Johannesbachklamm und Ruine Schrattenstein
Die Fakten
17,4 km 534 hm 528 hm
Start: Willendorf am Steinfeld
Ziel: Ternitz
An- und Abreise: R 98 von Wiener Neustadt nach Willendorf; CJX 9 ab Ternitz (fährt stündlich nach Wien und jede halbe Stunde bis Wiener Neustadt)
Schwierigkeit: steile Abschnitte bei der Ruine und am Fürststeig; ansonsten einfache Wege, aber jetzt im Winter teils sehr glatt
Die Johannesbachklamm bei Würflach stand schon lange auf meiner Liste. Als ich nun eine Tourenbeschreibung einer Winterwanderung durch die Klamm auf „Bahn zum Berg“ las, inspirierte mich diese dazu mir eine eigene, ähnliche Tour zusammenzustellen. Anders als bei der verlinkten Wanderung nahm ich auch noch die Ruine Schrattenstein mit und wählte einen anderen Weg von der Flatzer Wand hinunter.
Bei eisiger Kälte ging ich vom Bahnhof Willendorf nach Würflach und folgte hier nun den Schildern zur Johannesbachklamm. Beim Eingang zur Klamm hatte ich gleich das erste Highlight: ein kleiner Wasserfall, der sonst wohl nicht sehr spektakulär wäre, jetzt aber gefroren ware. Da erträgt man die Kälte gleich lieber, wenn sie solche Ergebnisse liefert!



Über Stege und Brücken ging es etwa einen Kilometer lang durch die Klamm. Sonst ist diese eine beliebtes Ausflugs- und Wanderziel, aber bei diesem Wetter war gar nichts los. Dabei hatte die gefrorene Klamm ihren ganz eigenen Reiz und ich kam aus dem Fotografieren gar nicht mehr raus.






Viel zu schnell erreichte ich den Ausgang der Klamm und folgte nun dem Burgenländischen Mariazellerweg bis Greith, wo es das typische Hinweisschild für Wanderer vor Kuhweiden in umgedrehter Form gab:

Von hier hatte ich nun auch einen Blick auf meinen weiteren Weg und meine eh schon nur geringe Hoffnung auf Sonne und Fernblick bei der Ruine Schrattenstein sank noch weiter.

Trotzdem bog ich bald darauf nach links ab und folgte dem teilweise sehr glatten Wanderweg zur Burgruine. Auch wenn ich den gefrorenen Johannesbach nun hinter mir gelassen hatte, gab es weiterhin schöne Eisformationen zu bestaunen.




Ziemlich steil ging es das letzte Stück zur Ruine hinauf. Die Burg Schrattenstein stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde vermutlich noch im späten Mittelalter aufgegeben. Man kann sich auf dem Gelände frei umschauen und die Gebäudereste besichtigen. Ich war ganz überrascht, dass nun tatsächlich ein bisschen die Sonne rauskam. Die Hohe Wand, auf die man hier einen schönen Blick hätte, versteckte sich allerdings noch im Nebel. Ich machte eine kleine Pause mit Tee und Käsebrot in der Hoffnung, dass es vielleicht noch weiter aufreißen würde, was aber vorerst nicht der Fall war.








Von der Ruine ging ich nun weiter bergauf Richtung Lärbaumkreuz. Der Weg war teilweise die reinste Eisbahn, wie man an den Spiegelungen in der Sonne gut erkennen kann. Ohne Grödel hätte mich hier auch das beste Schuhprofil nicht mehr weitergebracht.





Im Naturpark Sierningtal – Flatzer Wand wurden die hier so typischen Föhren immer mehr und es wurde zwischendurch so sonnig, dass sich sogar der Schneeberg aus dem Nebel schälte.



Ich folgte zunächst den Schildern Richtung Neunkirchner Haus, hielt mich am Ende aber links, als der Weg dorthin rechts abbog. Vor einem Jahr war ich in dieser Gegend schon einmal gewandert und nun wollte ich neue Wege ausprobieren. Kurz nach der Abzweigung zum Neunkirchner Haus zweigte dann auch für mich ein kleiner Pfad zum Fürststeig ab. Es gibt auf der Flatzer Wand eine Reihe von Klettersteigen unterschiedlicher Schwierigkeitsstufe. Der Fürststeig ist als Kategorie A eingestuft und ist eher ein gesicherter, steiler Wanderweg, der kein Klettersteigset erfordert und sich auch gut bergab gehen lässt. Überall dort, wo es steiler und unter Umständen auch rutschiger ist, gibt es eine Sicherung. Am Ende führt eine Leiter in eine kleine Durchgangshöhle.




Die letzten vier Kilometer ging es nun recht gemütlich nach Ternitz. Vor mir sah ich schon mein Ziel und die Kirche von Sankt Lorenzen am Steinfelde; hinter mir hatte ich noch einen schönen Blick auf die Flatzer Wand.


Am Bahnhof von Ternitz trank ich schließlich, während ich auf den Zug wartete, die letzten Schlucke Tee. Wasser hatte ich umsonst mitgenommen, das war mir nämlich tatsächlich in der Flasche gefroren. Auch eine Premiere für mich!
Fazit: Eine schöne und sehr abwechslungsreiche Runde, die sich gerade jetzt im Winter sehr gelohnt hat. In der sehr beliebten Johannesbachklamm ist es zu dieser Jahreszeit schön ruhig und die Eisgebilde hatten eine ganz eigene Faszination. Es ist auch an sich keine schwierige Wanderung, allerdings ist im Winter mit den glatten Wegen besondere Vorsicht geboten.