Meine Wanderung in Dänemark und Norwegen: Ausrüstung im Rückblick
Da ich vor meiner Wanderung wieder lange darüber nachgedacht habe, was ich mitnehmen soll, möchte ich nun auch noch ein Fazit zu meiner Ausrüstung ziehen:
Rucksack (Gregory Octal 45):
Wie bereits bei meiner Ostsee-Wanderung hatte ich als Rucksack wieder den Gregory Octal mit einem Fassungsvermögen von 45 Litern dabei. Das Tragesystem des Rucksacks finde ich sehr gut. Sonst habe ich oft bei weniger Gewicht schon Druckstellen am Schlüsselbein und auf den Schultern, aber dieser verteilt das Gewicht so gut auf die Hüften, dass die Schultern sehr gut entlastet werden. Allerdings war ich mit dem Rucksack dieses Mal an der Grenze, was das Fassungsvermögen betrifft. Solange ich regelmäßig Einkaufsmöglichkeiten hatte, ging es, aber Essen für mehrere Tage und die Zeltausrüstung hätte ich nicht mehr darin untergebracht. Sollte ich also nochmal eine vergleichbare Wanderung machen wollen, würde ich einen neuen (größeren) Rucksack benötigen – zumal sich inzwischen einige Nähte zu lösen beginnen. Da ich den Rucksack gebraucht gekauft habe und es dieses Modell schon eine Weile nicht mehr gibt, kann es sein, dass er bereits etliche Kilometer auf dem Buckel hatte, ehe er bei mir gelandet ist.
Zelt- und Schlafausrüstung:
Wie den Rucksack habe ich auch Zelt, Isomatte und Schlafsack gebraucht gekauft, da ich zunächst nicht wusste, ob das Zeltwandern überhaupt mein Fall ist. Und so wirklich weiß ich das noch immer nicht, da ich weniger gezeltet habe als geplant. Das lag unter anderem daran, dass ich auf der Isomatte einfach nicht gut schlafen konnte. Es ist eine aufblasbare Matte von Sea-to-Summit, die eigentlich ganz gut ist, aber sie ist mir einfach zu klein. Die Matte ist 168 cm lang, was von der Länge her gut passt, aber mit einer maximalen Breite von 56 cm und einer schmaler zulaufenden Mumienform hatte ich als Seitenschläferin das Problem, dass mein Rücken und meine Knie gefühlt immer am „Abstürzen“ waren. Daher ist das der Ausrüstungsgegenstand, der nun als erstes erneuert werden muss: Ich brauche unbedingt eine breitere Isomatte, auch wenn diese dann natürlich schwerer und voluminöser ist.
Auch von meinem Zelt bin ich nicht hundertprozentig überzeugt. Es handelt sich um das „Copper Spur“ von Big Agnes, das als freistehendes Zelt recht anfängerfreundlich ist. Ich finde es allerdings bei Regen ziemlich unpraktisch, dass man zuerst das Innen- und dann erst das Außenzelt aufbaut. Ich hätte außerdem gern etwas mehr Platz drinnen, um mich gerade bei Schlechtwetter etwas besser rühren zu können. Das sind aber alles Probleme, die eher lange Wanderungen betreffen. Kürzere Zelttouren würde ich ohnehin eher bei Schönwetter machen, daher besteht aktuell kein Anlass für ein neues Zelt. Das wäre erst bei einer weiteren längeren Wanderung ein Thema.
Zu meiner Schlafausrüstung zählt schließlich auch mein 3-Jahreszeiten-Schlafsack von Alpin Loacker mit einer Komforttemperatur bis 6 Grad. Frieren musste ich damit nie; eher war mir bei der Hitze in Südnorwegen und in einigen Pilgerherbergen damit zu warm. Ich finde auch Mumien-Schlafsäcke etwas einengend, aber das ist ein allgemeines Problem und hat nichts mit diesem speziellen Modell zu tun. Insofern hat sich der Schlafsack für mich gut bewährt.
Bekleidung:
Anders als vor drei Jahren war ich dieses Mal nicht mit Leggings unterwegs, sondern hatte eine abzippbare Wanderhose. Früher war ich davon kein Fan, aber inzwischen finde ich diese doch sehr praktisch. Ansonsten gibt es zur Kleidung nicht so viel zu sagen, außer dass mich meine Regenjacke von Mountain Equipment wieder auf ganzer Linie überzeugt hat. Vor drei Jahren war ich bereits begeistert, dass sie wirklich immer dicht gehalten hat und sich auch auf der Haut angenehm anfühlt (das ist sonst bei solch dünnen Regenjacken eher nicht der Fall). Und auch dieses Mal bin ich darin nicht nass geworden – außer vom Schwitzen, wenn es bei Regen warm war und/oder bergauf ging.
