Von Kjul zum Østerklit Shelter
Die Fakten
18,9 km 79 hm 86 hm
Start: Skjul (Campingplatz
Ziel: Østerklit Shelter
Schwierigkeit: teils etwas unwegsame Pfade, was aber an meiner Wegführung lag
Gestern Abend hatte ich kein Internet, daher bin ich etwas im Verzug.
Nachdem es nach meiner Ankunft am Campingplatz in Kjul den ganzen Abend geregnet hatte, zogen die Wolken in der Nacht ab. Als ich im frühen Morgengrauen die Toilette aufsuchte, bekam ich eine grandiose Wolkenstimmung präsentiert – manchmal lohnt es sich, wenn man nachts raus muss. 😉

Um etwa 8 Uhr machte ich mich auf den Weg. Ich hatte an diesem Tag eigentlich eine sehr lange Etappe mit mehr als 30 Kilometern geplant, aber da beim Wandern noch immer Blasen auftauchen, musste ich umplanen. Mit einer Etappe von knapp 20 Kilometern hoffte ich meine Füße etwas schonen zu können. Es ging zunächst auf schönen Wegen durch den Wald. Als ich für einen Teil des Weges den Nordsøstien verließ, um auf einem Pfad etwas näher an der Küste zu wandern, verlor dieser sich im hohen Gras. Ausnahmsweise war ich klug genug zurück auf den Nordsøstien zu gehen.



Nach etwa fünf Kilometern verließ ich ihn aber erneut, um einer Straße hinunter zum Strand zu folgen. Ich ging für eine Weile direkt am Meer entlang, wo ich mich zwar wieder einmal gegen den Wind anstemmen musste, ansonsten aber die Ruhe und Einsamkeit genoss.



Leider hatte ich auf der Karte einen Flusslauf übersehen, der mir den Weg zurück auf den Nordsøstien, aber auch über den Strand versperrte. Letztendlich zog ich die Schuhe aus und watete an einer geeigneten Stelle durch das etwa knietiefe Wasser. Für meine sorgfältig abgelegten Blasen war das natürlich nicht ideal.

Danach blieb ich brav auf dem bzw. zumindest nah beim Weg, um den nächsten Bach auf der Brücke queren zu können.


Vom Meer weg ging ich nach Tversted hinein, wo ich mich beim Supermarkt mit reichlich Salat, Obst und Schokolade versorgte. Die Pause machte ich wenig idyllisch auf einer Rastbank vor dem Supermarkt.
Dafür ging es danach wieder umso idyllischer durch Dünen weiter.





Die letzten zwei Kilometer gingen schließlich durch den Wald und an einem kleinen See vorbei.



Bald tauchte vor mir die Østerklit-Mühle auf, die letzte funktionsfähige Stockmühle in Dänemark.

Gleich in der Nähe ist ein Shelterplatz, der heute mein Nachtlager sein sollte. Es sind drei große Shelter dort, von denen einer bereits von einer Familie belegt war.


Ich war allerdings noch etwas unschlüssig, ob ich nicht doch lieber das Zelt aufstellen sollte, um besser vor Insekten geschützt zu sein. Aber zumindest einmal wollte ich so einen Shelter ausprobieren (und es ersparte mir das Auf- und Abbauen des Zeltes).
Da ich bereits um 15:30 angekommen war, verbrachte ich die Zeit zunächst mit Lesen und Malen – ich stellte ein Bild fertig, das ich bereits vor einer Weile begonnen hatte, und begann ein neues.



Währenddessen trudelten weitere Leute ein und so wurde der Abend recht gesellig. Ich unterhielt mich eine Weile mit zwei Deutschen, die jeweils solo mit dem Fahrrad unterwegs waren, machte im Shelter noch Platz für zwei dänische Wanderer und bekam von einem dänischen Paar mit einem Van ein Glas Wein spendiert. Mit einer der Radfahrerinnen ging ich dann noch Richtung Strand für einen fantastischen Sonnenuntergang.




Als wir zurück zum Shelter kamen, hatten die Dänen ein Lagerfeuer gemacht und es gab Marshmallows.
Nicht so viel Komfort wie ein Campingplatz mit Dusche und allem, aber so viel netter! Ähnlich wie auch oft in Pilgerherbergen.
Nur meine Befürchtung bewahrheitete sich später noch: Als ich mich zum Schlafen legte, surrten Mücken um mich herum. Letztendlich sprühte ich mich mit Insektenspray ein und nahm Ohropax, um sie zumindest nicht mehr zu hören. Es war nicht die beste Nacht, aber erstaunlicherweise blieb ich tatsächlich von Stichen verschont.


2 Comments
Moni
Das klingt abenteuerlich, wie du so durch Flüsse wanderst! Super,was du alles hoffentlich ohne viel fluchen schaffst! Und toll,dass du dich im Shelter übernachten getraut hast und es durch nette Menschen belohnt wurde!
Judith
Ein bisschen geflucht hab ich schon, aber ich musste mich gleichzeitig auch drüber amüsieren. 😉