Harzberg und Ruine Merkenstein
Die Fakten
18,6 km 709 hm 630 hm
Start: Bad Vöslau
Ziel: Pottenstein
An- und Abreise: REX 1 nach Bad Vöslau; R 96 von Pottenstein nach Leobersdorf, von dort mit REX 1 zurück nach Wien
Schwierigkeit: viel bergauf und bergab; am Ende etwas unklare Wegführung, aber sonst einfache Wanderung
Die Ruine Merkenstein hatte ich schon länger auf meiner Wanderliste. Da ich von Bad Vöslau aus zwar früher schon ein paar kleine Wanderungen gemacht, diese aber nicht auf den Blog gestellt habe, wollte ich das nun alles zu einer schönen Tour verbinden.
Bei strahlendem Sonnenschein, aber noch recht eisigem Wind startete ich am Bahnhof in Bad Vöslau und durchquerte erst mal die Stadt. Beim Thermalbad machte ich kurz Halt und füllte meine Trinkflasche mit Thermalwasser, ehe ich an der Anlage vorbei bergauf Richtung Wienerwald ging.



Die Wälder hier sind eine schöne Wandergegend für den beginnenden Frühling, da es dank der zahlreichen Föhren auch einiges Grün nebst kahlen Ästen gibt. Und ich konnte mich auch schon an überraschend vielen Frühlungsblumen erfreuen.






Bei so viel Schönheit am Wegesrand verging der erste Anstieg wie im Flug. Am Ende gab es noch ein paar Stufen bis zum Harzberg – wo ich in der Jubiläumswarte dann noch einige mehr Stufen zu bewältigen hatte. Die Warte 1898 zum 50-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. errichtet.


Leider war der Ausblick trotz Sonne etwas getrübt, da es ziemlich dunstig war. So war der Schneeberg lediglich als schwache Andeutung in der Ferne zu erkennen.



Als ich ein Selfie machte, fiel mir ein, dass ich auf der Warte vor fast genau drei Jahren auch ein gemeinsames Selfie mit Sophie gemacht habe – hier jetzt also beide:


Das Schutzhaus am Harzberg hatte auch geöffnet, aber da es für eine Mittagspause noch zu früh war und ich eh meine eigene Jause mit dabei hatte, ging ich direkt weiter. Kleine Pfade führten mich zum Harzberg-Steinbruch, der seit vielen Jahren stillgelegt ist, aber einige beeindruckende Blicke bietet.





Am westlichen Ende des Steinbruchs gibt es eine Art Lost Place mit einigen Gebäude und Höhlen sowie einem alten Auto. Ich suchte mir hier ein Plätzchen in der Sonne und packte mein Malsachen aus.





Ich wollte schon längst mein neues Reise-Aquarellset ausprobieren, das ich bereits seit Weihnachten habe. Es ist sehr praktisch, wenn man keinen Tisch hat und alles in einer Hand halten möchte (was beim anderen Set nicht gut geht), allerdings hatte ich doch ein wenig mit dem winzigen Papier-Format zu kämpfen. Da werde ich wohl noch ein wenig herumtesten müssen, was die ideale Lösung für draußen ist.
Auf kleinen Pfaden ging es weiter bergauf und bergab durch den Wald. Ich kam an einer kleinen Schutzhütte vorbei und folgte den Schildern Richtung Vöslauer Hütte.



Kurz vor der Hütte bog ich rechts zum Jubiläumskreuz ab, wo es nicht nur einen schönen Ausblick, sondern auch Bänke in der Sonne gab. Genau der richtige Ort für die Mittagspause und eine weitere Mal-Session. Im Vergleich zum Steinbruch war hier aber ordentlich was los – es kamen fast im Minutentakt Biker und Wandergruppen rauf. Kein Wunder bei dem Wetter!



Bei der Vöslauer Hütte war daher auch einiges los und ich verwarf meinen Gedanken, mir hier noch einen Kaffee als Dessert zu gönnen. Hinter der Hütte ging ich auf einem kleinen Pfad bergab, ehe ich auf einen flacheren Weg einbog, dem ich nun etwa drei Kilometer Richtung Ruine Merkenstein folgte.



Bei der Ruine Merkenstein nahm ich mir etwas Zeit, um sie zu umrunden und zu erkunden. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde 1683 von osmanischen Truppen eingenommen und in Brand gesteckt. Für einen guten Eindruck der gesamten Anlage hätte ich mir hier eine Drohne gewünscht, aber zum Glück gibt es ja bereits Aufnahmen von oben wie etwa hier.






Nach der Ruine zogen sich die restlichen sechs Kilometer bis nach Pottenstein ein wenig. Der Weg war stellenweise wenig idyllisch und ich ein bisschen müde, weil mich seit einer Weile ein Schnupfen plagt, der sich zwar nicht zu einer richtigen Erkältung auswächst, aber auch nicht so ganz verschwinden will. Zum Glück war der Weg aber nicht die ganze Zeit wie unten auf dem Foto und ich konnte mich außerdem noch an einigen Schneerosen erfreuen.



Das letzte Stück nach Pottenstein war dann allerdings noch eine Herausforderung. Ich folgte einem Weg, der zwar kein markierter Wanderweg, aber trotzdem als Fußweg in meiner Kartenmap eingezeichnet und zunächst auch deutlich als solcher erkennbar war. Trotzdem nahm ich zunächst eine falsche Abzweigung und hätte dieser wohl einfach weiter folgen sollen, da ich dann schon bald auf die Straße gestoßen wäre. Ich wollte aber lieber noch länger im Wald bleiben und ging zurück zu meinem Pfad, der sich dann allerdings immer wieder verlor. Teilweise war er auch ziemlich verwachsen, was auf den Fotos vermutlich nicht so dramatisch ausschaut, allerdings waren es vor allem Dornenranken. Ich hatte von oben zwar bereits einen Blick auf Pottenstein, konnte hier aber zunächst keinen Weg hinab finden. Zum Glück würde ich dann aber doch noch fündig und schaffte sogar noch einen kurzen Abstecher zum Billa für ein Eis, ehe ich wieder in den Zug stieg.



Fazit: Eine sehr abwechslungsreiche Runde, bei der es einiges zu sehen gibt. Nur am Ende war mein gewählter Weg nicht ganz ideal. Vermutlich ist es besser, wenn man am Kahlkopf und am Urlauberkreuz vorbei nach Pottenstein geht.