Wege in Österreich

Nebel und Sonne auf der Steinwandleiten

Die Fakten
22 km 570 hm 649 hm
Start: Rohrbach an der Gölsen
Ziel: Kreisbach
An- und Abreise: Anreise mit dem R 54 von St. Pölten, Rückreise mit R 54 oder R 55
Schwierigkeit: Mischung aus Forstraßen und kleinen Pfaden mit einigen Steigungen

Da es nun schon so bald dunkel wird, bietet es sich wieder an die Wanderungen mit passendem Blick zum Sonnenuntergang zu planen. Letztes Jahr im Frühling habe ich schon einmal eine Rundwanderung zur Steinwandleiten gemacht und wusste daher, dass man von dort einen schönen Blick Richtung Westen hat. Ich stellte mir also eine entsprechende Route zusammen und startete meine Wanderung in Rohrbach an der Gölsen. Unterwegs war ich im Zug in dichten Nebel eingetaucht, aber in Rohrbach herrschte schönster Sonnenschein. Es war zwar noch sehr kalt, aber als ich auf der Durlaßstraße und dann im Wald bergauf Richtung Kukubauerhütte ging, wurde mir bald warm.

Es ging etwa 400 Höhenmeter hinauf – teils in gemütlicher Steigung, teils aber auch recht straff. Vom Wagenhof folgte ich ein paar kleinen Pfaden, die zwar in meiner Wanderapp eingezeichnet waren, sich aber immer wieder mal im Nichts verloren. Ich landete zwar letztendlich dort, wo ich hinwollte, aber besser (und schneller) ist es wohl von Wagenhof einfach der Straße zu folgen. Unterwegs und dann vom Gipfelkreuz auf der Kukubauerwiese hatte ich schöne Blicke aufs Alpenvorland im Süden.

Gleich unterhalb des Kreuzes ist die Kukubauerhütte, die bei Schönwetter von Freitag bis Sonntag geöffnet hat. Für eine Mittagspause war es noch etwas früh (zumal ich meine eigene Jause mithatte), dafür aber passend für eine Kaffeepause. Da ich beim Aufstieg ins Schwitzen gekommen war, fröstelte ich jetzt im Schatten ziemlich, daher kam mir die Pause in der warmen Stube recht gelegen.

Von der Hütte ging es dann erst einmal sehr gemütlich in leichtem Auf und Ab auf der Südroute des Voralpenweges 04 Richtung Westen weiter. Der Weg verlief abwechselnd durch Wald und über Wiesen. Hier auf etwa 700 Metern waren die meisten Bäume schon kahl, aber manchmal gab es doch noch buntes Herbstlaub. Ich hatte immer wieder schöne Blicke und stellte fest, dass ich mein Wanderziel gut gewählt hatte, da sowohl Richtung Norden als auch Süden der Nebel hing.

Nach etwa zehn Kilometern fand ich eine Bank in der Sonne und legte hier nun meine Mittagspause ein. Als ich weiterging, kamen mir zwei Wanderer entgegen, die meinten „da hinten ist es mit der Sonne vorbei“ und tatsächlich tauchte ich bald darauf in dichten Nebel ein.

Der Weg verlief weiter abwechselnd durch Wald und über Wiesen, aber nun konnte von Aussicht keine Rede mehr sein – ich konnte teilweise kaum 20 Meter weit sehen. Abwechslung in dieser Nebelsuppe bot eine äußerst streichelbedürftige Katze, die mich für eine Weile begleitete.

Bei der Zehethofer Höhe bog ich links auf einen Weg ab, der zunächst über eine Wiese und dann durch den Wald bergauf Richtung Steinwandleiten führte. Meine Hoffnungen auf einen Sonnenuntergang hatte ich schon fast aufgegeben, aber dann war ich mit einemmal wieder über dem Nebel und hatte beim Gipfelkreuz der Steinwandleiten eine wunderschöne Stimmung.

Ich hatte jetzt nur das Dilemma, dass es noch fast eine Stunde bis zum Sonnenuntergang war und ich außerdem für den perfekten, freien Blick nach Westen noch ein Stück weitergehen müsste, was mich wieder bergab in den Nebel bringen würde. Ich trank also erst mal meinen restlichen Tee und überlegte, was ich machen sollte. Ohne Bewegung wurde mir schnell kalt und so beschloss ich, einfach mal den Weg weiterzugehen und zu schauen, ob die Sicht vielleicht doch klar blieb. Allerdings hatte ich zuerst noch zu viele Bäume im Weg und dann tauchte ich bereits wieder in dichten Nebel ein.

Ich ging also wieder zurück Richtung Gipfelkreuz und fand mit einem kleinen Abstecher querfeldein tatsächlich noch den perfekten Platz. Durch das Herumsuchen hatte ich nun immerhin auch etwas Zeit überbrückt und musste nicht mehr zu lange auf den Sonnenuntergang warten, der über den Nebelschwaden einfach fantastisch anzusehen war. Da hatte sich das Hin und Her wirklich gelohnt!

Als die letzten Strahlen verschwunden waren, machte ich mich zügig an den Weg bergab. Im dichten Nebel und der einsetzenden Dunkelheit war das etwas mühsam, aber ich hatte meine Stirnlampe dabei und musste die meiste Zeit nur einer Forststraße folgen. Eine Stunde später erreichte ich den Bahnhof Kreisbach bei Wilhelmsburg.

Fazit: Eine tolle Wanderung, die durch den Wechsel zwischen Sonne und Nebel besonders interessant wurde. Der Sonnenuntergang über dem Nebelmeer war dann noch das Tüpfelchen auf dem i.

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