Wege in Österreich

Von Breitenstein über die Speckbacher Hütte nach Gloggnitz

Die Fakten
17,9 km 469 hm 812 hm
Start: Breitenstein
Ziel: Gloggnitz
An- und Abreise: am Samstag fährt der CJX 9 direkt von Wien nach Breitenstein, sonst R 91 von Payerbach-Reichenau; zurück mit dem CJX 9
Schwierigkeit: gemütliche Wege in der ersten Hälfte; ein paar verwachsene und steilere Pfade ab dem Kobermannsberg

Gestern machte ich mich ein weiteres Mal auf, um der hartnäckigen Nebelsuppe in Wien zu entkommen. Bis Gloggnitz war noch alles grau, aber dann rissen die Nebelschwaden auf und ich stieg in Breitenstein am Semmering bei strahlendem Sonnenschein aus. Aufgrund von Zugproblemen war es bei meiner Ankunft schon mitten am Vormittag, dafür aber auch schon richtig warm in der Sonne.

Zusammen mit ein paar Wandergruppen ging ich auf der Orthoferstraße los Richtung Speckbacher Hütte. Bald zweigte ein Waldweg ab, der auf direktem Weg zur Hütte führt. Ich entschied mich hingegen für eine weite Schleife auf der Straße, da ich mir hier mehr Sonne versprach. Das hatte zusätzlich den Vorteil, dass ich mich dadurch von all den Wandergruppen trennte und nun alleine unterwegs war. Und die erhoffte Sonne bekam ich auch! Von Winter keine Spur – es herrschten fast frühlingshafte Bedingungen.

Im Sommer wäre sicher der Weg durch den Wald schöner – oder wenn man keine Lust auf Asphalt hat. Wenn man es gemütlich angehen möchte, ist der Weg auf der Straße aber auch eine gute Möglichkeit, da es durch die weite Schleife in sehr gemäßigter Steigung bergauf ging. In Orthof hatte ich zudem einen schönen Blick auf die Rax und kurz darauf auf den Schneeberg.

Als ich die Speckbacher Hütte erreichte, war es schon Mittag und daher einiges los. Ich hatte meine eigene Jause mit, aber da es auch einige Bänke etwas abseits der Hütte direkt in der Sonne gab, nutzte ich diese Gelegenheit gleich für eine Mittagspause.

Von der Speckbacher Hütte ging ich auf einem Wiesenweg weiter Richtung Kreuzberg und hatte dabei nochmal schöne Blicke auf die Rax sowie in der Ferne auf die Hohe Veitsch.

Es ging nun durch den Wald weiter Richtung Gasthaus Polleres. Ab und zu öffnete sich auch ein schöner Blick zum Sonnwendstein.

Kurz nach dem Gasthaus gab es auch einen schönen Blick zur Burgruine Klamm sowie zur Wallfahrtskirche Maria Schutz. Nur der Talübergang der Semmeringer Schnellstraße dazwischen störte das idyllische Bild.

Als ich wieder in den Wald eintauchte, nahm ich eine falsche Abzweigung, die am Kobermannsberg in einer Sackgasse endete. Dieser ungeplante kleine Abstecher lohnte sich aber insofern, da ich nun einen Blick auf das Nebelmeer im Tal hatte.

Den richtigen Weg hatte ich vermutlich übersehen, da der kleine Pfad stellenweise etwas verwachsen war.

Der Weg führte bergab zur Straße, die einen rechts gleich zum Bahnhof Klamm-Schottwien bringen würde. Ich folgte hingegen dem Bahnwanderweg Richtung Gloggnitz. Diesen Abschnitt kannte ich schon von einer Wanderung vor einigen Jahren und hatte ihn damals als nicht allzu reizvoll empfunden. Diesmal bestach er durch weitere Blicke auf den Nebel unter mir, der allmählich immer näherrückte.

Beim Eichberg-Tunnel, auf etwa 650 Metern Höhe, tauchte ich schließlich in den Nebel ein. Praktisch von einer Minute auf die andere hatte ich fast keine Sicht mehr und es wurde sehr ungemütlich kalt.

Aber wenn man in der Ferne nichts mehr sieht, gibt es oft immer noch schönes in der Nähe zu entdecken. Besonders faszinierend fand ich die Eisstrukturen im gefrorenen Wassertropfen.

Es ging nun auf der Straße beständig bergab, bis ich nach gut 15 Kilometern schließlich Schloss Gloggnitz erreichte. Nach einer kleinen Runde durch den Schlosshof ging ich weiter nach Gloggnitz hinein und zum Bahnhof.

Fazit: Eine schöne sonnige Runde, die genau das richtige war, um dem trostlosen Nebelwetter in Wien zu entfliehen. Nicht ganz so spektakulär wie der Bahnwanderweg von Semmering nach Breitenstein, aber einige schöne Fernblicke gibt es auch hier.

4 Comments

  • Moni

    Wie eine andere Welt, wenn man wochenlang Nebel um sich hat…danke für die Sonnen-Ausflüge! Sehr schön auch die Erkenntnis: „Aber wenn man in der Ferne nichts mehr sieht, gibt es oft immer noch schönes in der Nähe zu entdecken.“ Gute Übung derzeit!

  • Konstanze

    Oh, da sind ja so einige großartige „Gräser vor Landschaft“-Fotos dabei! Ich finde den Blick auf das Nebelmeer auch wunderschön! Es ist wirklich kaum zu glauben, dass du diese sonnigen Aussichten und Blüten kurz vor Weihnachten fotografiert hast.

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