Dirndlrunde von Kirchberg nach Schwerbach
Die Fakten
19,7 km 824 hm 809 hm
Start: Kirchberg an der Pielach
Ziel: Schwerbach
An- und Abreise: Mariazellerbahn von St. Pölten
Schwierigkeit: einfache Wege mit viel Auf und Ab; nur der Pfad zur und von der Poldlwarte erfordert Trittsicherheit
Das Pielachtal im Mostviertel wird auch Dirndltal genannt, da hier so viele Dirndlsträucher (Kornelkirschen) wachsen. Ich war in der Gegend schon öfter wandern, aber noch immer gibt es viele Wege zu entdecken und welche Zeit könnte passender sein als die Dirndlblüte? Ich suchte mir also diese Wanderunde von Kirchberg an der Pielach aus, die ich aber ein wenig variierte. Da an der Mariazellerbahn derzeit Sanierungsarbeiten stattfinden, musste ich ab St. Pölten den Schienenersatzverkehr nehmen, mit dem aber alles gut klappte und der in Kirchberg auch direkt beim Bahnhof hält. Es war schon später Vormittag, aber trotzdem war es noch unerwartet kalt. Da es aber nach einem kurzen Stück aus Kirchberg hinaus gleich bergauf ging, wurde mir aber rasch warm. Ich hatte bald einen schönen Blick zurück auf Kirchberg an der Pielach.

Im Wald wuchs unglaublich viel Bärlauch, allerdings hatte ich derzeit noch kein Gefäß, um ihn reinzugeben. Ich hoffte daher, dass es auch später nochmal welchen geben würde, wenn dann meine Jausenbox leer wäre. Schon bald gab es auch die ersten gelben Blüten der Dirndl zu sehen.






Womit ich aber auf diesem Weg nicht so sehr gerechnet hatte, waren Schneerosen. Als ich bei Dörfl an der Eben wieder in den Wald eintauchte, waren sie in Scharen zu finden. Schade, dass sie jetzt bereits am Abblühen sind. Es muss ein toller Anblick gewesen sein, als hier zur Hauptblüte der Waldboden weiß übersät war.



Da ich recht spät losgestartet war, hielt ich schon bald nach einem passenden Pausenplatz Ausschau. Die einzigen Bänke, an denen ich vorbeikam, waren im Schatten, daher setzte ich mich kurz nach Dörfl an der Eben, nach etwa fünf Kilometern, schließlich ins Gras. Zum Malen war das nicht so praktisch, aber ich machte dann nach meinem Pausenbrot trotzdem eine Aquarellskizze. In der Sonne war es jetzt schon sehr warm, allerdings zogen immer wieder Wolken durch und so beeilte ich mich ziemlich mit dem Bild.


Aber wie das typischerweise so ist: Nur kurz danach kam ich an der Dirndl-Manufaktur Fuxsteiner vorbei, wo es nicht nur zahlreiche Dirndl und Infotafeln, sondern auch Picknickbänke und einen Dorfladen gab. Der Dorfladen hatte leider geschlossen, aber die Plätze hier wären natürlich perfekt zum Malen gewesen – und auch perfekt zum Sonnen, wie die Katze befand. 😉






Vielleicht schaffe ich es ja im September, wenn die Dirndl reif sind, nochmal in die Gegend und kann dann sowohl das schöne Plätzchen nutzen als auch den Laden erkunden.
Nachdem ich Katze und Dirndblüten ausgiebig fotografiert hatte, ging ich nun bergab in den Hachgraben. Ich kam an verfallenen Gebäuden vorbei und tauchte in den schattigen Wald ein, wo ich erst mal wieder sämtliche Kleiderschichten benötigte.




Es ging nun meistens über Asphalt, wobei hier gar kein Verkehr war. Nachdem ich eine etwas stärker befahrene Straße gequert hatte, führte der Weg wieder bergauf, bis ich Auf der Oed wieder in die Sonne kam und weite Ausblicke genießen konnte.


Es ging nun in leichtem Auf und Ab auf einer ruhigen Straße über die Hügel. Bei einem Bauernhof in der Rehgrabengegend erwischte ich eine falsche Abzweigung, da ich dem vermeintlichen Hauptweg folgte, der aber nach einer Weile in einer Sackgasse enden würde. Zum Glück merkte ich meinen Irrtum bald und ging zurück zum richtigen Weg – einem kleinen Pfad, der sich durch den Wald und über Wiesen schlängelte. Unterwegs gab es auch nochmal einige Flora und Fauna.



Bei einer Wiese in der Sonne machte ich schließlich nochmal eine Pause und begann zwei weitere Bilder im Skizzenbuch. Ich möchte diese zuhause noch fertigstellen, bin bisher aber noch nicht dazu gekommen, daher gibt es hier erst mal nur den Entwurf:

Am späten Nachmittag wurde es nun aber auch in der tiefstehenden Sonne ziemlich kalt und so machte ich mich schließlich mit eisigen Fingern wieder auf den Weg.


In Oberramsau war es mit den gemütlichen Wegen nun vorbei. Es ging zunächst im Wald steil einen Hang hinauf und dann auf einem abenteuerlichen Pfad bergauf und bergab über Wurzeln und zwischen Felsen hindurch.




Ein ganz toller, abwechslungsreicher Weg, der allerdings etwas mehr Zeit in Anspruch nahm als gedacht. Daher erreichte ich die Poldlwarte auch etwas später als geplant und die Sonne verschwand bereits hinter dem Hügelland. Trotzdem hatte ich noch eine sehr schöne Abendstimmung.



Von der Warte könnte man zurück nach Kirchberg gehen und somit die Runde vollenden. Um den nächsten Bus zu erwischen, wählte ich aber den kürzeren Weg hinunter nach Schwerbach. Es ging zuerst auf einem kleinen Pfad in teilweise steilen Serpentinen bergab und schließlich auf einem breiteren Weg gemütlicher weiter.


In Schwerbach ist die Haltestelle für den Schienenersatzverkehr nicht direkt beim Bahnhof, sondern ein Stück weiter an der Hauptstraße. Ich legte daher am Ende noch einen Zahn zu und kam rechtzeitig bei der Haltestelle an, wo ich mich bis zur Abfahrt des Zuges noch ein wenig mit einer älteren Frau unterhielt, die ziemlich erstaunt war, dass ich extra von Wien hierher zum Wandern gekommen war. Das ist aber auch wirklich eine schöne Wandergegend hier und dementsprechend lautet mein Fazit:
Eine sehr schöne Runde, gerade jetzt zur Dirndlblüte, aber sicher auch zu jeder anderen Jahreszeit. Obwohl es viel rauf und runter geht, ist das großteils eine entspannte Wanderung, nur der Pfad zur Poldlwarte (und von dort hinunter) erfordert etwas Trittsicherheit und gutes Schuhwerk. Der Abstecher lohnt sich aber sehr!