Wege in Europa

Von Schmilka durch die Hintere Sächsische Schweiz

Von der Mosel ging es für mich in eine ganz andere Landschaft: das Elbsandsteingebirge in der Sächsischen Schweiz. Die ausgiebige Tour führte durch Wald, über Felsen, treppauf und treppab und zu wunderschönen Aussichtspunkten.

Die Fakten
23,6 km 1.016 hm 1.022 hm
Start und Ziel: Schmilka

Nach meiner kleinen Pilgerreise auf dem Moselcamino ging es für mich weiter zu meinem Freund nach Dresden und in die Sächsische Schweiz. Die Reise von Trier in das kleine Dorf Schmilka gestaltete sich nicht ganz unkompliziert und dank Zugverspätungen erreichten wir die Unterkunft erst recht spät, aber das hinderte uns nicht daran am nächsten Tag zu einer ausgiebigen Wanderung aufzubrechen. Sehr ausgiebig wird übrigens auch dieser Beitrag ausfallen! 😉

In der Sonne war es bereits am Morgen sehr warm, aber uns führte der Weg zum Glück großteils durch den Wald. Es ging beständig bergauf, zunächst durch den Erlgrund zur Kipphornaussicht und dann auf dem Malerweg, einem Weitwanderweg, zur Goldsteinaussicht. Von beiden hatten wir tolle Blicke auf das Elbsandsteingebirge und die weitere Umgebung.

Leider gab es nicht nur faszinierende Felsformationen zu sehen, sondern immer wieder Spuren von den Waldbränden im vergangenen Jahr.

Beim Alten Zeughaus legten wir eine kurz Pause ein, ehe es zum Winterstein weiterging, wo uns Treppen und schmale Felsdurchgänge hinauf zum Hinteren Raubschloss führten. Stellenweise mussten wir uns mit den Rucksäcken ganz schön durchquetschen – wobei für mich die sehr luftige Leiter die größte Herausforderung war. Sie war zwar nicht hoch, aber ich habe immer lieber einen Felsen vor mir als einen Blick hinunter. Für den schönen Ausblick von oben lohnte sich die Überwindung aber zweifellos.

Nach dieser abwechslungsreichen Klettereinlage ging es nun für die nächste Stunde gemütlich über Forstraßen und Waldwege durch Gegenden mit so schönen Namen wie „Ferkelschlüchte“ und „Kuhstall“. Bei letzterem handelt es sich um ein Felsentor, von dem aus die „Himmelsleiter“ durch einen schmalen Felsspalt hinauf zu einem Aussichtspunkt führt. Im Vergleich zu den Durchgängen auf den Winterstein gab es hier aber reichlich Platz.

Kurz nach dem Kuhstall gab es mit dem Lichtenhainer Wasserfall eine weitere Attraktion, die mich aber zugegebenermaßen nicht ausreichend beeindruckte. Man muss aber fairerweise anmerken, dass der Wasserfall wohl aufgrund der Trockenheit nicht viel Wasser führte. Dennoch faszinierte mich der Softeisautomat fast mehr. Ich hatte vorher nicht gewusst, dass Softeis in Sachsen so beliebt ist (wieder mal was gelernt) – in Österreich habe ich das schon seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen.

Während wir das Softeis genossen, studierten wir die Karte, um einen passenden Weg zurück nach Schmilka zu finden. Wir beschlossen, die Affensteine durch die „Wilde Hölle“ zu durchqueren – auch wenn uns etwas später der Warnhinweis „schwierig“ beim Einstieg in diese Schlucht kurz an unserer Entscheidung zweifeln ließ. Wir befragten ein paar, die uns entgegenkamen, zu dem Weg und es klang als wäre er gut zu bewältigen, was dann auch der Fall war. Den Kommentar „abartig“, den am Ausgang der Schlucht jemand auf dem Schild hinterlassen hatte, würden wir daher nicht unterschreiben.

Einige weitere Stufen führten uns zu einem Abstecher auf den Carolafelsen, der sich dank des tollen Ausblicks wirklich lohnte. Hier hatten sich auch schon einige andere versammelt, die das schöne Panorama genossen.

Ab jetzt ging es nur noch bergab – zunächst über weitere zahlreiche Stufen (die „Heilige Stiege“) und dann über einen gemütlichen Weg das letzte Stück zurück nach Schmilka.

Fazit: Eine sehr schöne und abwechslungsreiche Tour durch eine für mich ganz neue Landschaft. Die Treppen und kleinen Klettersteige machten die Wanderung sehr kurzweilig und teilten die vielen Höhenmeter in gut verdauliche Happen auf, auch wenn es eine durchaus anstrengende Tour war.

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