Wege in Europa,  Weitwanderwege

Olavsweg 5: Engen Kloster – Hoffsvangen

Die Fakten
18,9 km 232 hm 386 hm
Start: Engen kloster
Ziel: Hoffsvangen
Schwierigkeit: einfache Wege mit nur wenigen Höhenmetern

Heute in der Früh bekam ich von Schwester Magnhild warme und trockene Schuhe überreicht. Und zumindest beim Aufbruch regnete es auch nicht. Während Ingrid direkt zurück zum Pilgerweg ging, folgte ich der Straße zu einem Dorfladen, zu dem man mit Kreditkarte jederzeit Zugang bekommt. Ich war beeindruckt, was es dort drinnen alles gab und nahm mir einen Joghurtdrink als zweites Frühstück mit.

Danach beschloss ich, nicht dem eigentlichen Wegverlauf über Wiesen und Felder zu folgen, sondern auf der Straße zu bleiben, um noch etwas länger trockene Schuhe zu haben. Da ich hier ebenfalls die Olavsmarkierungen fand, muss das auch eine alternative oder frühere Wegführung sein.

Leider begann es nach ein paar Kilometern wieder zu regnen und das ich nun von den vorbeifahrenden Autos nassgespritzt wurde, verließ ich dann doch die Straße. Das bereute ich aber bald, als es über sehr schlammige und nasse Wege ging. In Windeseile hatte ich nun wieder nasse Füße.

Da traf es sich gut, dass ich bald darauf zur Kirche von Kolbu kam, wo im Pfarrhaus eine Toilette und ein Pilgerstempel waren. Sitzen konnte man dort drinnen zwar nirgends, aber unter einem Vordach konnte ich mit der Matte doch einen geschützten Platz vor dem Regen finden.

Als ich dort eine frühe Mittagspause machte, kam auch Ingrid des Weges und setzte sich dazu. Schließlich brach ich wieder auf, da ich in Lena, der nächsten Stadt, nach neuen Schuhen Ausschau halten wollte. Wie zur Bestätigung ging es danach wieder durch nasses Gras und nun stand in meinen Schuhen fast schon das Wasser.

Das war dermaßen unangenehm beim Wandern, dass ich schließlich für die letzten vier Kilometer nach Lena wieder auf die Straße wechselte und meine Sandalen anzog. Dabei fällt mir ein, dass ich hier am Blog noch gar nicht von meinem unglaublichen Glück mit den Sandalen berichtet habe. Ich hatte ursprünglich nur Schlapfen dabei, mit denen ich definitiv keine längeren Strecken gehen konnte. Aber auf dem Tunsbergleden kam ich in der Gegend von Drammen bei einer Pilgerbox vorbei, wo es allerlei Dinge zur freien Entnahme gab. Und hier fand ich perfekt passende Sandalen, die ich daraufhin mit meinen Schlapfen austauschte. Nun, als ich darin die Straße nach Lena entlangstapfte, war ich über die Sandalen mehr als glücklich.

An einem kleinen Wasserfall vorbei ging es in die Stadt hinein.

Hier machte ich einen kleinen Kaffeestopp, weil ich den heute definitiv brauchte! Danach ging ich weiter zum Sportgeschäft, wo ich von zwei Verkäufern eifrig beraten wurde. Sie waren ziemlich schockiert vom Zustand meiner Schuhe und konnten es nicht glauben, dass ich die erst für ein halbes Jahr habe.

Die Auswahl hier war zwar nicht so groß, aber ich wurde doch fündig. Als ich den weiteren Weg zur Herberge gleich in den neuen Schuhen zurücklegte, war ich so erleichtert. Hoffentlich sind sie auch tatsächlich bequem für lange Strecken jeden Tag!

Etwa drei Kilometer später erreichte ich die Kirche von Hoffsvangen und ging weiter zum Pfarrheim. Hier rief ich die Kontaktperson an und erfuhr, dass ich vorerst nur in einen Nebenraum könnte, da hier ein Begräbnis war. Der Priester zeigte mir, wo ich mich vorerst hinsetzen könnte, aber leider hatte ich noch keinen Zugang zu Küche und Dusche. Als Ingrid bald darauf auch ankam, saßen wir ein bisschen herum wie bestellt und noch nicht abgeholt. In einer Regenpause konnten wie zumindest die geöffnete Kirche besichtigen, deren Ursprünge im q1. Jahrhundert liegen, die aber nach einem Feuer mit leichten Veränderungen im 16. Jahrhundert neu erbaut wurde.

Um 18 Uhr konnten wir dann aber in den gemütlichen Raum hinein und uns dort ausbreiten.

Es gibt hier alles, sogar eine Sauna (die ich aber eher nicht nutzen werde). Nach der etwas mühsamen Warterei ist das nun doch eine ideale Pilgerunterkunft. Und die Ehrenamtlichen, die sich hier um alles kümmern, sind äußerst nett. Der richtige Ort nach einem etwas mühsamen Tag – und die Fußprobleme gehören hoffentlich ab morgen auch alle der Vergangenheit an.

3 Comments

  • Moni

    Das wünsche ich dir sehr,dass die neuen Schuhe deinen Füßen nur gut tun und auch gut imprägniert sind!
    Dass du passende Sandalen geschenkt bekommen hast ist wirklich großartig. Schön!

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