Wege in Europa

Ostern in Italien: Florenz

Da ich über die Osterfeiertage in Italien war, werden die nächsten Beiträge nun eher stadtlastiger, wobei ich auch eine zwei (bzw. eineinhalb) Wanderungen gemacht habe. Den Anfang meines Reiseberichts macht Florenz, das ich nach einer Fahrt mit dem Nachtzug frühmorgens erreichte. Hauptstadt der Toskana, Wiege der Renaissance, Stadt der Medici und der Künstler und Gelehrten – zu Florenz hatte ich viele schöne Assoziationen im Kopf, aber auch eine negative: Menschenmassen. Gerade zur Osterzeit machte ich mich auf das schlimmste gefasst, aber als ich um 6 Uhr 45 vom Bahnhof Richtung Uffizien ging, hatte ich die Stadt noch fast für mich alleine. Selbst beim Herzstück von Florenz, dem romanisch-gotischen Dom Santa Maria del Fiore, war noch kein Mensch, auch wenn ich ihn um diese Zeit natürlich nur von außen bewundern konnte.

Mit der Piazza della Signoria erreichte ich bald darauf ein weiteres Highlight. Hier finden sich der Palazzo Vecchio, der Sitz des Rathauses, der Arkadenbau Loggia dei Lanzi und der Palazzo Uguccioni sowie der Palazzo delle Assicurazioni Generali.

Nur ein Stück weiter kam ich zur Ponte Vecchio, der ältesten Brücke in Florenz, die bereits im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Direkt auf der Brücke befinden sich zahlreiche kleine Läden, die so früh am Morgen noch geschlossen hatten. Dafür war auf der Brücke aber auch noch kaum etwas los.

Nach diesem ersten, sehr eindrucksvollen Bummel durch die Stadt ging ich zu den Uffizien, wo ich für 8 Uhr 15, gleich zur Öffnung, einen Timeslot gebucht hatte. Es war um die Zeit auch schon einiges los, aber das verlief sich in den Räumen dann recht schnell. Somit konnte ich mich in Ruhe umsehen und die Kunstwerke auf mich wirken lassen.

Man könnte hier sicher sehr viel mehr Zeit verbringen, aber da mein Aufenthalt an diesem Tag in Florenz recht kurz war, trat ich nach etwa zwei Stunden wieder ins Freie, wo die Schlange nun schon ziemlich lang war. Im kleinen Café Paolo e Francesca genoss ich einen Cappuccino zu unschlagbaren Preisen. Ich war hier eher zufällig gelandet, aber hier herrschte eine richtig gute Atmosphäre mit Einheimischen und Touristen gleichermaßen, also ein echter Glücksgriff. Ich ging an der Basilica Santa Croce vorbei und überquerte dann den Arno.

Nun ging es allmählich bergauf zum Piazzale Michelangelo, der einen tollen Blick über die Stadt bietet. Bereits auf dem Weg dorthin gab es schöne Ausblicke und vom Platz war schließlich das Panorama ein Traum. Einziger Nachteil: Es war an dem Tag ziemlich kalt und hier oben wehte noch dazu ein eisiger Wind. Ich benötigte alle Kleiderschichten und sogar mein Stirnband.

Vom Piazzale Michelangelo ging ich noch ein Stück weiter hinauf zur Kirche San Miniato al Monte, die aus dem 11. Jahrhundert stammt. Leider konnte ich von der schönen Fassade nichts sehen, da diese unter einem Baugerüst versteckt war, aber im Inneren konnte ich sie ungehindert besichtigen. Im Zentrum der dreischiffigen Basilika ist die Cappella del Crocefisso, die 1448 von Michelozzo entworfen wurde.

Nach diesem sehr lohnenswerten Ausflug machte ich mich auf den Weg zurück in die Innenstadt und warf noch einen Blick in den prachtvollen Innenhof des Palazzo Vecchio.

Danach wollte ich endlich den Dom von innen besichtigen, der an Donnerstagen leider erst mittags öffnet. Der Eintritt ist gratis und die Buchung eines Timeslots ist nicht möglich, daher machte ich mich auf einige Wartezeit gefasst. Mit einer Schlange, die einmal um den Dom herumführte und angeblich eine Wartezeit von etwa zwei Stunden bedeutete, hatte ich allerdings nicht gerechnet. Vermutlich lohnt sich das ziemlich teure Ticket für die Kuppel, das dann auch den Glockenturm beinhaltet und einen Eintritt in ohne Anstellen ermöglicht. Für die Zukunft weiß ich das – diesmal ließ ich allerdings den Dom schweren Herzens aus und machte mich durch die Menschenmassen allmählich auf den Weg Richtung Bahnhof. Unterwegs kam ich bei der Basilika Santa Maria Novella vorbei, die ich spontan besichtigte. Hier ist zwar ein Eintritt zu bezahlen, aber dafür ist noch ein kleines Museum mit dabei – und es war nicht viel los. Die Kirche ist aus dem 14. Jahrhundert und zeigt im Inneren eine Besonderheit der toskanischen und umbrischen Architektur, nämlich alternierende Farbschichtungen auf den Bögen und Rippen. Das gab mir schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf den Dom von Siena.

Besonders eindrucksvoll sind die Fresken von Domenico Ghirlandaio aus dem späten 15. Jahrhundert, mit denen die Hauptchorkapelle ausgestaltet ist.

Eine faszinierende Kirche und auch der Kreuzgang sowie der Kapitelsaal (die sogenannte Spanische Kapelle) sind sehr sehenswert. Somit war das doch noch eine schöne Entschädigung für den „verpassten“ Dom.

Danach machte ich mich mit dem Zug auf nach Siena, das für die nächsten Tage mein Hauptquartier sein würde. Ein paar Stunden in Florenz sind zweifellos zu wenig, aber ich hatte zumindest einmal einen ersten Eindruck von der Stadt erhalten. Irgendwann würde ich sie gerne nochmal genauer erkunden, aber dann idealerweise in der Nebensaison.

Zuletzt noch eine Aquarellskizze von Florenz, die ich später in Siena gemalt habe:

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