Wege in Österreich,  Weitwanderwege

Wiener Alpenbogen: Bad Schönau – Krumbach

Die Fakten
22,1 km 843 hm 819 hm
Start: Bad Schönau
Ziel: Krumbach

Ehe es in den Bergen winterlich wird, wollte ich noch die verbleibenden Etappen am Wiener Alpenbogen zwischen Bad Schönau und Semmering erledigen. Teils schlechte öffentlichte Verbindungen, eine ohnehin nicht ganz einfache Unterkunftssituation auf dem Weg und bereits geschlossene Berghütten machten die Planung zu einer Herausforderung. Aber schließlich hatte ich eine Route für drei Tage beisammen und machte mich bei dichtem Nebel mit dem Bus von Wien aus nach Bad Schönau. Kurz vor der Ankunft lichtete sich der Nebel und als ich in Bad Schönau den Kurpark durchquerte, hatte ich bereits herrliches Herbstwetter.

Ich ließ Bad Schönau hinter mir und ging im Wald stetig bergauf Richtung Hutwisch. Zwischendurch überholten mich zwei Wanderer, die sich angesichts meines Rucksacks erkundigten, ob ich eine größere Tour geplant hätte. Wir unterhielten uns kurz und es stellte sich heraus, dass einer der beiden einen Teil meiner Strecke auch schon einmal gewandert war. Schließlich zogen sie in einem etwas flotteren Tempo als meinem von dannen und ich ging langsam weiter bergauf. In den letzten Wochen habe ich zeit- und krankheitsbedingt nur wenige größere Wanderungen gemacht und das spürte ich recht deutlich. Fünf Kilometer und 400 Höhenmeter später näherte ich mich aber endlich der Kernstockwarte auf dem Hutwisch. Kurz vor dem höchsten Punkt passierte ich noch eine Tür im Wald. Leider wartete dahinter nicht Narnia oder Phantásien auf mich, sondern derselbe normale (wenn auch schöne) Herbstwald.

Der Hutwisch ist (zusammen mit dem gleich hohen Kühriegel) der höchste Punkt in der Buckligen Welt mit 896 m. Von der Kernstockwarte hatte ich einen schönen Ausblick in alle Richtungen, wo teilweise noch immer der Nebel hing. Außerdem traf ich auf der Warte die beidenen Wanderer von vorher wieder und wir fotografierten uns gegenseitig.

Leider war es etwas dunstig, was die Fernsicht ein wenig beeinträchtigte, aber auf dem letzten Foto kann man doch Rax und Schneeberg in der Ferne sehen.

Ich machte hier eine kurze Pause in der Sonne, ehe ich mich auf den Weg hinunter nach Hochneukirchen machte. Es ging durch den Wald und über Wiesen bei spätsommerlichen Temperaturen.

In Hochneukirchen gab es gegenüber der Kirche eine „Genusstankstelle“, die für Winter- oder Regentage ein perfekter Ort für eine Pause wäre. Für den Genuss hatte sie allerdings nicht sehr viel zu bieten, lediglich Marmelade, Honig und Aufstriche.

Da ich gerade erst eine Pause gemacht hatte und ich bei dem Wetter ohnehin nicht drinnen sitzen wollte, beließ ich es bei einem kurzen Blick. Es ging nun bergauf und bergab nach Gschaidt, das unten schon auf dem Foto zu sehen ist.

In Gschaidt würde der Originalweg eigentlich eine Schleife zum Aussichtspunkt Luckerbauerriegel machen. Da ich erst um halb 11 losgewandert war und es an diesem Tag ohnehin so dunstig war, verzichtete ich aber auf diese Extrarunde und ging direkt weiter Richtung Kothmühle, wo mich der Weg nun eine Weile über die Straße führte. Auf einer Bank in der Sonne machte ich noch einmal eine kurze Pause. Hier stand ein Apfelbaum vor einem verlassenen Gebäude und ich versorgte mich mit etwas Vitaminen für diesen und die nächsten Tage.

Kurz darauf führte der Weg wieder von der Straße weg in den Wald, wo ich mich vor einem überschwemmten Abschnitt wiederfand. Ich suchte mir einen Weg hinüber und landete dabei in den Brennesseln. Danach musste ich den Bach, der sonst wohl eher ein kleines Rinnsal sein dürfte, noch ein paarmal queren, was mich insgesamt etwas ausbremste. Ich war froh über meine Entscheidung die Extrarunde in Gschaidt auszulassen, denn sonst wäre es vielleicht mit meinem Bus knapp geworden.

Schließlich erreichte ich kurz vor Außerlehen wieder eine Straße, wo ich noch einmal herrlichste Herbstfarben genießen konnte und einen schönen Blick auf den Abendhimmel hatte.

Hier verließ ich die eigentliche Route des Wiener Alpenbogens, die links Richtung Pichl führt. Für mich ging es hingegen geradeaus weiter zu einer Bushaltestelle etwas außerhalb von Krumbach. Dabei hatte ich noch einen Blick auf Schloss Krumbach, ehe ich wieder in den Wald eintauchte. Hier wurde es nach dem Sonnenuntergang rasant dunkel, daher war es gut, dass ich eine Stirnlampe dabei hatte und mich der Weg einfach nur auf einer ruhigen Landstraße entlangführte.

Mit ausreichend Spielraum erreichte ich schließlich die Bushaltestelle „Krumbach Abzw. Hochneukirchen“ und wurde in einem sehr leeren Bus nach Kirchschlag gebracht. Da es mit den Unterkünften am Weg so schwierig gewesen war, musste ich diesen Abstecher machen. Ich gönnte mir noch ein Abendessen im Bistro Koll und bezog dann mein Zimmer im Hotel Post Hönig.

Fazit: Was für ein herrliches Herbstwetter! Ich konnte mich kaum sattsehen an den bunten Blättern, daher war diese Etappe mit den vielen Waldwegen perfekt. Das ständige Auf und Ab hatte es allerdings bei meiner etwas eingerosteten Wanderkondition ganz schön in sich.

2 Comments

  • Konstanze

    Es ist schon erschreckend, wie schnell die Kondition immer nachlässt … umso schöner ist es zu lesen, dass du die Wanderung trotzdem genossen hast. Die Fotos vom Herbstwald sind wirklich wunderschön – all diese Farben im Sonnenlicht! Hach!

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