Wege in Österreich

Von Gloggnitz zur Burg Wartenstein und zur Kernstockwarte

Die Fakten
20,6 km 774 hm 647 hm
Start: Gloggnitz
Ziel: Kirchberg am Wechsel
An- und Abreise: CJX 9 nach Gloggnitz; Bus 367 von Kirchberg nach Gloggnitz oder Bus 370 nach Edlitz-Grimmenstein
Schwierigkeit: einfache Wege, aber viel bergauf und bergab; zum Erikafelsen und zur Warte ist es kurz ein wenig steiler

Der Frühling ist da! Nun ja, vorerst zumindest. Das schöne Wetter wollte ich natürlich für eine Wanderung nutzen und so suchte ich mir eine schöne Runde von Gloggnitz aus, die auch einige Highlights unterwegs versprach. Ich startete am Bahnhof in Gloggnitz und überquerte die Schwarza, die ordentliche Mengen an Wasser führte – da dürfte bei dem warmen Wetter wohl schon einiges Schmelzwasser runterkommen.

Die ersten Kilometer waren recht asphaltlastig und lärmintensiv. Nachdem ich Gloggnitz verlassen hatte, ging es nämlich zuerst unter der Semmering Schnellstraße hindurch und dann neben ihr entlang. Nach einer Weile kam ein Hinweis auf eine Sperre wegen Forstarbeiten – natürlich wieder einmal nicht am Anfang der Straße, sondern erst zu einem Zeitpunkt, wo ich ziemlich weit hätte zurückgehen und dann größer umplanen müssen. Ich ging also erst mal vorsichtig weiter und checkte die Lage. Es war zwar einiges Holz aufgestapelt, aber aktuell fanden keine Arbeiten statt und nach einer Kurve war die Sperre auch schon wieder zu Ende. Glück gehabt!

Nun hatte ich noch ein Stück an der Landstraße zu bewältigen, ehe ich schließlich in einen schönen kleinen Waldweg einbiegen konnte.

Es ging nun zunächst gemäßigt bergauf, bevor ein kleiner Pfad steil zum Erikafelsen abzweigte. Hier heißt es aufpassen, dass man die Abzweigung nicht verpasst, da der Felsen auf dieser Seite nicht ausgeschildert ist.

Beim Erikafelsen hatte ich einen ersten Blick zur Burg Wartenstein und zur Rax, wenn auch nur zwischen den Bäumen hindurch. Die Bank verlockte zu einer Rast, aber da ich diese erst später und möglichst in der Sonne machen wollte, nutzte ich die Gelegenheit hier noch nicht.

Vom Erikafelsen folgte ich nun dem Wartenstein Rundwanderweg, der zuerst durch den Wald und dann über eine Wiese führt. Hier hatte ich nun auch einen wunderschönen Blick auf die Burg und auf die schneebedeckten Gipfel von Rax und Schneeberg.

Ich hatte zwar mein kleines Malset mit, allerdings war hier gar keine Möglichkeit zum Sitzen. Daher machte ich erst mal nur Fotos und prägte mir das Panorama ein und ging weiter zur Burg.

Die Burg Wartenstein wurde im 12. Jahrhundert erbaut und war zunächst nur eine kleine Anlage, die im 13. Jahrhundert erweitert wurde. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde sie 1529 im Zuge der Ersten Wiener Türkenbelagerung zerstört. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte erfuhr sie weitere Zerstörungen und dazwischen immer wieder Umbauten und Restaurierungen. Da sie in Privatbesitz ist, kann sie leider nicht besichtigt werden; daher konnte ich sie nur durch einen Zaun durch bestaunen und fotografieren.

Ich ging nun ein Stück einen Weg entlang, der an der Burg vorbeiführt, da dort in meiner Kartenapp ein Aussichtspunkt verzeichnet war. Das dürfte allerdings kein ganz aktueller Eintrag sein, da die Aussicht mittlerweile komplett zugewachsen ist. Immerhin konnte ich aber auf dem Weg einige Schneerosen bewundern.

Als ich wieder zurück bei der Burg war, suchte ich mir eine Bank in der Sonne und machte hier eine Mittags- und Malpause. Es war kaum zu fassen, wie warm es in der Sonne war. Anstatt meiner vielen Kleidungsschichten und dem Stirnband hätte ich eher eine Kappe und Sonnencreme einpacken sollen.

Nach einer ausgiebigen Pause machte ich mich schließlich wieder auf den Weg und ging über eine Wiese weiter auf dem Wartenstein Rundwanderweg. Beim Blick zurück hatte ich nochmal eine schöne Sicht auf Rax und Schneeberg.

Ich durchquerte Raach am Hochgebirge und ging dann etwa vier Kilometer durch den Wald zum Ramssattel. Unterwegs begleiteten mich Schilder nach Mariazell, allerdings in die Gegenrichtung, da hier der ungarisch-österreichische Marienweg (Mária út) verläuft. Zwischendurch öffnete sich der Blick Richtung Wiener Neustadt, wo recht hartnäckig der Nebel hing.

Gut einen Kilometer nach dem Ramssattel bog ich schließlich rechts in einen Waldweg ein, bei dem bereits die Kernstockwarte ausgeschildert war. Es ging zuerst recht gemütlich teils flach, teils bergab durch den Wald, ehe schließlich ein steiler Pfad zur Warte abzweigte.

Von der Kernstockwarte hatte ich nun eine Aussicht auf den Hochwechsel und das Stuhleck. Leider war der Blick auf diese beiden Gipfel direkt gegen die Sonne und vom Hochwechsel ist zudem nur ein wenig zu sehen. Auf dem Foto habe ich die beiden Gipfel markiert – links ist der Hochwechsel, rechts das Stuhleck.

Besser war hingegen der Blick zum Schneeberg und hinunter auf Kirchberg am Wechsel.

Als ich den kleinen Pfad von der Warte wieder zurückgegangen war, bog ich bei der Abzweigung zunächst in den falschen Weg ein, da hier zwei parallel verlaufen. Sobald man den richtigen Einstieg hat, ist der Weg aber dann durchgehend Richtung Kirchberg ausgeschildert. Nach knapp drei Kilometern bergab erreichte ich Kirchberg, wo ich keine Zeit mehr hatte um mich umzusehen, da ich bereits zur Bushaltestelle musste. Die beiden Kirchen St. Jakob und St. Wolfgang sehen aber aus, als wären sie eine Besichtigung wert. Vielleicht starte ich ja demnächst nochmal eine Wanderung in Kirchberg und habe dann etwas mehr Zeit.

In Gloggnitz stieg ich dann wieder in den Zug und setzte mich hier nochmal an mein Bild. Da ich den Vordergrund nur aus meinem Gedächtnis zeichnete und dabei etwas planlos war, wurde er nicht ganz so wie ich mir das vorgestellt hätte, aber da es ja nur ein Skizze war, beließ ich es schließlich dabei.

Fazit: Eine sehr schöne Tour. Das traumhafte Wetter hatte natürlich auch seinen Anteil daran, aber abgesehen vom etwas zähen Beginn auf der Straße waren auch die Wege an sich sehr schön und die Ausblicke beeindruckend.

One Comment

  • Moni

    Wunderbare Aussichten! So ein Wetter beflügelt regelrecht. Zum eigentlichen Saisonstart gleich mit 20 km und 700 HM loslegen ist nicht ohne! Man merkt,dass du im Dauertraining bist. Toll!

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