Von Spital am Semmering auf den Pinkenkogel
Die Fakten
16,9 km 713 hm 553 hm
Start: Grautschenhof (Semmeringbahn nach Mürzzuschlag und von dort Bus 187)
Ziel: Bahnhof Semmering (Semmeringbahn)
Schwierigkeit: mittelschwere Wanderung mit ein paar steilen Abschnitten kurz vor dem Pinkenkogel
Von frühlingshaften Temperaturen in Italien ging es nach meiner Rückkehr erst noch einmal in den Winter. Ich hatte letzte Woche einen beruflichen Termin in Mürzzuschlag und wollte diesen gerne mit einer Wanderung über den Pinkenkogel bis zum Semmering verbinden. Da ich erst zur späten Mittagszeit aufbrechen konnte, überbrückte ich von Mürzzuschlag aus ein paar Kilometer mit dem Bus und stieg bei der Station Grautschenhof bei Spital am Semmering aus. Hier ging es zunächst über Wiesen bergauf und dann ein kurzes Stück durch den Wald. Ich folgte für den Großteil meiner Wanderung dem steirischen Bahnwanderweg, der gut markiert ist. Trotz Sonnenschein und blauem Himmel war die Vegetation hier noch nicht sehr frühlingshaft und auf den Bergen waren teilweise noch die Skilifte in Betrieb.






Nach drei Kilometern ging es hinunter nach Spital am Semmering, wo ich einen kurzen Blick in die Kirche warf.


Die nächsten Kilometer führten großteils über Wiesen, ehe es kurz vor Steinhaus am Semmering für ein Stück an der Pfaffensattelstraße entlangging.


In Steinhaus ging ich unter einem kleinen Viadukt hindurch, was mich daran erinnerte, dass ich mich hier auf dem Bahnwanderweg befand. Sonst deutete hier sehr wenig darauf hin, ganz anders als beim niederösterreichischen Bahnwanderweg von Semmering nach Klamm, wo man sehr schöne Eindrücke von der Streckenführung der Semmeringbahn bekommt.

Etwa einen Kilometer nach dem Viadukt verließ ich den Bahnwanderweg und zweigte links auf einen Weg ab, der bergauf an einigen Bauernhöfen vorbeiführte. Nach einer kleinen Kapelle ging es dann in den Wald hinein, wo zunächst vereinzelt Schnee war und dann immer mehr.


In weiten Serpentinen ging es stetig bergauf, bis ich schließlich links auf einen kleinen Pfad abzweigte, der nun über Steine mitunter recht steil hinaufführte.


Ein kleiner Aussichtspunkt ermöglichte mir hier einen schönen Blick auf Schneeberg und Rax.


Ich dachte, dass ich vom Gipfel des Pinkenkogels einen noch schöneren Blick haben würde, aber tatsächlich konnte ich dort aufgrund der Bäume gar nichts vom Schneeberg sehen. Lediglich den Sonnwendstein hatte ich hier schön im Blick. Gleich beim Gipfel befindet sich ein Schutzhaus, das allerdings schon länger geschlossen ist und nun deutlich verfällt.


Hinunter ging es nun auf einem schmalen Pfad, der sich in Serpentinen auf der Nordseite des Berges hinunterschlängelte. Mangels Sonneneinstrahlung war es hier noch ganz schön winterlich.


Es ging zwar meistens durch den Wald, aber zwischen den Bäumen gab es immer wieder herrliche Blicke Richtung Schneeberg und Kalte Rinne.



Im Schnee kam ich nur langsamer voran als gedacht, aber nach etwa zwei Kilometern stieß der Pfad auf die Liechtensteinstraße, wo ich nun etwas zügiger voranschreiten konnte. Das war auch gut so, denn um meinen geplanten Zug zu erreichen, hatte ich nicht mehr viel Spielraum. Für eine kleine Fotopause musste dann allerdings noch einmal Zeit sein, da ich bald darauf einen schönen Blick auf das Südbahnhotel hatte. Dieses ehemalige Grand Hotel war 1882 das erste Hotel am Semmering; danach wurden zahlreiche Villen und weitere Hotels errichtet, etwa das Kurhaus Semmering (das auf dem letzten Foto unten rechts vom Südbahnhotel zu sehen ist). Mittlerweile steht das Hotel seit Jahrzehnten leer, auch wenn es immer wieder für Kulturprogramme genutzt wird.



Danach musste ich wirklich einen Zahn zulegen, um meinen Zug noch zu erreichen. Ich eilte im Laufschritt die Hochstraße hinunter und nahm dann einen kleinen Fußpfad zum Bahnhof. Trotz dieser Abkürzung fuhr der Zug bereits ein, als ich noch zwei Kurven vom Bahnhof entfernt war. Ich sprintete also die letzten 300 Meter und sprang im letzten Moment in den Zug. Dort brauchte ich erst einmal eine Weile, um wieder zu Atem zu kommen.
Fazit: Die Wanderung bis Steinhaus war zwar nett, aber wenig eindrucksvoll. Wenn man einen Teil des Bahnwanderwegs gehen möchte, ist also auf jeden Fall der niederösterreichische Abschnitt ab dem Semmering zu empfehlen. Der Abstecher zum Pinkenkogel war hingegen sehr schön, wobei man sich das letzte Stück zum Gipfel sparen kann. Die besten Blicke hat man bereits davor und dann wieder danach. Für das letzte Stück, das ich im Stress zurücklegen musste, sollte man sich auch etwas mehr Zeit nehmen. Abgesehen vom schönen Blick auf das Südbahnhotel gibt es nämlich noch das Hochstraßenmuseum, das in 10 Schaukästen entlang der Hochstraße über die Blütezeit des Kurortes informiert.


One Comment
Lynes
Am Semmering gibt es so viele spannende Häuser und Villen. Sieht noch sehr winterlich aus die Strecke