Wege in Österreich

Von Bad Blumau nach Fürstenfeld

Die Fakten
18,7 km 238 hm 239 hm
Start: Bahnhof Bad Blumau
Ziel: Bahnof Fürstenfeld
An- und Abreise: Am Wochenende fährt der REX 92 direkt von Wien, sonst mit Umstieg in Wiener Neustadt
Schwierigkeit: einfache Wanderung mit einigen Wald- und Wiesenwegen, aber auch hohem Asphaltanteil

Meine letzte Wanderplanung hat wieder einmal mit der Wetterkarte stattgefunden: Auf der Suche nach Sonne und möglichst wenig Wind verschlug es mich in die Oststeiermark, die ich bisher noch wenig als Wandergegend auf dem Radar hatte. Nach etwas längerer, aber denkbar einfacher Anreise (ich stieg bei mir zuhause in den Regionalzug und knapp drei Stunden später am Ziel aus) erreichte ich Bad Blumau, wo mich Sonnenschein, aber leider auch ein eisiger Wind begrüßte. Mein erster Zwischenstopp kurz nach dem Bahnhof war die „Wassergöttin“, die von André Heller zu Ehren seines verstorbenen Künstlerkollegen Friedensreich Hundertwasser erschaffen wurde. Die mit Pflanzen besetzte Stahlkonstruktion ist acht Meter hoch und zugleich ein Brunnen, aus dem allerdings jetzt im Winter kein Wasser sprudelte.

Kurz danach erreichte ich das Gelände der Therme Bad Blumau, die in den 90er Jahren von Hundertwasser gestaltet wurde. Ich spazierte kreuz und quer durch den Park, um ein paar gute Blicke auf die charakteristische Architektur zu erhaschen. Als Nicht-Thermenbesucherin stand ich immer wieder mal vor verschlossenen Toren, fand aber schließlich doch einen Weg durch den Park. Vor dem blauen Himmel kamen die Gebäude natürlich besonders schön zur Geltung.

Vom Thermenpark ging ich weiter zum Ortskern von Bad Blumau.

Danach führte mich der Weg zunächst eine Weile an der Straße entlang und schließlich durch den Wald. Hier wehte teilweise ein so kalter Wind, dass ich mein Gesicht mit meinem Buff verhüllte.

Nach etwa sieben Kilometern erreichte ich mein Highlight an diesem Tag – die 1000-jährige Eiche, die als älteste Eiche Europas gilt. Um ihren Stamm mit einem Umfang von knapp 9 Meter zu umfassen würde man sieben Menschen benötigen. Das konnte ich also alleine nicht bewerkstelligen, aber ich machte zumindest ein Selfie für den Größenvergleich.

Nach einer kleinen Teepause machte ich mich wieder auf den Weg und ging zunächst ein Stück wieder zurück, ehe ich rechts abbog und nun dem Weitwanderweg 07, dem Ostösterreichischen Grenzlandweg folgte. Es ging nun im Wald und auf Feldwegen wechselsweise durch Sonne und Schatten.

Ein sehr schöner Weg, der schließlich bei Speltenbach in eine Straße mündete. Nun waren es nur noch etwa zwei Kilometer bis Fürstenfeld, das ich nach dem Überqueren der Feistritz erreichte.

Da ich bis zur Abfahrt meines Zuges noch sehr viel Zeit hatte, hatte ich nun auch entsprechend Zeit für eine Stadtbesichtigung. Fürstenfeld entstand im 12. Jahrhundert als Grenzfestung der Steiermark, um das Gebiet gegen Angriffe aus dem Osten zu sichern. Die Stadt war (vor allem während der Türkenkriege im 15. und 16. Jh.) von Kriegen und Zerstörungen betroffen, entwickelte sich später aber zu einem regionalen Handelszentrum. Trotz schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg sind von der alten Befestigungsanlage noch Teile erhalten.

Ich ging durch das Stadttor zunächst zur Augustinerkirche, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, aber wie die meisten Kirchen in Österreich später einige Umbauten erfuhr.

Von der Augustinerkirche war es nicht weit zur Pfeilburg, die einst die erste Tabakfabrik Österreichs und nun ein Museum beherbergt. Leider hat das Museum im Winter geschlossen, daher konnte ich die Pfeilburg nur von außen betrachten und hier auch den Festungsweg beginnen, der einige Reste der Stadtbefestigung miteinander verbindet. Auf dem Foto unten seht ihr die Ungarbastei.

Nach einem Abstecher zur Stadtpfarrkirche und zum Hauptplatz, der allerdings noch weitgehend mit Ständen vom Weihnachtsmarkt vollgestellt war, suchte ich das sehr nette Café Effe auf, um mich mit Heißer Schokolade aufzuwärmen. Wenn man bei Minusgraden so langsam durch die Stadt schlendert und Fotos macht, kriecht einem die Kälte ganz schön schnell in die Knochen.

Nach der Pause setzte ich noch den Festungsweg fort und ging zur Schlossbastei, auf die ich einen schönen Blick von der denkmalgeschützten Eisenbrücke hatte.

Auf dem Weg zum Bahnhof kam ich schließlich noch bei der Evangelischen Heilandskirche im Sezessionsstil vorbei und erhaschte einen Blick auf den beeindruckenden Abendhimmel. Einen geeigneten Blickpunkt für den Sonnenuntergang hatte ich leider nicht gefunden, aber die Farben waren trotzdem schön.

Fazit: Als Wanderung an sich war diese Tour zwar nicht sehr spannend, aber dafür gab es einiges zu besichtigen. Insofern eine abwechslungsreiche Tour bei schönem Winterwetter.

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