Vom Traisental ins Pielachtal
Die Fakten
17,7 km 331 hm 375 hm
Start: Kreisbach
Ziel: Ober-Grafendorf
An- und Abreise: R 55 von St. Pölten nach Kreisbach; Rückfahrt mit der Mariazellerbahn
Schwierigkeit: einfache Wanderung mit einer Mischung aus kleinen Wegen und Straßen
Meine letzte Wanderung begann mit etwas Planungschaos am Morgen. Abgesehen davon, dass ich meinen Zug versäumte, hätte mich meine Ursprungswanderung wohl nur in den Nebel geführt. Da ich noch eine Erkältung auskurierte, wollte ich auch nicht allzu viele Höhenmeter überwinden, entschied mich aber schließlich für eine Wanderung von Hainfeld auf den Gföhlberg. Überraschenderweise lichtete sich der dichte Nebel aber bereits im Traisental und so stieg ich spontan in Kreisbach bei Wilhelmsburg aus. Bei Sonne und klarer Sicht ging ich zunächst an der Traisen entlang und stellte mir währenddessen auf die Schnelle eine Tour zusammen.

Bei dem Wetter wäre es vermutlich auch schön gewesen, einfach weiter an der Traisen zu wandern, allerdings war hier der Autolärm von der Mariazeller Straße ziemlich störend. Daher bog ich schließlich nach gut drei Kilometern nach rechts in den Kendlgraben ein. Es ging nun abwechselnd durch Schatten und Sonne, was zu ziemlichen Temperaturunterschieden von einer Minute auf die andere führte.


Von Hochstraß ging es eine Weile bergauf, bis ich schließlich schöne Ausblicke in alle Richtungen genießen konnte. In den Tälern hing teilweise der Nebel, aber ich wurde weiterhin von der Sonne beschienen und es kam mir fast frühlingshaft vor.




Ich machte eine Pause in der Sonne und es war mir sogar zu warm, um meinen mitgebrachten Tee zu trinken. Als ich weiterging, folgte ich dem Großen Pielachtaler Rundwanderweg über den Kuhberg. Ich kam beim Luberger Mostkeller zur Selbstbedienung vorbei, der sich allerdings in der Winterpause befand. Im Sommer könnte man hier aber sicher lauschig sitzen.


Schon auf dem Weg zum Mostkeller war der Nebel immer nähergerückt und nun tauchte ich darin ein.





Innerhalb einer Minute war ich von strahlendem Sonnenschein in dichten Nebel gewechselt – und ebenso schnell kam ich nach etwa einem Kilometer wieder aus dem Nebel heraus.


Über Wiesen und durch Wälder wanderte ich über teilweise recht schlammige Wege und nahm dabei eine falsche Abzweigung. Zum Glück bemerkte ich es bald und foglte nun dem richtigen Weg zur Straße, wo ich erneut in den Nebel eintauchte – und von nun an hielt er sich hartnäckig.


Nach insgesamt 15 Kilometern überquerte ich die B39, wo mich auf der anderen Straßenseite laut meiner Wanderapp der Pielachtaler Rundwanderweg direkt an der Pielach entlang nach Ober-Grafendorf führen sollte. Allerdings lag zwischen mir und dem Weg an der Pielach ein geschlossenes Firmengelände. Alle Alternativmöglichkeiten hätten einen ziemlichen Umweg bedeutet, also fragte ich einen Mitarbeiter, ob es hier irgendwo einen Weg durch gäbe. Dieser war daraufhin so freundlich, mich mit der Chipkarte aufs Gelände zu lassen und bis zur anderen Seite zu begleiten, wo er mich wieder hinausließ. Da hatte ich ja Glück gehabt!
Im Nebel ging ich nun an der Pielach entlang, wo es sich nun doch recht winterlich anfühlte. Schließlich erreichte ich Ober-Grafendorf, wo gleich am Ortseingang ein sehr gut bestückter Dorfladen war. Schön, dass der anscheinend auch der Konkurrenz durch die üblichen Supermärkte im Ort trotzen kann.


In Ober-Grafendorf warf ich noch einen Blick in die Pfarrkirche, die wie so viele Kirchen in Österreich im 15. Jahrhundert erbaut wurde und dann im 18. und 19. Jahrhundert größere bauliche Veränderungen erfuhr.



Als ich beim Bahnhof auf die Mariazellerbahn wartete, war ich dann doch ganz froh über meinen heißen Tee.
Fazit: Dafür, dass ich diese Strecke so spontan ausgesucht hatte, war das eine zwar unspektakuläre, aber schöne Tour gewesen. Besonders gefreut hatte ich mich über den Sonnenschein und die klaren Blicke während der ersten Hälfte der Wanderung, aber auch der Nebel hatte wieder für eine ganz eigene Stimmung gesorgt.
4 Comments
Konstanze
Die ersten Fotos sehen auch wirklich frühlingshaft aus! Schön, dass diese spontane Wanderung für dich zu solche netten Ausblicken geführt hat. Wobei ich Nebel ja immer besonders schön finde (auch wenn es unmöglich ist ihn mit dem Handy zu fotografieren, wie ich in den letzten Wochen erst wieder gemerkt habe), aber ich kann verstehen, dass das nicht die Stimmung ist, die du auf einer Wanderung suchst. *g*
Judith
Ich mache ja seit einer Weile alle Fotos nur noch mit dem Handy, aber manches würde sicher mit einer vernünftigen Kamera besser funktionieren. Und ich mag die Nebelstimmung auch, aber bin beim Wandern doch lieber oberhalb davon unterwegs. *g*
Konstanze
Verständlich! Gerade in Gebieten, in denen die Wanderwege doch eher unübersichtlich sind (oder gar zwischen Gestrüpp gesucht werden müssen), fände ich eine dichte Nebelsuppe auch nicht so reizvoll. Aber für einen Spaziergang in übersichtlichem Gebiet ist es perfekt … 😉
Judith
Ganz verheerend ist es in den Bergen, wenn es keinen erkennbaren Weg gibt und man nach Steinmarkierungen navigieren muss. In der Situation ist es mir zum Glück noch nicht passiert, aber am Ätna hatten wir es erlebt, dass es minutenschnell von Sonne zu weißer Wand wechselte. Da war es schon am Ende unserer Wanderung, aber es hat mir gezeigt, wie schnell und unerwartet das kommen kann.