Weitwanderwege

Wiener Wallfahrerweg 2: Heiligenkreuz – Schromenau

Am zweiten Tag ging es zunächst auf mir schon bekannten Pfaden bis Holzschlag und dann über eine sehr schöne Strecke zum Peilstein und weiter nach Weissenbach an der Triesting. Auf dem letzten Stück nach Schromenau wurde ich in der Sonne gebraten, aber abgesehen davon gefiel mir diese Etappe sehr gut.

Die Fakten
21,5 km 788 hm 678 hm
Start: Heiligenkreuz
Ziel: Schromenau

Nach einer unruhigen Nacht (ich und fremde Betten …) tappte ich in der Früh noch etwas schlaftrunken in die Gemeinschaftsküche, wo ich mir mein Frühstück zubereitete. Ich hatte eine kleine Portion Haferflocken und Nüsse mitgenommen, außerdem ein 250 ml-Päckchen Hafermilch und ein Banane, daher konnte ich mir nun Porridge kochen und – da die Küche recht gut ausgestattet war – auch einen Kaffee. Mein Rucksack war am Vortag zwar mit Abendessen und Frühstück etwas schwerer als sonst gewesen, aber davon abgesehen fand ich das mit der Selbstverpflegung sehr gemütlich. Nach diesem angenehmen Start in den Tag ging ich wieder zurück nach Heiligenkreuz, wo ich mich in einer kleinen Greißlerei mit Keksen und Obst für mittags eindeckte. Beim Stift fotografierte ich noch die interessante Sonnenuhr, bei der nicht der Schatten, sondern die Reflexion der Sonnenstrahlen die Zeit anzeigt. Zum Zeitpunkt des Fotos war es in der Tat halb neun.

Nun ging es für mich erst einmal knapp zehn Kilometer über vertraute Wege: Die Strecke von Heiligenkreuz über Mayerling und Maria Raisenmarkt bis nach Holzschlag war ich schon letztes Jahr auf der Via Sacra gegangen. Kurz vor Holzschlag traf ich wieder auf die Pilger vom Vortag. Wir gingen ein Weilchen gemeinsam bergauf durch den Wald, dann trennte sich unsere Strecke aber vorerst wieder: Die beiden gingen die Streckenvariante über Kleinmariazell und Kaumberg, während ich weiter hinauf zum Peilstein ging. Hier machte ich einen kleinen Abstecher zum Gipfelkreuz und genoss einen schönen Ausblick.

Passenderweise war es auch schon an der Zeit für eine Mittagspause. Das Peilsteinhaus hatte zwar Ruhetag, aber ich hatte mich ja wohlweislich mit einer Jause eingedeckt und fand auch einen perfekten Platz im Schatten.

Da der Peilstein eigentlich ein beliebtes Wanderziel ist, war ich überrascht, dass überhaupt niemand vorbeikam, während ich hier Pause machte. Aber vielleicht ist er nur an Tagen, an denen das Peilsteinhaus geöffnet hat, ein beliebtes Ziel. 😉

Bei wunderschönem Wetter und mit tollem Ausblick ging es nun bergab Richtung Neuhaus.

Kurz vor Neuhaus musste ich einen kleinen Umweg über die Straße gehen (weil während der Weidesaison der Weg über die Wiese gesperrt ist), hatte aber immer wieder schöne Blicke zur Burg Neuhaus, der ich einen kurzen Besuch abstattete. Besichtigen konnte ich sie leider nicht, da sie an diesem Tag nicht geöffnet hatte.

Aber Neuhaus hatte noch mehr interessante Dinge zu bieten. Auf meinem weiteren Weg kam ich bei der Waldschule vorbei. Diese wurde 1930 errichtet, um im Sommer den stickigen Räumlichkeiten zu entfliehen, und 1945 während des Zweiten Weltkriegs zerstört. Als im Rahmen der Ausstellung „750 Jahre Neuhaus“ diese Schule wieder ins Bewusststein gerückt wurde, errichteten engagierte Leute aus Neuhaus und Weissenbach die Anlage neu (für Besichtigungszwecke; als Schule wird sie nicht mehr genutzt).

Am Nachmittag erreichte ich Weissenbach an der Triesting, wo ich für diesen Tag die letzte Gelegenheit hatte um etwas zu essen. Eigentlich war ich noch nicht besonders hungrig, aber ich wollte nicht am Abend wieder nur Obst und Kekse haben, daher machte ich doch eine Essenspause.

Danach waren es nur noch ein paar Kilometer bis Schromenau, aber diese hatten es in sich, da sie großteils in der prallen Sonne verliefen.

Als ich mein Nachtquartier, den Gasthof Furthnerwirt, erreichte, wollte ich nur noch eine kalte Dusche, musste aber ein wenig warten, bis ich hinein konnte, da der Gasthof Ruhetag hatte und ich etwas früher angekommen war als angekündigt. Dafür wurde ich dann aber sehr freundlich empfangen, bekam trotz Ruhetag auch gleich mal ein Getränk angeboten und die Eltern des Gastgebers unterhielten sich mit mir über meine bisherige Wanderung und die weitere Strecke. Den Abend ließ ich dann erneut mit viel Lesen ausklingen.

2 Comments

  • Konstanze

    Schön, dass dir dieser Wandertag so gut gefallen hat, auch wenn einige Stationen geschlossen waren. Wobei ein paar Kilometer in der prallen Sonne nicht gerade die schönsten Wanderbedingungen sind – nur gut, dass du dich dann im Gasthof entspannen konntest. 🙂

    Ich finde den Hinweis auf die geänderte Wegführung während der Weidezeit spannend – das habe ich noch nie so gesehen, obwohl es so vernünftig ist!

    • Neyasha

      Inzwischen hab ich mich ja schon dran gewöhnt, dass Stationen oft geschlossen haben, wenn ich wandern bin bzw. rechne ich immer schon damit.

      Ich glaub, solche Hinweise findet man deshalb so selten, weil es in den meisten Fällen solche alternativen Wegführungen kaum gibt oder nur mit kilometerlangen Umwegen. Wenn ich da z.B. an den Schneeberg denke, da sind die Kühe fast auf dem gesamten Plateau unterwegs und man kann das Weidegebiet dementsprechend gar nicht umgehen.

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