Győr und Pannonhalma
Bei unserem letzten Ausflug waren Julian und ich zwar nicht direkt wandern, aber doch viel zu Fuß unterwegs. Es ging nach Ungarn, wo wir Győr und das nahegelegene Pannonhalma besichtigten. Unsere Anreise war mit etwas Nervenkitzel verbunden – zuerst hatte der Zug von Wien nach Győr Verspätung und dann fuhr der Zug nach Pannonhalma von einem anderen Bahnsteig ab als gedacht. Aber im letzten Moment schafften wir es doch noch in die kleine Regionalbahn, die bereits ein Erlebnis für sich war. Der Dieselzug aus den 70er/80er Jahren ratterte gemächlich, aber nicht gerade sanft über die Schienen und setzte uns eine knappe halbe Stunde am kleinen Bahnhof von Pannonhalma ab.



Wir durchquerten die kleine Stadt, die für sich nicht allzu sehenswert ist und stiegen zu unserem ersten Ziel hinauf: zur Erzabtei Pannonhalma/Martinsberg, ein Benediktinerkloster, das seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Wetter war zwar wenig einladend, aber auf dem Weg zum Kloster gab es zumindest schon frühlingshafte Blüten und erste zaghafte Grüntöne.




Das Kloster ist anscheinend ein beliebtes Ausflugsziel an trüben Wochenenden (und sonst vielleicht auch), da sowohl hier als auch später beim nahegelegenen Aussichtsturm einige Familien unterwegs waren. Es wurde bereits im 10. Jahrhundert als erstes ungarisches Benediktinerkloster gegründet. 1224 entstand eine neue Kirche, die im Wesentlichen bis heute erhalten ist – anders als das restliche Gebäude, das in der frühen Neuzeit während der Osmanenkriege zerstört und im 18. Jahrhundert neu erbaut wurde.
Leider habe ich von der Klosterkirche keine guten Fotos, da es dort ziemlich dunkel war.






Nach der Kirche besichtigten wir den Kreuzgang und die Porta Speciosa mit einer neogotischen Tür.


Zuletzt stand noch die Bibliothek auf dem Programm, die zwischen 1825 und 1832 erbaut wurde und heute um die 300.000 Bände sowie etliche Kodizes und Inkunabeln (Drucke aus der Frühzeit des Buchdrucks) beherbergt.




Nach der Besichtigung des Klosters gingen wir durch die Kräutergärten, wo wir für die Lavendelblüte freilich noch zu früh dran waren.

Vom Kräutergarten aus wanderten wir in einem Bogen zu einem Aussichtsturm und einer Aussichtsplattform. Hier hatten wir einen weiten Blick unter anderem bis zum Bakonygebirge im Südosten und – sehr viel näher – zur Marienkapelle.





Die Kapelle war dann auch unser nächstes Ziel, das wir nach einer kleinen Pause aufsuchten. Leider war sie geschlossen, ebenso wie das nahegelegene Millennium-Denkmal, das 1896 zur Feier des tausendjährigen Jubiläums der ungarischen Landnahme errichtet worden war. Von hier hatten wir auch nochmal einen schönen Blick auf das Kloster.



Von hier gingen wir wieder zurück zum Bahnhof. Am Ende des Beitrags seht ihr unsere Route, die (inklusive der Klosterbesichtigung) etwa acht Kilometer lang war.
Die Regionalbahn brachte uns wieder nach Győr, wo wir zunächst durch die Stadt bummelten und am Rathaus vorbei zur barocken Kathedrale gingen.








Für den Sonnenuntergang hatten wir eine Turmbesteigung vor, aber zunächst war noch eine Kaffeepause angesagt. Das war leichter gesagt als getan, denn obwohl man am Samstagnachmittag damit nicht rechnen würde, hatten etliche Cafés geschlossen. Schließlich wurden wir aber doch noch fündig und machten uns dann gut gestärkt auf den Weg zur Bischofsburg, die im 11. Jahrhundert erbaut und dann nach und nach erweitert wurde. Wir stiegen auf den Turm hinauf, der uns einen schönen Rundumblick ermöglichte und uns auch einen guten Blick auf den Abendhimmel gewährte.






Bis zum Sonnenuntergang konnten wir leider nicht bleiben, da der Turm um 18 Uhr zusperrte, daher beobachteten wir diesen von der Spinner Brücke, auch wenn die Sicht hier leider nicht mehr ganz so gut war.


Und damit ging auch unser Tag in Ungarn zu Ende. Nach neuerlicher Bahnsteigverwirrung und etwas unklaren Informationen brachte uns schließlich der Regiojet mit fünfzehnminütiger Verspätung zurück nach Wien.
Fazit: Ein lohnenswerter Tagesausflug mit interessanter Klosterbesichtigung in Pannonhalma und ein paar schönen Aussichtspunkten. Nur die Sonne und Kaffeehäuser in Győr machten sich sehr rar. 😉
Hier noch unsere kleine Runde in Pannonhalma:

