Eine italienische Reise: Triest und Grotta Gigante
Triest stand zwar am Ende meiner kleinen norditalienischen Wandertour, war aber der Ausgangspunkt meiner Planungen gewesen: Ich wollte schon seit Jahren diese Stadt besuchen und so reiste ich natürlich nicht gleich nach meiner Ankunft ab, sondern nahm mir noch eineinhalb Tage Zeit zur Besichtigung.
Grotta Gigante
Da es am ersten Vormittag in Strömen regnete, fuhr ich mit dem Bus Nr. 42 aber erst einmal aus Triest hinaus zur Grotta Gigante, eine der größten Schauhöhlen der Welt. Die Höhle wurde 1840 entdeckt und in den nächsten Jahrzehnten erforscht. Erste Führungen gab es bereits ab 1908, im großen Stil aber erst nach 1957, als eine elektrische Beleuchtung installiert wurde. Die große Halle ist fast 100 Meter hoch; es führen 500 Stufen hinab (und wieder hinauf ;-)). Wir waren bei der Führung nur zu viert und hatten einen ganz wunderbaren Guide. Die Besichtigung lohnte sich also wirklich sehr, umso mehr in einer so kleinen Gruppe, da dadurch das enorme Ausmaß der Höhle nochmal besser zur Geltung kommt. In der Hauptsaison muss man allerdings eher mit um die 50 Personen bei einer Führung rechnen.
Die beiden Plastikrohre, die vertikal durch die Höhle verlaufen, schützen zwei geodätische Pendel, um die Schwingungen und Deformationen der Erdkruste zu vermessen.







Als wir nach gut eineinhalb Stunden die Höhle wieder verließen, hatte der Regen aufgehört und ich machte mich also nach der Rückfahrt an die Erkundung von Triest.
Canal Grande und Piazza Unità d’Italia
Am Canal Grande entlang ging ich zunächst zum Hafen, wo man vom Molo Audace, einem historischen Steinpier von 1751, einen schönen Blick auf die Stadt hat.



Hier hatte ich auch bereits einen guten Blick auf die Piazza Unità d’Italia, die von historischen Prachtbauten, darunter die Präfektur von Triest und das Rathaus, umrahmt wird.






Santa Maria Maggiore
Es ging weiter zur barocken Kirche Santa Maria Maggiore, die im 17. Jahrhundert von der Jesuitengemeinde erbaut wurde. Die Kirche ist riesig und hat eine beeindruckende Innenausstattung.





Kathedrale von Triest
Als nächstes stand eine weitere Kirche auf dem Programm und zwar die romanische Kathedrale San Giusto, die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Es gab am heutigen Standort bereits einen kapitolinischen Tempel, ehe im 5. Jahrhundert eine frühchristliche Basilika errichtet wurde. Im 11. Jahrhundert wurde diese durch eine kleinere Marienkirche ersetzt; parallel dazu entstand eine Gedächtniskapelle. Diese beiden Gebäude wurden im 14. Jahrhundert zur heutigen, fünfschiffigen Kirche vereinigt.








Kastell
Als Abschluss ging es an diesem Tag noch zum Castello di San Giusto, das gleich neben der Kathedrale und dem Forum Romanum liegt. Es wurde über einen Zeitraum von fast 200 Jahren (1471 bis 1630) erbaut und beherbergt heute eine Waffenkammer und ein kleines Museum zur Geschichte der Stadt. Ich hatte die Hoffnung, dass ich von den Festungsmauern einen guten Blick auf den Sonnenuntergang hätte, allerdings zogen leider genau zu der Zeit Wolken auf. Eine schöne Abendstimmung konnte ich trotzdem noch einfangen.








La Lanterna
Am nächsten Tag hatte ich bis zur Abfahrt meines Zuges noch ein paar Stunden Zeit und machte mich zum ehemaligen Leuchtturm La Lanterna auf. Dieser wurde 1833 auf dem einstigen Maximiliansturm erbaut und war bis 1969 in Betrieb. Die italienische Marineliga von Triest hat heute ihr Hauptquartier im Leuchtturm und so fand ich mich zunächst vor einer Reihe von Bürotüren wieder. Ich hatte schon meine Zweifel, ob eine Besteigung des Leuchtturms tatsächlich möglich wäre, aber als ich einen Mitarbeiter ansprach, organisierte er mir sofort einen Schlüssel. Ich stieg über eine enge, teils sehr dunkle Wendeltreppe hinauf und hatte dann oben die Aussicht ganz für mich alleine. Leider war durch die Wolken die Fernsicht sehr eingeschränkt, aber der Blick auf Triest war trotzdem sehr schön.






Stadtimpressionen
Und damit hieß es auch schon fast wieder Abschied nehmen von Triest und Italien. Zuletzt gibt es hier noch ein paar allgemeine Eindrücke der Stadt.










Fazit: Triest ist auf alle Fälle sehenswert und ich fand es schön, durch die Straßen zu schlendern und die Stadt zu erkunden. Ein paar Museen, die mich interessiert hätten, konnte ich leider aufgrund von eingeschränkten Öffnungszeiten bzw. Renovierungsarbeiten nicht besichtigen, aber das ist eben auch der Fluch der Nebensaison. Dafür war es sowohl in der Stadt als auch ganz allgemein in der Gegend noch ziemlich ruhig, was ich sehr angenehm fand.

