Wege in Österreich

Linzer Stadtwanderung: Türmerunde und Pöstlingberg

Die Fakten
10,5 km 307 hm 305 hm
Start: Puchenau Ost
Ziel: Linz Hbf
An- und Abreise: Buslinien 201 und 215 von Linz Hbf nach Puchenau
Schwierigkeit: einfache Wanderung mit einer Mischung aus Waldwegen und Straßen

Letzten Freitag hatte ich einen Termin in der Bücherei Puchenau bei Linz und wollte diesen mit einer kleinen Wanderung verbinden. Bei der Suche nach einer passenden Tour bin ich auf die Linzer Turmlinie gestoßen. Obwohl ich aus der Nähe von Linz komme, habe ich davon ehrlich gesagt noch nie gehört. Es handelt sich um eine Befestigungsanlage rund um Linz, die von Erzherzog Maximilian in Auftrag gegeben wurde. Die 32 Türme wurden 1833 fertiggestellt, aber nie militärisch genutzt und bereits 1858 wieder aufgegeben. Heute sind von den Türmen nur noch wenige erhalten. Unter dem Link oben gibt es weitere Informationen sowie die Beschreibung einer Wanderung an der gesamten Turmlinie entlang. Ich hatte erst einmal nur die Puchenauer Türme auf dem Programm, die zum Teil recht gut erhalten sind.

Vom Bahnhof Puchenau Ost ging ich zunächst auf dem Puchenauer Kreuzweg bergauf, ehe rechts bei einer Übersichtstafel der Türmeweg abzweigte.

Beim Bergaufgehen in der Sonne war es so warm, dass ich sämtliche warmen Schichten auszog und mit T-Shirt unterwegs war. Die Temperaturen kamen mir eher wie Mai vor, während die Vegetation doch deutlich zeigte, dass gerade erst Frühlingsbeginn ist.

Nach einem Kilometer erreichte ich den ersten Turm, die „Warte Edelburga“, den man auch innen erkunden kann.

Ein kleines Stück weiter kam mit „Luitgarde“ gleich der nächste Turm, von dem das gesamte beeindruckende Innengewölbe erhalten ist. Wie kann es sein, dass ich als Oberösterreicherin noch nie von diesen Türmen gehört habe?

Vom Turm 16 „Seraphina“ sind allerdings nur noch ein paar Ruinen erhalten. Ich kämpfte mich durchs Gestrüpp, um trotzdem noch ein bisschen einen Eindruck von dem Turm zu bekommen.

Bald darauf erreichte ich die Straße und folgte nun den Schildern Richtung Pöstlingberg. Hier befindet sich mit dem Fort Pöstlingberg der Hauptstützpunkt der Turmlinie. Die Türme des Forts werden heute zu unterschiedlichsten Zwecken genutzt. Der Turm Othilie auf dem ersten Foto ist heute ein Musikheim; ein weiterer Turm beherbergt die Endstation der Pöstlinbergbahn. Auch die Grottenbahn, eine Märchenwelt, durch die ein kleiner Zug fährt, ist in einem der Türme untergebracht. Von der Aussichtsterrasse – ehmals Turm Euphemia – hatte ich einen schönen Blick auf Linz. Die Berge im Hintergrund verschwanden leider im Dunst.

Auf dem Pöstlingberg befindet sich auch eine Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1748. Aufgrund der Fastenzeit ist derzeit ein Teil des Altars verhüllt.

Am Kreuzweg entlang ging ich nun hinter nach Linz Urfahr und kam dabei an einem weiteren Turm und am bischöflichen Gymnasium Petrinum vorbei.

Der Weg durch Urfahr bis zur Nibelungenbrücke zog sich ein wenig, aber schließlich überquerte ich die Donau und erreichte gleich danach den Hauptplatz.

Durch die Straßen der Altstadt ging ich zum Linzer Mariendom, die größte (wenn auch nicht höchste) Kirche Österreichs. Der Bau des Doms im neugotischen Stil begann 1862, wurde aber erst 1935 fertiggestellt. Ich hatte mittlerweile nicht mehr so viel Zeit bis zur Abfahrt des Zuges und da im Dom gerade eine Führung stattfand und der Altar ebenfalls verhängt war, verbrachte ich hier nicht allzu viel Zeit. Ich kenne den Dom außerdem schon von früheren Besuchen in Linz.

Vom Dom waren es schließlich noch knapp zwei Kilometer zum Hauptbahnhof.

Fazit: Eine interessante Tour, wobei die ersten beiden Türme definitiv das Highlight der Wanderung waren. Für den Pöstlingberg und Linz an sich sollte man sich natürlich mehr Zeit nehmen, als ich es bei dieser kleinen Wanderung getan habe. Da ich schon öfter in der Stadt war, habe ich den Weg ab der Nibelungenbrücke eher zügig zurückgelegt. Ich hätte nun große Lust einmal der gesamten Turmlinie zu folgen, auch wenn viele der Türme nicht mehr erhalten sind und das wohl eine recht asphaltlastige Wanderung wäre.

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