Schneeberg über Emmysteig und Zahnradbahnweg
Die Fakten
10,8 km 843 hm 843 hm
Start und Ziel: Haltestelle Baumgartner
An- und Abreise: R 98 von Wiener Neustadt nach Puchberg, weiter mit der Schneebergbahn
Schwierigkeit: einige lange und steile An- und Abstiege, aber großteils technisch einfach; lediglich am Emmysteig müssen bei den Felsen teils die Hände zu Hilfe genommen werden
Dieses Wochenende ist das letzte, an dem die Schneebergbahn vor der Winterpause fährt – wenn auch nicht mehr bis zur Bergstation, sondern nur bis zur Haltestelle Baumgartner. Da die (sonst sehr teure) Bahn in der NÖ-Card inkludiert ist, nutze ich sie gern einmal in der Saison und so ergriff ich gestern diese letzte Gelegenheit.
Bei grauem Himmel, aber sehr milden Temperaturen stieg ich bei der Schutzhütte Baumgartner auf knapp 1.400 Metern Höhe aus der Zahnradbahn, die seit 1897 den Schneeberg erklimmt – bis 1999 noch mit Dampf (ein Nostalgie-Dampfzug verkehrt auch heute noch ab und zu).

Ich folgte zunächst noch dem Bahnweg, bog dann aber bald links auf den Grafensteig ab – einerseits, um einen für mich noch neuen Aufstieg auf den Schneeberg kennenzulernen und andererseits auch, um dem ganzen Pulk an Fahrgästen zu entkommen, die alle auf dem Zahnradbahnweg bergwärts strebten. Der Weg führte zunächst sehr gemütlich durch den Wald, ehe er sich nach etwa einem Kilometer gabelte: Geradeaus geht der Grafensteig weiter, links kann man Richtung Krummbachstein gehen, rechts führt der Emmysteig auf den Schneeberg. Der gelb markierte Emmysteig begann mit moderater Steigung und ließ mich bald einen Blick auf den Krummbachstein erhaschen.



Nach einigen Serpentinen führte der Weg aber schließlich sehr direkt bergauf und es ging so steil über Felsen, dass ich einige Male meine Hände zu Hilfe nehmen musste. Das war ganz schön anstrengend und mir wurde schnell bewusst, dass ich seit meiner Rückkehr aus Norwegen zu wenig Sport gemacht habe. Meine regelmäßigen Wanderungen sind ja auch nicht immer so bergig und so stieß ich da gestern mit Kraft und Kondition ein wenig an meine Grenzen.





Zum Glück war dieser erste Anstieg aber nicht so lange und ich erreichte nach etwa 400 Höhenmetern das Schneebergplateu, wo es erst einmal wieder flacher dahinging. Der Emmysteig ist hier oben (anders als beim Einstieg unten) als „nur für Geübte“ angeschrieben.



Knapp eineinhalb Stunden nach meinem Aufbruch erreichte ich das Damböckhaus, von dem aus ich einen schönen Blick auf meinen weiteren Weg zum Klosterwappen hatte. Hier oben wehte zwar ein eisiger Wind, aber das Damböckhaus liegt so geschützt in einer Senke, dass ich es mir gedanklich schon einmal als möglichen Pausenplatz vormerkte. Das Haus selbst hatte inzwischen aber wie auch die anderen Hütten auf dem Schneeberg bereits geschlossen.
Nachdem ich eine weitere Kleidungsschicht angezogen hatte, machte ich mich auf den weiteren Weg, der nun erst einmal recht gemütlich dahinführte. Ab und zu lag Schnee, aber großteils waren die Wege frei.



Das letzte Stück war dann noch einmal ziemlich steil, ehe ich schließlich den Gipfel mit 2.076 Metern Höhe erreichte. Hier oben fegten solche Sturmböen über den Berg, dass man kaum gehen und stehen konnte. Im Schutz der Richtfunkstation, die sich hier oben befindet, konnte ich zumindest ein paar Schluck Tee trinken, aber sonst war ein längerer Aufenthalt kaum möglich. Dementsprechend unentspannt schaue ich auch auf dem Selfie drein. Ich finde es ja faszinierend, dass man den Wind darauf gar nicht erahnen kann – dabei hat es mir die Kapuze mehrmals vom Kopf geweht und ich konnte kaum mein Smartphone ruhig halten.




Trotz Wind und nicht ganz klarer Sicht war der Ausblick lohnenswert und es war auch schön den Schneeberg einmal in einer so ganz anderen Stimmung zu erleben. Bisher war ich immer nur im Hochsommer hier gewesen.
Den Weg über den Bergrücken zur Fischerhütte liebe ich eigentlich, aber diesmal war er bei dem Wind sehr mühsam zu gehen. Ich war daher froh, als ich die Fischerhütte erreichte und von hier auf einem einfachen Weg zurück hinunter aufs Schneebergplateau wandern konnte. Anfangs fegte mir auch hier noch ordentlich der Wind um die Ohren, aber bald war ich im Schutz des Berges und es wurde schlagartig richtig warm, zumal nun auch die Sonne durch die Wolken blinzelte.



Auf der Terrasse des Damböckhauses konnte ich daher nun endlich meine Mittagspause machen.



Danach ging ich linkerhand am Waxriegel vorbei, dessen Gipfelkreuz man oben auf dem Foto hinter dem Damböckhaus sieht. Auf einen Abstecher zum Gipfel verzichtete ich, da dieser meiner Erinnerung nach eigentlich keine zusätzlichen Ausblicke mehr bietet.
Beim Elisabethkircherl bzw. eigentlich Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche ging es nun auf dem Zahnradbahnweg abwärts. Im Tal hing inzwischen überall der Nebel, während ich oben noch ein paar Sonnenstrahlen genießen konnte.



Der Zahnradbahnweg führt auf knapp zwei Kilometern Länge 400 Höhenmeter bergab zum Baumgartner. Er ist deutlich einfacher zu gehen als der Emmysteig, auch wenn es stellenweise durch losen Schotter etwas rutschig ist.



Beim Baumgartner war einiges los. Die Schutzhütte hat während der Betriebszeiten der Schneebergbahn geöffnet und so saßen hier noch etliche Leute in der Sonne und genossen die berühmten Buchteln, die ich aber ehrlich gesagt etwas überbewertet finde. Dementsprechend nahm ich mir auch keine als Wegzehrung mit, als ich um 15:30 in die letzte Bahn des Tages stieg.
Fazit: Eine anstrengende, aber schöne Tour mit interessanten Wetterkontrasten. Den Emmysteig kann ich als ruhige Alternative zum Zahnradbahnweg sehr empfehlen, solange man mit gutem Schuhwerk ausgerüstet ist und nichts gegen die Felskraxelei hat.
2 Comments
Moni
Na das ist wiedermal eine heftigere Wanderung! Vielleicht steht die Warnung beim Emmysteig nur oben, weil rauf kommt man doch irgendwie leichter, runter ists eine ganz andere Herausforderung und nochmal gefährlicher? Gut jedenfalls, dass du den Weg so gewählt hast! Und super,dass du die letzte Ausfahrt der Bahn so noch nutzen konntest!
Judith
Ja, ich denke auch, dass der Weg hinunter eine ziemliche Herausforderung ist. Ich nehme auch nach Möglichkeit immer lieber die steileren und schwierigeren Wege bergauf und dann die leichteren runter.