Schuhe:
Ach ja, was soll ich sagen … Alle, die hier mitgelesen haben, wissen, wie sehr ich dieses Mal mit den Schuhen gekämpft habe. Wie seit einigen Jahren war ich wieder mit den Meindl Houston GTX unterwegs und habe erstmals Blasen darin bekommen. Mir taten auch oft Ballen und Fersen weh, da die Sohle recht dünn und wenig gedämpft ist, was mit dem schwereren Rucksack zum Problem wurde. Besonders ärgerlich war aber, dass die Schuhe schon bald Löcher bekommen haben und dann natürlich gar nicht mehr wasserdicht waren. Ich hatte sie erst wenige Monate vor der Wanderung neu gekauft und da ich das Problem bereits mit meinen alten Schuhen auf dem Olavsweg vor drei Jahren hatte (wenn auch nicht in diesem Ausmaß), ist nun klar, dass das prinzipiell eine Schwachstelle dieses Modells ist.
Daher musste ich unterwegs neue Schuhe kaufen und bin auf Leichtwanderschuhe von Alfa, einem norwegischen Hersteller, gestoßen. Diese haben sich gut bewährt, auch wenn sie nicht ganz perfekt sind. Leider sind sie für meine Füße etwas zu schmal, was mein übliches Problem mit Wanderschuhen ist. Blasen habe ich zwar zum Glück nicht mehr bekommen, aber bei längeren Strecken haben dann doch meine Zehen geschmerzt. Und die Schuhe haben meine Füße zwar gut trocken gehalten, sind aber auch sehr warm. Bei 30 Grad oder mehr kann ich sie mir kaum vorstellen – aber das ist ein Problem, das ich erst mal auf den nächsten Sommer verschiebe. 😉
Ansonsten finde ich, dass sie einen richtig guten Sohlengrip haben und eine gute Balance zwischen festem Halt und Flexibilität finden.


Sonstiges:
Es gibt ein paar Ausrüstungsgegenstände, bei denen ich länger nachgedacht habe, ob ich sie mitnehmen soll, daher möchte ich auf diese noch konkret eingehen:
- Wasseraufbereitung: 2022 hatte ich einen Wasserfilter dabei, den ich nur ein einziges Mal verwendet habe. Daher habe ich dieses Mal nach längerem Überlegen stattdessen nur ein paar Chlortabletten zur Wasserentkeimung mitgenommen. Ich habe davon nur eine einzige verwendet und zwar in Ryphusan Refugium. Für Tee/Kaffee und Abendessen haben wir das Wasser aus dem Bach nur abgekocht, aber als ich am nächsten Tag meine Wasserflasche für unterwegs aufgefüllt habe, habe ich zur Sicherheit eine Tablette reingegeben. Sollte ich mal eine längere Zelttour mit Wildcampen planen, würde ich den Wasserfilter mitnehmen, aber diesmal waren die Tabletten als Backup für den Notfall völlig ausreichend.
- Kochausrüstung: Da es auf den Campingplätzen und in den Pilgerherbergen fast immer Kochmöglichkeiten gab, habe ich keinen Gaskocher mitgenommen. In einzelnen Situationen wäre er zwar praktisch gewesen, aber ich habe nicht bereut, dass ich ihn zuhause gelassen habe.
- Regenschirm: Bei manchen Wanderungen hatte ich meinen Schirm ziemlich viel im Einsatz. Dieses Mal aber kaum, obwohl es einige Male geregnet hat. Aber meistens war es zu windig oder die Wege waren so, dass ich nicht gut mit Schirm gehen konnte. Insofern hätte ich ihn dieses Mal zuhause lassen können.
- E-Reader: Bei jeder Wanderung denke ich darüber nach, ob ich ihn wirklich mitnehmen soll – und dann kam er bisher doch noch jedes Mal mit. Auf dem Smartphone zu lesen, ist einfach nichts für mich und so bin ich froh, dass ich mir diesen Luxus gegönnt habe.
- Reise-Aquarellset: Wie der E-Reader ein Luxusgegenstand, der sich gelohnt hat. Ich habe einige Male am Abend gemalt und ab und zu auch unterwegs bei Pausen. Das war sehr entspannend und jetzt im Nachhinein ist es schön, dass ich mein kleines Skizzenheftchen (das ich vor der Wanderung noch auf die Schnelle zusammengebastelt habe) als Erinnerung habe. Daher gibt es nun als Abschluss dieses Beitrags und als Abschluss der Dokumentation dieser Wanderung nochmal alle Bilder auf einen Blick:











