Klagenfurter Stadtwanderung mit Abstecher nach Maria Saal
Nach der Rückkehr aus Mitterbach haben Julian und ich als Abschluss unseres Urlaubs noch einen Tagesausflug nach Klagenfurt gemacht. Seit Dezember 2025 fährt die neue Koralmbahn von Wien über Graz nach Klagenfurt (und weiter nach Italien) und verkürzt dank dem Koralmtunnel die bisherige Strecke. Der Tunnel ist mit 32,9 km Länge der längste Eisenbahntunnel Österreichs und der sechstlängste Eisenbahntunnel der Welt. Von der verkürzten Fahrzeit hatten wir allerdings erst einmal nichts, da unser Zug mit 90 Minuten Verspätung in Wien startete. Das wirbelte unsere Pläne für den Tag durcheinander und wir mussten letztendlich ein Taxi nach Maria Saal nehmen, um noch alle Programmpunkte unterzubringen.
Maria Saal
Maria Saal liegt etwa 10 Kilometer außerhalb von Klagenfurt und ist bekannt für die Propstei- und Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt. Bereits im 8. Jahrhundert wurde ein Vorgängerbau der heutigen Kirche errichtet, der als kirchliches Zentrum und als Ausgangspunkt der Missionierung Kärntens in der Karolingerzeit diente. Daher wird die Kirche auch heute noch als Maria Saaler Dom bezeichnet. Die jetzige Kirche wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut; die Inneneinrichtung wurde dann teils barockisiert.
Die Kirche ist auf alle Fälle sehenswert und so hatte sich unser Abstecher hierher trotz Anreiseproblemen gelohnt.








Wir gingen nun am Kärtner Freilichtmuseum (das im Winter leider geschlossen hat) vorbei Richtung Bahnhof und hatten dabei auch noch einmal schöne Blicke zurück zur Kirche. In der Ferne konnten wir außerdem die schneebedeckte Saualpe sehen.


Klagenfurt
Zurück nach Klagenfurt ging es nun mit der S 2, die einmal in der Stunde fährt und einen in zehn Minuten zum Hauptbahnhof bringt. Von dort stiegen wir in die S 4 um und waren kurz darauf in Klagenfurt West, von wo aus wir unsere kleine Stadtwanderung starteten.
Die Fakten
10,1 km 94 hm 89 hm
Start: Bahnhof Klagenfurt West
Ziel: Klagenfurt Hbf
Schwierigkeit: einfache Stadtwanderung mit einer Mischung aus Straßen und Waldwegen
Wir gingen zunächst am Lendkanal Richtung Wörthersee und trafen hier gefühlt auf halb Klagenfurt. Kein Wunder bei dem traumhaften Wetter!


Beim Schloss Loretto hatten wir schöne Blicke auf den Wörthersee – oder besser gesagt auf einen Teil des Sees, da dieser sich über eine Länge von gut 16 Kilometern erstreckt.



Jetzt war es hier trotz der Spaziergänger ziemlich ruhig, aber wir konnten uns gut vorstellen, was hier im Sommer wohl los ist, wenn die Restaurants und Strandbäder geöffnet haben.
Vom Wörthersee gingen wir zunächst wieder Richtung Bahnhof West und wechselten dann auf einen Waldweg, der uns ein Stück bergauf führte. Obwohl wir nun kaum hundert Meter höher unterwegs waren, war es gleich kühler und tatsächlich ein wenig winterlich.



Wir wanderten auf teils breiten Wegen, teils schmalen Pfaden Richtung Osten, bis wir die Aussichtsplattform Karawankenblick erreichten. Hier hatten wir, wie der Name verspricht, einen schönen Blick auf die Karawanken, die sich südlich von Klagenfurt erheben.



Wir hatten auch auf einen schönen Sonnenuntergangsblick gehofft, aber Richtung Westen versperrten uns Bäume die Sicht. Daher gingen wir weiter zu einem anderen Aussichtspunkt – einer Kreuzigungsgruppe oberhalb der Kreuzberglkirche.


Hier deutete sich schon ein erster zarter Farbverlauf am südwestlichen Himmel an, aber da wir auch hier keine ideale Sicht hatten und die Innenstadt gern noch bei Tageslicht besichtigen wollten, machten wir uns nach einigen Schlucken Tee wieder auf den Weg.
An der Kirche vorbei gingen wir in die Stadt hinunter. Vor uns sahen wir den Turm der Stadtpfarrkirche, der auch bestiegen werden kann – aber im Winter leider nur an den Adventwochenenden. Wir kamen am Jugendstiltheater und der Heiliggeistkirche vorbei, ehe wir schließlich zum Landhaus kamen.



Das Landhaus, das bis heute Sitz des Kärntner Landtags ist, wurde im 16. Jahrhundert erreichtet und nach einem Stadtbrand im Jahr 1723 neu ausgestaltet. Der Hof ist sehr schön, aber interessant wäre sicher auch der Große Wappensaal. Dieser wiederum hat nur unter der Woche geöffnet – Besichtigungen in der passenden Tages- und Jahreszeit zu planen, ist nahezu eine Kunst für sich.



Vom Landhaus gingen wir nun zum Wörtherseemandl – einer Sagenfigur, die der Legende nach die Entstehung des Wörthersees verursacht hat. Die Bronzefigur von Heinz Goll stammt aus dem Jahr 1962. Sehr faszinierend fand ich auch den nahegelegenen Bücherautomat. Die Auswahl ist zwar nicht allzu groß, aber wenn man mitten in der Nacht Lesestoff braucht und kein E-Book lesen möchte, dann wird einem hier geholfen. Es waren sogar zwei Blind Date-Bücher dabei. 😉


Schließlich suchten wir auf dem Neuen Platz noch das Wahrzeichen von Klagenfurt auf – den Lindwurmbrunnen. Dieser stammt aus dem späten 16. Jahrhundert und wurde aus einem Block Chloritschiefer vom Kreuzbergl gehauen. Der Lindwurm ist auch das Wappentier von Klagenfurt und geht wie das Wörtherseemandl auf eine Sage zurück.



Nun machten wir uns schnurstracks auf den Rückweg zum Bahnhof, von wo aus uns die Koralmbahn diesmal pünktlich zurück nach Wien brachte.
Fazit: Klagenfurt ist sehr sehenswert und es gäbe natürlich noch einiges mehr zu besichtigen, wenn man dort mehr Zeit hat. Für einen ersten Eindruck war unsere Tour allerdings sehr gut geeignet: Wörthersee, Bergblick, Innenstadt – es war von allem ein wenig dabei.