Tunsbergleden 9: Røyken – Hvalstad
Die Fakten
22,9 km 563 hm 634 hm
Start: Røyken
Ziel: Hvalstad
Schwierigkeit: hauptsächlich kleine, teils steinige Pfade mit einigem Auf und Ab
Meinen Weg heute startete ich mit einem Klassiker: Ich wollte eine vermeintliche Abkürzung nehmen (die in der Kartenapp auch als Wanderweg markiert war) und fand mich nach knapp 2 Kilometern vor einem verschlossenen Tor wieder. Auf der Suche nach einem Weiterkommen kämpfte ich mich durch Gestrüpp, kletterte über Felsen und fand schließlich ein Indiz dafür, dass es schon anderen so ergangen sein musste wie mir:

Was war ich erleichtert, als ich endlich wieder auf dem offiziellen Weg war!
Dieser führte nun auf den nächsten acht Kilometern durch die Kjedstadmarka, ein wunderschönes Waldgebiet. Es war allerdings auch hier schon sehr warm und beim vielen Bergaufgehen kam ich ordentlich ins Schwitzen. Trotzdem ein traumhafter Weg, der ab und zu auch schöne Ausblicke bot.











Da ich so viele Fotos machte und Heidelbeeren pflücken, kam ich nur langsam voran. Bei einer Hütte legte ich dann auch noch eine Pause ein.



In Dikemark ging es erst einmal aus dem Wald hinaus. Der Ort kam mir wie ein Lost Place vor, obwohl schon einiges Leben auf den Straßen war. Hier ist ein psychiatrische Krankenhaus von 1905, das, soweit ich es verstand, nun zum Teil Museum, zum Teil noch in Betrieb ist.



Ich fand außerdem am Rand von Dikemark einen kleinen Badestrand an einem See und kühlte mich kurzerhand ab – zusammen mit einigen ortsansässigen Familien.

Danach ging es erneut in den Wald hinein, der jetzt allerdings nur sporadisch Schatten zu bieten hatte.


Nach knapp 15 Kilometern erreichte ich schließlich Asker, das durch ein bemerkenswert hässliches Rathaus bestach. Schöner war da die Kirche, bei der ich eine Frau antraf, die mich einließ und mir auch gleich ein bisschen was über die Kirche erzählte. Sie wurde 1879 erbaut als Ersatz für eine mittelalterliche Kirche, die abgebrannt war. Zumindest der Altar konnte aber gerettet werden.




Bald danach kam ich zum Asker Museum, einem Freilichtmuseum, das zwar schon geschlossen hatte, aber ich konnte trotzdem über das Gelände spazieren. Nur die Häuser waren nicht mehr zugänglich.




Von hier war es nicht mehr weit zum Bahnhof Hvalstad, wo ich in den Zug nach Oslo stieg. Um bis in die Stadt zu wandern, hätte ich noch eine Etappe benötigt, aber darauf konnte ich bei der Hitze ehrlich gesagt verzichten.
In Oslo bezog ich Quartier im Pfarrhaus der Østre Aker Kirche. Das schaut von außen sehr idyllisch aus, war allerdings innen etwas chaotisch wegen den Vorbereitungen für eine Hochzeit.

Als noch eine zweite Pilgerin eintraf, die morgen den Olavsweg starten wird, versuchten wir uns trotzdem etwas häuslich einzurichten. Außerdem nutzen wir den Schlüsselcode, um durch die „Pilgertür“ in die geschlossene Østre Aker Kirche zu gelangen.




Und damit bin ich nun am Ende des Tunsbergledens angekommen! Der Weg an sich war sehr schön, die Infrastruktur nicht so sehr. Daher bin ich froh, dass es ab morgen mit den Herbergen deutlich einfacher werden sollte.

