Winterwanderung zur Hochscheibenalm
Die Fakten
14,1 km 759 hm 677 hm
Start: Hieflau
Ziel: Gstatterboden
An- und Abreise: Der CJX 5 bzw. R 58 fährt direkt von und nach Wien; schneller geht es aber mit einem Fernverkehrszug bis/von Amstetten.
Schwierigkeit: Viel bergauf und bergab, aber einfache Wege. Im Winter sind je nach Schneelage Grödel oder Schneeschuhe erforderlich.
Gestern hat mich die Hoffnung auf Sonne in den Nationalpark Gesäuse in der Steiermark geführt. Ich war vor einigen Jahren schon einmal für ein Wochenende hier, kenne die Gegend aber ansonsten gar nicht. Nun habe ich festgestellt, dass die Verbindungen von Wien ganz gut sind. Mit dem Regionalzug nach Selzthal, der je nach Abschnitt als CJX5, R 58 bzw. R 1918 bezeichnet wird, geht es sogar ohne Umsteigen. Wenn man bis Amstetten einen Fernverkehrszug nimmt und dann umsteigt, kommt man allerdings deutlich schneller ans Ziel.
Umso weiter westlich ich kam, umso mehr löste sich der hartnäckige Nebel auf und in Hieflau begrüßte mich tatsächlich schon die Sonne. Nach einem kurzen Abstecher in den Ort hinein überquerte ich die Enns und bog links auf den Wanderweg 648 ab, der allerdings nur auf der Karte als solcher bezeichnet ist. Entsprechende Hinweisschilder kamen mir nicht unter; lediglich für die Mountainbikerunde. Solange man sich Richtung Hochscheibenalm hält, ist man aber richtig.




Nach etwa zwei Kilometer war es mit dem sanften Einstieg vorbei und es ging nun stetig bergauf. Der Wanderweg und die Forststraße kreuzen sich hier immer wieder. Der Wanderweg ist etwas steiler, aber deutlich kürzer. Bei den aktuellen Schneeverhältnissen war er allerdings teilweise etwas mühsam zu gehen. Der Schnee war ziemlich fest und teils gefroren und ich rutschte abwechselnd entweder weg oder brach in den Schnee ein. Gegen das Wegrutschen halfen aber zum Glück die Grödel, die ich bald an die Schuhe schnallte. Trotzdem ging ich zwischendurch sozusagen zur Entspannung eine Kehre auf der Straße aus. Weiter oben, als der Schnee weniger wurde, blieb ich dann ganz auf dem Wanderweg.




Es ging die ganze Zeit mit gleichmäßiger Steigung bergauf. Sehr steil war es zwar nicht, aber doch steiler, als die Fotos vermuten lassen. Da ich in letzter Zeit kaum Bergtouren gemacht habe und auch sonst im Winter den Sport etwas vernachlässigt habe, kam ich ordentlich außer Atem. Zum Glück gab es aber immer wieder ein herrliches Panorama zur Ablenkung.



Ich hatte meine Pause eigentlich auf der Hochscheibenalm geplant, aber als ich etwa 500 Meter vorher zu einer Bank in der Sonne und mit herrlichem Panorama kam, nutzte ich gleich die Gelegenheit.


So einen schönen Pausenplatz und eine solche Wärme in der Sonne hatte ich nun schon länger nicht mehr beim Wandern, daher genoss ich mein Mittagsbrot hier umso mehr. Als ich bald darauf zur Hochscheibenalm kam, stellte ich fest, dass es auch hier einen Rastplatz mit tollem Panorama gibt. Während bisher außer auf dem Weg selbst kaum Schnee gewesen war, gab es hier oben nun eine richtig schöne Winterlandschaft.






Die Berge, die ich hier auf der Alm und auf dem weiteren Weg so prominent im Blick hatte, sind der Große und Kleine Buchstein und die St. Gallner Spitze, die alle zur Buchsteingruppe gehören. Etwas weiter in der Ferne sah ich auch den markanten Gipfel des Admonter Reichensteins.

Auf einem breiten Weg ging es nun meistens im Schatten gemütlich bergab zur Kroisn Alm, wo ich noch einmal die Sonne genießen konnte. Die Alm hat von Juni bis September geöffnet; ansonsten gibt es einen Getränkebrunnen zur Selbstbedienung.




Von der Kroisn Alm ging es zunächst für etwa zwei Kilometer noch gemütlich weiter, ehe der Wanderweg auf einen schmalen Pfad abzweigte, der nun etwas steiler und teilweise sehr rutschig bergabführte. Hier wäre ich nun ohne Grödel gänzlich aufgeschmissen gewesen, allerdings könnte man den Weg auch auf der Forstraße umgehen (mit einigem Umweg).


Als ich den Weißenbach querte, musste ich mit den Markierungen etwas aufpassen. Diese führen zunächst links in ein ausgetrocknetes Bachbett und dann gleich wieder rechts. Ich war ziemlich darauf konzentriert, wohin ich die Füße setzte und übersah daher eine Markierung. Nach etwas Suchen landete ich aber schnell wieder auf dem richtigen Weg.


Es ging nun geradewegs zur Hubertuskapelle, von der ich nochmal einen schönen Bergblick hatte und auch schon den Bahnhof von Gstatterboden sehen konnte.


In Gstatterboden ist eines der Besucherzentren des Nationalparks, das allerdings jetzt im Winter geschlossen hat. Daher ging ich gleich weiter zum Bahnhof, wo ich nicht lange auf meinen Zug warten musste.


Fazit: Eine wunderschöne Wanderung, die auch ohne Gipfelbesteigung ganz tolle Ausblicke zu bieten hat. Es geht viel rauf und runter, aber auf einfachen Wegen, die nur jetzt mit dem Schnee mitunter recht rutschig waren. Dafür war es sehr ruhig und es waren auch keine Mountainbiker unterwegs. Das traumhafte Wetter war natürlich noch das Tüpfelchen auf dem i!
4 Comments
Julian
Sensationell! Und auf den 2 Fotos kommt ausnahmsweise tatsächlich mal der steile Anstieg zur Geltung, aber der lohnt sich ja meist. War es sehr windig?
Judith
Ich fand, dass es auf den Fotos wieder nicht recht rüberkam, aber zumindest sieht man klar, dass es nicht flach ist. 😉
Es war überhaupt kein Wind. Ein Traumwetter!
Moni
Whow! Hieflau hätte ich für einen eintägigen Ausflug gar nicht am Schirm! Sieht wirklich toll aus. Das Gesäuse ist wirklich ein Traum, wenn auch öfter anspruchsvoll. Schön, dass du die Sonne-Schnee-Kombi bekommen hast!
Judith
Ich bisher auch nicht. Aber dann habe ich festgestellt, dass man doch recht gut hinkommt – und jetzt im Winter kann man ja ohnehin nicht so viele Tagesstunden zum Wandern nutzen.
War bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich dort war. 🙂