Wege in Europa,  Weitwanderwege

Olavsweg 2: Gjesvold gård – Åsbygda

Die Fakten
25,2 km 538 hm 410 hm
Start: Gjesvold gård
Ziel: Åsbygda
Schwierigkeit: einfache, aber stellenweise sehr verwachsene Wege

Da mir in der Nacht eine nervige Fliege einigen Schlaf geraubt hatte, wurde es heute morgen etwas später als geplant und ich machte mich um kurz vor 9 Uhr auf den Weg. Zum ersten Mal seit Tagen war der Himmel heute bedeckt und die Temperatur entsprechend angenehm. Der Weg führte zunächst ein paar Kilometer an der Straße entlang.

In Svensrud nahm ich eine Abkürzung: Der Pilgerweg macht hier eine lange Schleife, um noch zwei Kirchen und ein Gräberfeld mitzunehmen. Das wären aber auch nochmal sieben Kilometer mehr gewesen, daher nutzte ich die Abkürzung. Als ich wieder zurück auf dem Originalweg war, führte dieser bald darauf in den Wald. Die nächsten fünf Kilometer ging es nun sehr gemütlich durch Wälder und über Feldwege, nur ab und zu musste ich mich etwas durchs Dickicht kämpfen.

Nach gut zehn Kilometern erreichte ich die Norderhov-Kirche, die geöffnet war. Ich wurde vom Priester freundlich empfangen und mit einem weiteren Stempel im Pilgerpass versorgt. Die Kirche wurde um 1200 erbaut und 1882 erweitert.

Nach dem Besuch der Kirche ging ich auf die andere Straßenseite zum Ringerike Museum, das mit etlichen Fundstücken die Geschichte der Region rekapituliert. Eine Sonderausstellung berichtete von der Zeit der deutschen Besatzung von 1940 bis 1945.

Nach der Besichtigung legte ich hier gleich noch eine Pause mit Kaffee und Waffeln ein. Danach ging es zunächst wieder eine Weile an der Straße entlang, ehe der Weg in den Wald führte. Stellenweise war er etwas verwachsen.

Ich hatte eigentlich eine zweite kleine Pause bei der Haug Kirche nach etwa 18 Kilometern einlegen wollen, aber kurz vorher kam ich bei einem Pilgerrastplatz vorbei. Neben der Sitzgelegenheit gab es einen Wasserkocher, Kaffee und Tee und ein Gästebuch. Was für ein schönes Plätzchen!

Danach entfiel natürlich die Pause bei der Haug-Kirche, aber ich fand hier ein geöffnetes WC. Das war ja vielleicht ein Service heute! Die Kirche war allerdings zu.

Danach ging es nach einem weiteren Straßenabschnitt wieder in den Wald, wo der Weg teilweise völlig verwachsen war. Dafür wuchsen mir auch die Himbeeren fast in den Mund. Ich hatte heute schon den ganzen Tag über Himbeeren genascht – vermutlich mehr als jemals sonst in meinem Leben.

Es ging nun bis kurz vor meiner Unterkunft bergauf, was mir schöne Blicke über die Landschaft verschaffte.

Gerade, als es leicht zu regnen begann, erreichte ich meine Unterkunft im Gamleveien 60. Ein englisches Ehepaar hat hier die Gartenhütte zur Pilgerherberge ausgebaut.

Es gibt ein Outdoor-WC und Zugang zu einem Wasserhahn; duschen konnte ich im Haus. Außerdem bekam ich hier auch ein Abendessen. Als ich im Vorfeld darauf hingewiesen habe, dass ich Vegetarierin bin, erfuhr ich, dass sich die Gastgeber beide seit 50 Jahren vegetarisch ernähren. Das trifft sich ja sehr gut! Bei einem sehr guten Gemüse-Linsen-Eintopf plauderten wir ein bisschen, ehe ich es mir in der Gartenhütte gemütlich machte.

One Comment

  • Moni

    Dieses Pilger-Rastplatzerl ist ja herzerwärmend! Voll schön. Und super,dass der Regen erst zur Ankunft kam. So angenehm könnts doch mal bleiben! Ich drück die Daumen! Auch,dass du eine ruhige Nacht hattest in deinem süßen Gartenhütterl.

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