreise: Bus 430 von Kirchdorf/Krems nach Steyrling (fährt nur unter der Woche); Bus 534 vom Almsee (Gasthof Seehaus) zum Bahnhof Grünau im Almtal
Schwierigkeit: einige steile Passagen beim Auf- und Abstieg zum/vom Ringsattel, die Trittsicherheit erfordern; sonst einfache, meist flache Wege

Meine Nacht in Steyrling war etwas durchwachsen. Da abends noch eine lustige Gesellschaft im Gasthaus war und ich meine Ohropax vergessen hatte, konnte ich ziemlich lange nicht einschlafen – bekam dafür aber freundlicherweise eine Ermäßigung auf den Übernachtungspreis. Dass meine Nacht dann noch kürzer wurde, war allerdings meine Schuld. Als ich in der Früh noch sehr schlaftrunken aufwachte, erspähte ich 7:35 am Handydisplay und war daraufhin trotz Müdigkeit schnell aus den Federn. Da hatte ich wohl meinen Wecker im Halbschlaf ausgeschaltet. Da ich Frühstück für 7:45 vereinbart hatte und am Nachmittag einen Bus erreichen musste, konnte ich nun nicht mehr lange herumtrödeln und machte mich flugs fertig. Als ich um kurz vor acht in den Frühstücksraum ging, war allerdings noch alles wie ausgestorben und der Wirt war ganz erschrocken mich hier schon anzutreffen. Es stellte sich heraus, dass ich mich verschaut hatte und es in Wahrheit erst kurz vor sieben Uhr war – da hätte ich ja noch eine Stunde länger schlafen können ….

Da die Kaffeemaschine noch mit dem Reinigungsprogramm beschäftigt war und ich ohne Kaffee keinesfalls losgehen wollte, zog ich mich also nochmal ins Zimmer zurück, packte alles zusammen und frühstückte dann in Ruhe, ehe ich mich auf den Weg machte. Es ging zum gemütlichen Einstieg auf einem kleinen Pfad am Ufer der Steyrling entlang, dabei hatte ich immer wieder schöne Blicke auf die Kremsmauer.

Bei Hörbach bog ich ins Brunnental ab und hatte nun immer wieder schöne Blicke auf das Tote Gebirge. Der Weg selbst verlief einfach nur gerade dahin und bot wenig Abwechlsung, aber mit diesem Panorama vor Augen verging die Zeit wie im Fluge.

Trotz Blüten und grünen Bäumen machte sich die extreme Trockenheit der letzten Wochen stark bemerkbar. Stellenweise wirkte die Vegetation fast herbstlich, da so viele Blätter vertrocknet waren, und die Steyrling war teilweise auch völlig ausgetrocknet.

Nach etwa neun Kilometern war es mit dem gemütlichen Wandern erst einmal vorbei, denn nun ging es straff bergauf zum Ringsattel. In meiner Wanderapp war der Weg an einer Stelle mit der Schwierigkeit T4 verzeichnet, womit wohl der kleine Abstieg über Eisenklammern gemeint ist. Ansonsten war der Weg problemlos zu gehen, auch wenn ich bergauf ordentlich ins Schwitzen kam.

Am „Ring“ angekommen machte ich einen kleinen Abstecher zu einem Aussichtspunkt, wo ich nicht nur einen schönen Blicke auf die Berge, sondern auch auf die beiden Ödseen hatte.

Nun ging es über Serpentinen steinig und stellenweise steil bergab; dabei hatte ich weitere tolle Blicke auf das Tote Gebirge.

Passend zur Mittagszeit erreichte ich das Almtaler Haus, wo einiges los war. Es war Sonntag, Muttertag, traumhaftes Wetter und die Hütte ist auch mit dem Auto zu erreichen. Da ich für diesen zweiten Tag meines Wanderwochenendes keine Mittagsjause dabei hatte, musste ich mich aber auch ins Getümmel begeben. Zum Glück fand ich ein freies Plätzchen und dank guter Organisation hatte ich schon bald darauf einen Salat und einen gespritzten Most vor mir stehen.

Nach der Pause ging es nun wieder gemütlich weiter. Der Weg führte nun auf einer kleinen Straße am Straneggbach entlang.

Der Weg selbst war sehr idyllisch, aber leider waren recht viele Autos unterwegs zum Almtaler Haus und ich musste an engeren Stellen immer mal wieder zur Seite ausweichen. Daher nutzte ich ein Stück vor Habernau eine Abkürzung, die nach links in den Wald führt und als Loipe angeschrieben ist.

Der Voralpenweg folgt weiter der Straße, da das Etappenziel in Habernau endet. Aber solange man nicht dorthin muss für den Bus oder die Übernachtung, würde ich diese Abkürzung empfehlen, die sehr schön und ruhig durch den Wald verläuft.

Nach eineinhalb Kilometern stieß ich wieder auf den Originalweg und hatte erneut ein traumhaftes Panorama vor mir. Diesen Abschnitt hier kannte ich bereits von einer Wanderung mit meiner Mutter vor sechs Jahren. Da wir damals bei strömendem Regen unterwegs gewesen waren, hatten wir allerdings nur wenig Aussicht gehabt. Daher war ich nun ganz überrascht von den grandiosen Blicken.

Schließlich erreichte ich den Almsee, der bei dem schönen Wetter ebenfalls ein tolles Panorama bot.

Der Weg führte am See entlang und hier war nun erneut einiges los. Vermutlich waren viele beim Gasthof Seehaus zum Muttertagsessen gewesen und machten jetzt im Anschluss noch einen Nachmittagsspaziergang.

Nach insgesamt gut 23 Kilometern erreichte ich das Südende des Almsees, wo die Zuflüsse eine sehr schöne kleine Aulandschaft bilden und ich noch einmal einen schönen Blick auf die Berge genießen konnte.

Um 15:36 stieg ich schließlich in den Bus und machte mich auf den Weg zu meiner Familie – nun ebenfalls zum Muttertagsessen.

Fazit: Eine wunderschöne Etappe mit meist gemütlichen Wegen, so dass man das Bergpanorama auch ausgiebig genießen kann. Nur der Ringsattel sorgt zwischendurch für eine kleine Herausforderung, aber auch für eine schöne Abwechslung und das Gefühl, dass man sich nach dem Abstieg beim Almtaler Haus auch wirklich die Pause verdient hat.

2 Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert