Eine italienische Reise: Santa Croce – Opicina
Die Fakten
18,2 km 440 hm 312 hm
Start: Santa Croce
Ziel: Opicina
Schwierigkeit: einfache Wege mit ein paar felsigen Abschnitten
Mein letzter Wandertag begann erneut mit Sonnenschein und frühlingshaften Temperaturen. Ich verließ Santa Croce und folgte die nächste Stunde einem teils steinigen Weg, der meist durch den Wald führte, dabei aber auch immer wieder schöne Blicke aufs Meer ermöglichte. Trotz schönem Wetter war die Fernsicht an diesem Tag etwas getrübt.







Ich war hier wieder teilweise auf einem Themenweg unterwegs und erreichte mit der Grotta Priamo eine der nummerierten Stationen. Es handelt sich dabei um eine kleine zugängliche Höhle, die 1943 durch Sprengungen erweitert wurde, um als Militärunterkunft zu dienen.


Bald danach bog ich rechts auf einen Pfad ab, der sich teils steil zur Küste hinunterschlängelte.


Zwischendurch befürchtete ich schon, der Weg würde sich im Nichts verlieren, aber schließlich mündete er doch in eine Straße, die mich zum Bahnübergang und weiter zum Eingang der Gärten von Schloss Mirarame führte. Die weitläufigen Schlossgärten sind bestimmt im Frühling und Sommer noch schöner, aber einige Farbtupfer gab es auch jetzt schon. Bei einem kleinen Café setzte ich mich in die Sonne, da ich hier in Italien jede Gelegenheit für einen Cappuccino nutzte, der immer zwischen 2,00 und 2,50 kostete. In Wien kann man schon froh sein, wenn man um den doppelten Preis einen bekommt ….





Schließlich schlenderte ich weiter zum Schloss und war überrascht, wie viel Betrieb hier herrschte. In den Gärten war es noch recht ruhig gewesen. Aber es war ein sonniger Sonntag, also wohl nicht verwunderlich, dass viele einen Ausflug hierher machten. Ich kaufte mir ein Ticket für das Schloss und stellte fest, dass sich die Leute drinnen doch schnell verteilten. In der Hochsaison ist es sicher empfehlenswert, wenn man nicht gerade am Wochenende herkommt, aber ich hatte die Räume manchmal ganz für mich alleine.









Es gibt für das Schloss auch einen Audioguide, mit dem man eine ganze Weile beschäftigt sein dürfte. Ich las allerdings nur die Informationstafeln, die in den einzelnen Räumen aufgestellt waren, und benötigte eine knappe Stunde für die Besichtigung. Miramare wurde Mitte des 19. Jahrhunderts für Erzherzog Ferdinand Maximilian von Österreich (Bruder von Kaiser Franz Joseph I. und ab 1864 Kaiser von Mexiko) und seine Gattin Charlotte erbaut. Nach dem Tod der beiden wurde das Schloss zu einer Sommerresidenz der Habsburger.
Nach der Schlossbesichtigung schlenderte ich durch den Park zurück zum Ausgang und hatte dabei noch einmal einen schönen Blick aufs Schloss.




Nachdem ich ein weiteres Mal die Bahngleise gequert hatte, musste ich über schier endlos viele Stufen zurück zu meinem Wanderweg hinaufsteigen.


Schließlich hatte ich es aber geschafft und erreichte kurz nach Prosecco die Strada Napoleonica. Dieser Promenadenweg wurde angeblich 1797 unter Napoleon als Transportweg für die Truppen zwischen Venedig und Triest angelegt. Die Straße ist teils asphaltiert, teils geschottert und für den Autoverkehr gesperrt. Auch hier herrschte einiger Betrieb, vor allem auf den ersten paar hundert Metern, auf denen es zahlreiche Kletterfelsen gibt, die eifrig genutzt wurden. Der Weg bot herrliche Ausblicke auf den Golf von Triest und die Stadt selbst. Inzwischen trübte sich das Wetter etwas ein und Nebel zog auf, was für eine sehr schöne Stimmung sorgte.






Die Strada Napoleonica ist gut vier Kilometer lang und endet in Opicina oberhalb von Triest. Ich hatte eigentlich geplant direkt bis zu meiner Unterkunft zu wandern, war aber nun wenig motiviert noch eineinhalb Stunden durch die Stadt zu gehen. Daher drehte ich noch eine kleine Runde durch Opicina (wo es nicht viel zu sehen gab) und fuhr dann mit dem Bus hinunter nach Triest.
Die Stadt besichtigte ich dann noch ausgiebig in den nächsten eineinhalb Tagen – dazu wird es noch einen eigenen Beitrag geben.
Fazit: Erneut eine schöne Strecke mit aussichtsreichen Wegen. Eine Besichtigung von Schloss Miramare lohnt sich sehr, benötigt aber natürlich etwas Zeit. Wer weniger Asphalt und weniger Menschen möchte, könnte von Prosecco nach Opicina auch auf Wanderwegen gehen (z.B. auf dem Sentiero Nicolò Cobolli), aber die Strada Napoleonica lohnt sich schon sehr.

