Wege in Österreich

Wanderung zum Sebastianfall

Gestern war ich wieder auf der Suche nach einem Wanderziel, das mich in die Sonne bringen würde. Laut Vorhersage sollte ich in der Gegend um den Schneeberg erfolgreich sein, aber als das Ziel immer näherrückte und der Zug noch immer durch dichten Nebel fuhr, sah ich meine Hoffnung schon schwinden. Aber dann riss kurz vor Grünbach doch der Nebel auf und ich freute mich zusammen mit meinen Mitreisenden, die auch alle im Wanderoutfit unterwegs waren.

Grünbach am Schneeberg hat gleich drei Bahnhöfe. Ich stieg beim letzten der drei – Grünbach Kohlenwerk – aus und ging leicht bergauf zu einem kleinen Pfad, der mich zum Grünbacher Sattel brachte. Kürzer wäre es der Schneebergstraße zu folgen, aber dieser Weg ist sicher schöner und er ermöglichte mir auch einen schönen Blick zurück auf den Nebel.

Beim Grünbacher Sattel querte ich die Straße und folgte den Schildern Richtung Puchberg sowie großteils auch dem Burgenländischen Mariazellerweg.

Es ging über schöne Wald- und Wiesenwege, aber leider tauchte ich nun in den Schatten des Kienbergs und Himbergs ein und so waren die Temperaturen hier ganz schön frostig. Ab und zu kam ich kurz in die Sonne, aber das waren immer nur sehr kurze Abschnitte. Vor mir hatte ich die meiste Zeit den Schneeberg im Blick, auf dem noch kaum Schnee lag – aber es war dennoch ein sehr schönes Panorama.

Nach etwa sechs Kilometern erreichte ich Puchberg, wo ich mal wieder eine der „Freuden“ des Wanderns erlebte: Ich wollte das WC am Bahnhof aufsuchen, aber das hat allen Ernstens nur während der Betriebszeiten der Schneebergbahn offen. Als ob hier nicht auch regelmäßig Regionalzüge verkehren würden. Also ging ich zum öffentlichen WC beim Gemeindeamt, das den Einwurf von genau 50 Cent erforderte. Das könnte man in einer so beliebten Wandergegend wirklich besser lösen!

Danach machte ich gleich noch eine kleine Pause im Kurpark, da ich nicht wusste, ob ich später noch eine Bank in der Sonne finden würde.

Von Puchberg folgte ich nun wieder dem Mariazellerweg aus dem Ort hinaus Richtung Sebastianfall. Es ging teils über kleine Straße, teils über Waldwege.

Bei einer Abzweigung in Unternberg könnte man links auf den kürzeren und flacheren Weg zum Wasserfall abzweigen, aber ich blieb auf dem Mariazellerweg und ging nun bergauf am Hühnerbühel vorbei. Nach etwa 200 Höhenmetern Anstieg folgte ich links einem kleinen Waldpfad hinunter zum Wasserfall.

Der Sebastianfall wäre sicher auch sehr schön bei Eis und Schnee oder im Frühling, wenn er nach der Schneeschmelze mehr Wasser führt. Aber auch jetzt waren erstaunlich viele Leute hier und machten Fotos. Erstaunlich vor allem deshalb, weil ich auf dem Weg hierher kaum jemandem begegnet war.

Ein paar Minuten vom Sebastianfall entfernt ist die Wasserfallhütte, bei der es an jedem Adventwochenende einen kleinen Markt mit Kunstwandwerk, Punsch und Glühwein gibt. Ich kaufte einen kleinen Anhänger als Anregung für eigene Häkeleien und machte eine Pause bei einem Heißgetränk.

Für den Rückweg hatte ich die Tour eigentlich so gewählt, dass ich nochmal ordentlich Nachmittagssonne abbekommen würde. Allerdings hatte ich dabei nicht gedacht, dass zu dieser Jahreszeit die Sonne bereits vor 14 Uhr hinter dem Schneeberg verschwindet. Daher war ich für den Weg nach Puchberg nun im Schatten unterwegs – lediglich etwas höher oben gab es noch Sonne.

Eine gute Stunde nach der Wasserfallhütte war ich wieder in Puchberg und stieg noch zu einem kleinen Aussichtspunkt hinauf, um von hier noch einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang hinter dem Schneeberg zu haben.

Auch den Kurpark erlebte ich jetzt nochmal in einer ganz anderen Stimmung als mittags.

Um 16:35 stieg ich schließlich in den Zug – und tauchte damit womöglich wieder in den Nebel ein. Aber das konnte ich jetzt in der Dunkelheit nicht mehr so genau feststellen.

Fazit: Eine sehr schöne Tour, die auch ohne Bergbesteigung schöne Ausblicke zu bieten hat – vor allem beim Weg von Grünbach nach Puchberg, wo man sich stetig auf den Schneeberg zubewegt. Der Sebastianfall ist dann nochmal ein nettes Highlight, wenn auch nicht allzu spektakulär.

2 Comments

  • Konstanze

    Ich mag diese Mischung aus Frost und Sonnenschein so sehr! Wintersonne ist überhaupt immer besonders hübsch mit den langen Schatten und diesem ganz eigenen Licht.

    Schön, dass es noch mit einem attraktiven Sonnenuntergang geklappt hat, wenn der Rückweg schon sonnenloser war als erhofft.

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