Wege in Österreich

Durch die winterliche Erlaufschlucht

Die Fakten
17,4 km 375 hm 341 hm
Start: Purgstall an der Erlauf
Ziel: Scheibbs
An- und Abreise: CJX 5 von Wien nach Pöchlarn, von dort mit dem R 57 nach Purgstall bzw. Scheibbs
Schwierigkeit: einfache Wanderung mit ein paar unwegsamen Abschnitten auf dem Fischersteig

Die Erlaufschlucht, die von Purgstall aus begangen werden kann und seit 1972 als Naturdenkmal gilt, steht schon lange auf meiner Wanderliste. Ich hatte sie nicht unbedingt für den Winter im Kopf, aber da es in den letzten Tagen auch im Flachland die ersten Schneefälle gab, dachte ich mir, dass es dort mit frischem Weiß sicher auch schon sein müsste. Daher machte ich mich gestern auf den Weg nach Purgstall an der Erlauf, wo mich tatsächlich eine verschneite Landschaft erwartete. Am Schloss vorbei ging ich zum Eingang in die Schlucht und machte dabei auch schon einige Nahaufnahmen von verschneiten Zweigen und Beeren.

Gerade zu Beginn des Winters kann ich mich an solchen Motiven kaum sattsehen.

Beim Eingang der Erlaufschlucht stieg ich hinunter zum Fischersteig, der sich hier direkt am Wasser entlangschlängelt. Manchmal war der Pfad gar nicht so leicht zu erkennen und stellenweise ging es auch durch enge Felsen. Es war schön direkt am Wasser entlangzugehen, aber etwa einen Kilometer in die Schlucht hinein war der Fischersteig leider gesperrt. Ich musste daher auf einen Waldweg oberhalb davon wechseln.

Bald darauf erreichte ich die Praterbrücke, wo man auf die andere Seite wechseln und dort zurück nach Purgstall gehen könnte. Ich folgte allerdings dem Vorschlag, die Romantikbrücke etwa 500 Meter weiter zu nutzen.

Auf der Romantikbrücke überquerte ich also die Erlauf, um nun auf der anderen Seite der Schlucht wieder zurückzugehen. Zu dem Zeitpunkt sah es so aus, als ob ich bald bei Sonnenschein weiterwandern könnte.

Auf der anderen Seite des Flusses schlängelte sich erneut ein Pfad unter und durch die Felsen entlang, bis ich zu einer kleinen Aussichtsplattform mit schönem Blick auf die Erlauf kam.

Hier musste ich nun wieder auf einen Weg weiter oberhalb wechseln, der am Waldrand entlangging und nur noch vereinzelt Blicke in die Schlucht bot.

Nach etwa sechs Kilometern war ich wieder zurück in Purgstall, wo ich in einem Park eine kleine Teepause einlegte und dann der spätgotischen Kirche mit barocken Elementen einen Besuch abstattete.

Wenn man einen schönen Spaziergang machen möchte, ist das eine geeignete Runde durch die Erlaufschlucht. Für mich ging es nun noch weiter und so verließ ich am Friedhof vorbei Purgstall. Ich folgte dem Steinfeldbergweg, der einen steilen Hang hinauf- und in den verschneiten Wald hineinführte.

Ab Steinfeldberg ging es nun auf einer Straße entlang, die schöne Blicke in alle Richtungen ermöglichte. Von den Bergen im Süden war allerdings bei den tiefhängenden Wolken nichts zu sehen. Die Sonne blinzelte zwar ab und zu durch die Wolken, schaffte aber nie so ganz den Durchbruch.

Bei Aschlberg kam ich an einer Jagdgesellschaft vorbei, die leider allzu erfolgreich gewesen war: Von einem Holzgestell hingen vier Hasen. Ich schaute, dass ich möglichst schnell vorbeikam und bog nun nach rechts Richtung Hochpyhra ab. Auf der Straße war ich hier nun etwas ungeschützt und mir wehte ein eisiger Wind entgegen. Nach insgesamt 12 Kilometern bog ich auf den Scheibbser Höhenrundwanderweg ab, der sehr schön auf kleinen Wegen über Wiesen und durch Wälder führte. Man könnte auch geradeaus direkt der Straße nach Scheibbs folgen, aber diese längere Variante war sehr schön und bot mir auch mehr Schutz vor dem Wind. Kurz vor Scheibbs traf ich auch schon den ersten kleinen Schneemann dieses Winters an.

Im Frühling 2024 war ich auf dem Voralpenweg schon hier in der Gegend und hatte ganz tolle Blicke auf Scheibbs. Diesmal ging ich auf einem anderen Weg hinunter in die Stadt, wo mir leider zu viele Häuser im Weg waren. Auch die Kirche von innen konnte ich im Frühling besser fotografieren – dieses Mal war es drinnen schon ziemlich dunkel.

Im Café wärmte ich mich bei einem Cappuccino auf, ehe ich mich schließlich auf den Weg zum Bahnhof machte. Dabei kam ich am „Eisen- und Provianthandelshaus“ aus dem 16. Jahrhundert vorbei, dessen Sgraffito von 1952 eine Szene aus der Ursprungszeit des Hauses zeigt.

Von der Erlaufpromenade hatte ich schließlich nochmal einen schönen Blick auf die Stadt.

Fazit: Von mir aus hätte der Herbst zwar gern noch länger dauern können, aber das war eine schöne Wanderung zur Einstimmung auf den Winter. Die verschneite Erlaufschlucht war zwar der Höhepunkt der Wanderung, aber auch der weitere Weg nach Scheibbs war im Schnee sehr schön – und würde bei klarer Sicht auch einige Fernblicke ermöglichen.

2 Comments

  • Konstanze

    Diese erste zarte Schneeschicht ist wirklich wunderschön! Und die Runde durch die Schlucht sieht wirklich ansprechend aus – ich frage mich nur, wie schmall der Pfad zwischen den Felsen ist. Auf deinem Foto sieht es aus, als müsse man sich richtig durchquetschen. Oo

    Oh, und das wunderschöne Foto mit den bepuderten Ästen über dem Wasserlauf wäre ein großartiges Puzzlemotiv! 🙂

  • Judith

    Ich musste mich durchquetschen und war froh, dass ich keinen großen Rucksack an dem Tag hatte. *gg*

    Der erste Schnee ist irgendwie immer etwas besonderes. Und ich habe einige Motive schon als potenzielle Malvorlagen im Kopf abgespeichert – aber ja, manche wären wohl auch als Puzzle geeignet. 🙂

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert